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Periodical volume

Full text: Verwaltungsbericht der Stadt Neukölln Issue 1914/1918

—  293 —
5. Betrieb der Desinfektionsanstalt.
Es wurden desinfiziert: 1914 1915 1916 1917 1918
Matratzen, Keilkissen . . . 9 108 6 547 7 208 8 979 8483
F e d e rk o p fk is se n ...................... 2 969 2 349 748 2 821 3 197
M atratzenschoner...................... 2 460 2 157 3 259 3 098 1 559
W olldecken ................................. 4 437 4 416 4 395 5710 4 837
K le id u n g ss tü c k e ...................... 11 849 11 111 12 171 2 171 4 471
V ersch ied en es ............................ 7 190 3 906 572 1 992 621
K rankenw agen............................ 630 478 347 77 119
Krankenzimmer . . . 458 342 281 353 100
Desinfizierungen mit Lysol . 99 239 1 534 931 841
Der Verbrennungsofen war
tätig S t u n d e n ...................... 1 460 849 758 808 1 895
3. D e s i n f e k t i o n s a n s t a l t  1914-1918.
Schon mehrere Jahre vor dem Kriege stellte sich die Notwendigkeit heraus, 
den Desinfektionsbetrieb bedeutend zu erweitern. Immer mehr machte sich der Mangel 
an genügender Vorsorge für Zeiten größerer Epidemien bemerkbar. Eine wirksame 
Bekämpfung der ansteckenden Krankheiten mußte unter allen Umständen gewährleistet 
sein. Um dieser Aufgabe aber in vollem Umfange gerecht zu werden, war der Zustand 
der alten Desinfektionsanlage in der Kanner Straße, die zum Krankenhaus gehörte, 
völlig unzureichend. So wurde im ersten Berichtsjahr mit dem Bau einer besonderen 
Desinfektionsanstalt am Mittelbuschweg begonnen und zu Beginn des zweiten Berichts­
jahres fertiggestellt. Die Inbetriebnahme dieser Anstalt erfolgte am 11. Januar 1915. 
Bei der Bauausführung sind vom hygienischen Standpunkt aus alle für einen zeit­
gemäßen Desinfektionsbetrieb notwendigen Maßnahmen berücksichtigt worden. Neben 
den in der alten Anstalt bereits vorhandenen Desinfektionsapparaten wurden zwei 
weitere Apparate beschafft, von denen einer für Formalindesinfektionen eingerichtet 
wurde, eine Vorkehrung, die es ermöglicht, Pelz- und Ledersachen schadlos zu des­
infizieren. An besonderen Einrichtungen sind noch zu erwähnen: ein Verbrennungs­
ofen zum Vernichten infizierter W aren und Abfälle, eine Anlage zum Desinfizieren 
der Hebammen sowie eine Einrichtung zur Reinigung von mit Läusen behafteten 
Personen und Kleidern. Diese Einrichtung ist während des Krieges oft von der 
Heeresverwaltung in Benutzung genommen worden. Außerdem ist mit der Anstalt 
eine Dienstwohnung für den Betriebsleiter verbunden. Trotz des häufig eingetretenen 
M angels an Arbeitskräften konnte während des Krieges der gesamte Betrieb aufrecht­
erhalten werden. Die Einrichtungen haben sich gut bewährt und bisher.;allen An­
forderungen entsprochen. Die für den Betrieb erforderliche Dampf- und W asserm enge 
wird der Anstalt von dem benachbarten Eiswerk zugeführt. An Kosten für die 
Errichtung der Desinfektionsanstalt sind 192 854 M. entstanden. Das Personal der 
Anstalt ist während der Berichtszeit von 10 Desinfektoren und Arbeitern auf 21 erhöht 
worden. Daneben wurden zur Bedienung der W äschereianlage 3 Arbeiterinnen 
beschäftigt. Als Höchstleistung können durch den Anstaltsbetrieb 10 W ohnungs-, 
20 Effekten- und 40 Entlausungsdesinfektionen ausgeführt werden. Die Gesamt­
aufwendungen für das Desinfektionswesen betrugen im Jahre 1914: 28 800 M.,
        
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