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Periodical volume

Full text: Verwaltungsbericht der Stadt Neukölln Issue 1914/1918

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Das Betriebskapital wird dem Leihamt aus den Betriebsmitteln der Stadthauptkasse 
gegen E rstattung desjenigen Zinsfußes, den die Banken der Stadtgemeinde für Depositen­
gelder gewähren, zur Verfügung gestellt. In den Jahren 1914— 1918 haben 2, 4, 3, 
2, 1 Versteigerungen stattgefunden, bei denen im Durchschnitt 3.5, 4.3, 2.5, 1.6 und 
0.9 der zum Versatz gekommenen Pfänder zum Verkauf standen. Der Verkauf der 
verfallenen Pfänder vollzog sich glatt, da die Versteigerungstermine von einem größeren 
Kreise von Althändlern aus Berlin und Neukölln besucht wurden.
Das Leihamt ist in dem Neubauteil des Rathauses an der Donaustraße unter­
gebracht, wo demselben ausreichende Räume zur Verfügung stehen.
E. Städtischer Weinkeller.
Der städtische W einkeller ist am 1. Oktober 1918 eröffnet worden. Aus dem 
Gesichtspunkt heraus, der Bevölkerung preiswerte Konsum- und Medizinalweine zu 
angem essenen Preisen zu beschaffen, war die Verwaltung bemüht, durch direkten 
Einkauf in den Produktionsgebieten vorteilhafte Abschlüsse in Wein zu tätigen. Um 
diesen in den städtischen Kellereien behandeln und auf Flaschen bringen zu können, 
war die Einrichtung größerer Faß- und Flaschenkeller-Anlagen notwendig, die in den 
Kellerräumen des neuen Rathauses geschaffen wurden. Gleichzeitig wurde die Ein­
richtung eines Flaschenspülkellers und einer Probierstube durchgeführt. Der weitere 
Ausbau des Kellers zwecks Durchführung eines kommunalen Großhandels in Wein 
und Spirituosen ist geplant.
An Personal wurden neben dem kaufmännischen Leiter des Kellers ein Keller­
meister und ein Küfer sowie zwei Arbeitskräfte beschäftigt.
Der Umsatz betrug im ersten Quartal vom 1. 10. 18 bis 31. 12. 18: 76266 M. 
und im zweiten Quartal vom 1. 1. 19 bis 31. 3. 19: 51 887.50 M.
F. Gewerbe- und Kaufmannsgericht.
1. A l l g e m e i n e s .
Ueber Veränderungen im Vorsitz ist folgendes zu berichten: Für den stellvertr. 
Vorsitzenden M agistratsassessor Dr. Thelemann wurde Gerichtsassessor Dr. Fölsche 
bestellt, der jedoch nach Kriegsausbruch in den Heeresdienst trat. Den Vorsitz über­
nahm anstelle des M agistratsassessors Dr. Schettler M agistratsassessor Lindner und 
an dessen Stelle später Stadtrat Brunn. Als stellvertretende Vorsitzende wurden in 
der Folge gew ählt: die Gerichtsassessoren Dr. Schlitzberger und Dr. Franck und nach 
deren Ausscheiden Rechtsanwalt Rumpel und M agistratsassessor Brumby.
Am Schluß der Berichtszeit waren berufen zum Vorsitzenden: Stadtrat Brunn, 
zu stellvertretenden Vorsitzenden: Justizrat Abraham, Rechtsanwalt Rumpel und 
M agistratsassessor Brumby.
W ährend der Kriegszeit sind Neuwahlen nicht vorgenommen, die Amtsdauer 
der Beisitzer ist vielmehr zuerst bis zum Ablauf von sechs Monaten nach Beendigung 
des Kriegszustandes und dann weiter bis zum 31. 12. 20 verlängert worden.
Nach der vom Statistischen Reichsamt veröffentlichten Gesamtübersicht ist die 
Geschäftstätigkeit der Gewerbe- und Kaufmannsgerichte bis zum Kriegsausbruch 
ständig gewachsen, während des Krieges dagegen auf '/* bis ’/s zurückgegangen. 
Dies trifft auch bei den hiesigen Gerichten zu.
Als Einigungsam t sind beide Gerichte nicht angerufen worden.
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