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Periodical volume

Full text: Verwaltungsbericht der Stadt Neukölln Issue 1914/1918

—  302 —
Die Einführung der achtstündigen Arbeitszeit bedingte jedoch eine Verm ehrung 
des Personals und eine Verkürzung der Badezeit, Seit dem 8. Dezember 1918 ist 
das Stadtbad an den W ochentagen von 9 Uhr vorm. bis 7 Uhr abends geöffnet, 
Sonntags geschlossen. Die trotz dieser Verkürzung der Badezeit gestiegene Besucher­
zahl zeigt, daß die Verkürzung ohne Einfluß auf den Besuch geblieben ist.
Die im Jahre 1914 von den hiesigen Vereinen beantragten großen Schwimm­
feste wurden wegen des Krieges zunächst nur in ganz kleinem Rahmen abgehalten, 
und erst im Jahre 1916 begannen die Vereine mit der Veranstaltung von Schwimm­
festen in größerem Umfang. So wurden von den Vereinen 1914: 2, 1916: 5, 1917: 9 
und 1918: 8 Schwimmfeste veranstaltet.
Am 27. Februar 1916 wurde seitens der V erw altung,. um den Besuch in der 
Frauenschwimmhalle zu heben, mit Unterstützung der hiesigen Schwimmvereine ein 
„Frauenwerbeschw im m en“ veranstaltet, das sich eines außerordentlichen Zuspruchs 
erfreute. Gleichzeitig wurde ein Flugblatt mit dem M ahnruf: „Deutsche Frauen und 
Mädchen, lernt schw im m en!“ herausgegeben, welches vor allem in den hiesigen 
M ädchenschulen und den T urn- und Sportvereinen mit weiblichen Abteilungen 
Verbreitung fand.
Ferner wurde mit Beginn des Jahres 1916 in den Neuköllner Lyzeen und 
M ädchenmittelschulen für die Oberstufen bezw. die ersten und zweiten Klassen der 
Schwimmunterricht eingeführt. Die Beteiligung an diesem Unterricht war 1916 sehr 
gut, sie ließ aber 1917/1918 infolge der mangelhaften Ernährung etwas nach. Jedoch 
wurde auch in diesen Jahren durchweg von allen Teilnehmerinnen das Schwimmen 
erlernt. W eitere Einzelheiten über den Betrieb des Stadtbades sind aus den nach­
stehenden Zusam m enstellungen zu entnehmen.
1. Die Benutzung des Stadtbades.
Rech­ Zahl der Zahl der Besuch« 2 T Von je 100 Schwimmunterricht
nungs­ Betriebs­ im Durch­ Besuch, nahmenschnitt an 
jahr tage m. w. zus.
waren 
einem männl. weibl. Personen  
Betriebstag weibl. Personen | Personen überhaupt
1914 307 238 143 102773 340916 1110 30.15 445 464 909
1915 356 325 215 153 405 478 620 1344 32.05 425 554 979
1916 355 314 596 152 506 467 102 1316 32.65 465 630 1095
1917 355 421 138 201 926 623 064 1755 32.41 759 875 1634
1918 341 460 416 223 996 684 412 2007 32.73 1108 1534 2642
Die höchste Verkehrsziffer hatte die geringste Verkehrsziffer hatte
1914 der 18. Juli mit 4591 Personen der 27. Dezember mit 270 Personen
1915 22. Mai .  4452 „ 30. November 451
1916 . 29. Juli .  4751 6. Februar 2331917 26. Mai „ 4932 „ 27. Dezember 620
1918 n 18. Mai .  6504 7. Oktober » 210
2. Die Art der abgegebenen Bäder.
Rech­ Von den abgegebenen Bädern waren Unentgeltliche Bäder für bedürftige Schulkinder*)
nungs­ S ch w im m*-1.  W annen- 1 Brause- |:  Heil­ Brause- Einzelfreikarten Ferien- : E chw im m - 
jahr bäder bäder bäder bäder bäder , Schwimmbäder karten 1 "N tem chts- karten karten
1914 197215 51473 86 761 5 467 17 036 8 000 300 I 150
1915 244 429 79 432 140 429 14 330 16118 8 000 300 150
1916 243 288 77 290 130 830 15 694 14 993 8 000 300 150
1917 371 882 108 4721 121 231 21479 9 143 7 000 260 150
1918 413412 123 730 116 467 30 803 12513 7 000 260 150
*) Während der großen Ferien abgegeben.
        
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