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Periodical volume

Full text: Verwaltungsbericht der Stadt Neukölln Issue 1914/1918

—  258 —
Es schweben bereits daraufbezügliche Verhandlungen, die hoffentlich im nächsten 
Geschäftsjahre zum Abschluß kommen.
Der im Berichtsjahre erzielte Reingewinn beträgt 274 756.68 M. Hiervon sind 
bereits die vertraglich an die Mitglieder des in Liquidation befindlichen Neuköllner 
Bankvereins e. G. m. b. H. zu zahlenden Zinsen in Höhe von 53 532.30 M. in Abzug 
gebracht. Da der liquidierenden Genossenschaft nach dem abgeschlossenen Fusions­
vertrage weitere Gewinne nicht zufließen und da die Neuköllner Stadtbank die Aktiven 
der Genossenschaft spätestens fünf Jahre nach Beendigung des Krieges zum Buch­
wert vom 21. August 1917 übernehmen muß, wofür ihr der Reservefonds der 
Genossenschaft in Höhe von rund 563 000 M. zufließt, so wurden, um diesen Reserve­
fonds ungeschmälert übernehmen zu können, aus dem erzielten Reingewinn reichliche 
Abschreibungen auf die Aktiven des Neuköllner Bankvereins vorgenomm en. Diese 
betragen:
auf R ic am b io -K o n to ................................  12 797.53 M.
„ W e c h s e l -K o n to ................................  17 456.50 „
„ H y p o th e k e n -K o n to ........................... 6 000.00 „
„ G ru n d stü c k s-K o n to ..........................  29 800.00 „
zusammen 66 054.03 M.
Zur Abführung an den Hilfsfonds, zur Ansammlung von Steuerreserven, Deckung 
von Steuern, Bildung einer Pensionszuschußkasse, G ewährung einmaliger Ent­
schädigungen sind weitere 56 588.50 M. ausgesondert.
Von dem Restbeträge von 152 114.15 M. sind bestimmungsgemäß 77 114.15 M. 
an den Reservefonds und 75 000 M. an die Stadtgem einde Neukölln zur Verwendung 
zu gemeinnützigen Zwecken abgeführt.
Die Versammlung der Gesellschafter, in der die Bilanz, die Gewinn- und 
Verlustrechnung sowie die Verteilung des Reingewinns genehm igt sind, hat am 
'27 . Februar 1919 stattgefunden.
B. Städtische Sparkasse.
Die vorliegende Berichtszeit ist für die Entwicklung der städtischen Sparkasse 
in mehrfacher Hinsicht von der allergrößten Bedeutung geworden. So ist vor allem 
die schon seit mehreren Jahren erwogene Frage der Errichtung eines eigenen Ver­
waltungsgebäudes zu befriedigendem Abschluß gelangt durch den Bau des Sparkassen­
gebäudes auf dem Grundstück Richardstraße 118, Ecke Ganghoferstraße, das am 
25. März 1918 bezogen werden konnte (vergl. dazu auch S. 218). Vor der großen 
Kassenhalle befindet sich eine geräum ige Vorhalle, von der Straße aus durch eine 
Drehtür zugänglich. Die Vorhalle ist in Marmor und Glasmosaik ausgeführt. Aus 
ihr führt eine Haupttreppe zum Sitzungssaal und zu anderen Verwaltungsräumen. 
Die von Säulen in Glasmosaik getragene Kassenhalle entspricht allen neuzeitlichen 
Anforderungen. Unter ihr befindet sich die Stahlkammer für 25000 Schließfächer.
Der Krieg hat die günstige Entwicklung der städtischen Sparkasse nicht zu 
hemmen vermocht; im Gegenteil, sie war noch nie so glänzend wie in diesen Jahren. 
Dies erhellt deutlich aus der nachfolgenden Zusammenstellung 1 (s. nächste Seite).
Ein ungeheurer, nie geahnter Geldstrom hat sich während des Krieges in die 
deutschen Sparkassen ergossen, besonders in den beiden letzten Kriegsjahren 1917 
und 1918. Der Gesam tbetrag der Sparguthaben stieg von Ende 1916 bis 1917 um 
13 Mill. M. und von da bis Ende 1918 um weitere 21 Mill. M. W ährend vorher in 
den ganzen 17 Jahren des Bestehens der städtischen Sparkasse von 1897 bis Ende 1913 
der Einlagenbestand nur auf 29 Mill. M. angewachsen war, vermehrte er sich in den 
5 Berichtsjahren bis Ende 1918 um das Eineinhalbfache auf 74 Mill. M. Die jährliche 
Zunahme der Sparguthaben betrug in Proz. des Einlagenbestandes am Anfang jedes 
Jahres 1913: 11.3 Proz., 1914: 8.7 Proz., 1915: 9.9 Proz., 1916: 13.1 Proz., 1917: 
33.6 Proz. und 1918: 39.5 Proz. Ohne die Abhebungen für die Kriegsanleihen würde
        
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