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Periodical volume

Full text: Verwaltungsbericht der Stadt Neukölln Issue 1914/1918

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waren, während eine besonders starke S teigerung solche Ehen aufweisen, bei denen 
nur die Frau oder beide Gatten verwitwet oder geschieden waren. Im Durchschnitt 
der fünf Kriegsjahre 1914— 1918 wurden 73.7 v. H. aller Ehen zwischen Ledigen ge­
schlossen, bei 8.2 v. H. war nur der Mann und bei 11.0 v. H. nur die Frau ledig, 
während bei dem Rest von 7.1 v. H. beide Teile nicht m ehr ledig zur neuen Ehe 
schritten. Die größere Häufigkeit, mit der M änner eine zweite Ehe eingehen, erhellt 
besonders deutlich, wenn man sich vergegenw ärtigt, daß in der Gesam tbevölkerung 
wegen des niedrigeren Heiratsalters der Frauen und der größeren Sterblichkeit der 
M änner die Zahl der verwitweten und geschiedenen Frauen um ein Vielfaches größer 
ist als die der Männer. Gelegentlich der Volkszählung vom 1. Dezember 1910 wurden 
in Neukölln 1769 verwitwete und 499 geschiedene M änner gezählt, denen im Durch­
schnitt der beiden benachbarten Jahre 1910 und 1911 207 oder 11.7 v. H. Ehen ver­
witweter und 102 oder 20.4 v. H. Ehen geschiedener M änner gegenüberstanden. 
Dagegen kamen auf die im Dezember 1910 ermittelten 7831 verwitweten und 838
geschiedenen Frauen im Durchschnitt der beiden benachbarten Jahre nur 131 oder
1.6 v. H. wieder heiratende verwitwete und 99 oder 1 l.Sv.H .w ieder heiratende geschiedene 
Frauen. Bei beiden Geschlechtern ist also die Heiratslust der Geschiedenen bei
weitem größer als die der V erw itw eten; */# aller geschiedenen M änner und */iu aller
geschiedenen Frauen gehen eine neue Ehe ein.
Ehen z w i s c h e n  B l u t s v e r w a n d t e n  sind in Neukölln nicht häufig. In den 
20 Jahren  von 1899— 1918 wurden deren nur 169 gezählt, darunter 156 Ehen 
zwischen Geschwisterkindern, 12 zwischen Oheim und Nichte und 1 zwischen Neffe 
und Tante. Auf je 1000 Eheschließungen kommen solche zwischen Blutsverwandten 
1899— 1903: 7.4, 1904—1908: 7.1, 1909— 1913: 4.5 und 1914— 1918: 4.0. Die Frage, 
ob Verwandtenehen einen degenerierenden Einfluß auf die Nachkommenschaft ausüben, 
ist immer noch bestritten, wird aber in neuerer Zeit m ehr und m ehr verneint.
6. Die Eheschließenden nach dem Religionsbekenntnis 1899— 1918.
Dem in Spaltest genannten  Von je 100 Eheschließenden des in 
Religions­ Religionsbekenntnis gehörten an von je Spalte 1 genannten Religionsbekennt­
bekenntnis der 100 der Eheschließenden jedes nisses und jedes G eschlechts g ingen  eine  
Eheschließenden Geschlechts im Durchschnitt der Jahre M ischehe ein im Durchschnitt der Jahre
1899-1903 j1904-1908 1909-1913 1914-1918 1899-1903 1904-1908 1909-1913 1914-1918
i 2 3 4 5 ö 7 8 9
M  ä ii n e r M ä n n e r
evangelisch . . 87.1 84.9 82.3 81.3 7.8 8.0 9.0 9.5
katholisch . . 11.6 13.5 13.1 12.9 66.7 64.7 65.3 69.3
israelitisch . . 0 .4 0.4 0.8 0.8 38.9 55.2 50.0 58.5
sonst. u. unbek. 9 .9 1.2 3.8 5.0 73.5 80.6 79.6 75.4
überhaupt: 100.0 100.0 100.0 100.0 15.3 16.7 19.4 20.9
F r a iLe n F r a u e n
evangelisch . . 88.7 87.9 86.5 86.2 9.5 11.2 13.4 14.6
katholisch . . 9.4 11.4 11.7 11.4 59.0 58.0 61.3 65.3
israelitisch . . 0.4 0.3 0.7 0.6 26 7 40.9 42.1 35.8
sonst. u. unbek. 1.5 0.4 1.1 1.8 85.5 45.5 31.7 32.7
überhaupt: 100.0 100.0 100.0 100.0 15.3 16.7 19.4 20.9
        
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