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Periodical volume

Full text: Verwaltungsbericht der Stadt Neukölln Issue 1914/1918

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Im übrigen gibt die nachstehende Uebersicht Auskunft über die Inanspruchnahme 
der Auskunftstelle in den einzelnen Berichtsjahren.
Auskunftsu chende Zahl Da\ron betra fen Schrift­
Jah r derMän­ zu­ Arb.- Q em einde- Dienst­ sätze 
n e r  Frauen Aus­sammen Ver- und verträge 8.0.8. sonstiges und Briefekünfte sich. Staatsangel.
1914 4596 6509 11 105 11 272 1436 828 718 5816 2474 5439
1915 1676 6428 8 1 0 4 8 259 963 1084 424 4493 1295 7747
1916 1828 4867 6 695 6836 753 1097 255 3579 1152 7171
1917 2085 '4326 6411 648 8 577 1117 390 3785 617 7207
1918 3317 5099 841 6 8 590 492 974 412 5624 1088 6042
2. O e f f e n t l i c h e  S c h r e i b s t u b e .
In der ersten Zeit des Krieges stockte jeder geschäftliche Verkehr, der sich nicht 
direkt auf die Kriegsbedürfnisse bezog. Insbesondere wurde die Reklame fast ganz 
ausgeschaltet. Infolgedessen w ar es nicht möglich, Aufträge für die Schreibstube zu 
erhalten. Als jedoch das Geschäftsleben sich wieder erholte, trat durch die immer 
weiter fortschreitende Einberufung zum Heeresdienste der umgekehrte Fall ein. 
Sämtliche schreibgewandte Personen wurden von den Behörden aufgesaugt, so daß 
arbeitslose Schreibkräfte nicht m ehr zur Verfügung standen. Es mußten deshalb die 
an uns herantretenden Aufträge zurückgewiesen werden. Infolge dieser Umstände 
kann also in Wirklichkeit der Betrieb der öffentlichen Schreibstube seit Ausbruch des 
Krieges als eingestellt gelten.
3. S t i f t u n g e n .
Die Stiftungen — W ohltätigkeitsfonds, Boddinstiftung, Koerner’sches Vermächtnis 
und Otto Spielhagen-Stiftung — wurden in den Berichtsjahren 1914— 1918 wie in den 
Vorjahren satzungsgem äß verwaltet. Die Zinsen aus den Stiftungsvermögen wurden 
infolge Zunahme der Zahl der Bittsteller fast voll aufgebraucht. Zu bemerken ist 
noch, daß in den letzten Jahren vielfach höhere Unterstützungen und Darlehen im 
Einzelfalle als in früheren Jahren gew ährt wurden. W ährend früher die Darlehen 
den Betrag von 300 M. nicht überstiegen, wurden im letzten Berichtsjahre solche bis 
zur Höhe von 500 M. im Einzelfalle gewährt. Zurückzuführen ist dies lediglich auf 
das Sinken des Geldwertes.
ß. Arbeitsverhältnisse.
I. R e i c h s g e s e t z l i c h e  A r b e i t e r v e r s i c h e r u n g ,  
a) K r a n k e n v e r s ic h e r u n g s a n g e le g e n h e i te n .
Auf dem Gebiete der Krankenversicherung entsprachen den durch den Krieg 
hervorgerufenen außergewöhnlichen wirtschaftlichen Verhältnissen auch die gesetz­
geberischen M aßnahmen. Abgesehen von den beiden Gesetzen vom 4. August 1914 
betr. Erhaltung von Anwartschaften aus der Krankenversicherung und betr. Sicherung 
der Leistungsfähigkeit der Krankenkassen sind alle Maßnahmen, soweit die W irkungen 
des Krieges eine Aenderung der gesetzlichen Bestimmungen erforderlich erscheinen 
ließen, durch Beschlüsse des Bundesrats auf Grund des Gesetzes über die Erm ächtigung 
des Bundesrats zu wirtschaftlichen Maßnahmen usw. vom 4. August 1914 getroffen
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