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Periodical volume

Full text: Verwaltungsbericht der Stadt Neukölln Issue 1914/1918

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Bankvereins e. G. m. b. H., Bergstr. 1. Bei der Eröffnung wurde auch die bisher zur 
städtischen Sparkasse gehörige Girokasse der Stadtbank angegliedert. Hierdurch 
sowie durch die sofort übernommenen Passiven der Genossenschaftsbank standen 
dem jungen Institut von vornherein erhebliche Geldmittel zur Verfügung.
Das erste Geschäftsjahr lief vom 8. Oktober bis zum 31. Dezember 1917. Für 
die Verwaltung handelte es sich in dieser Zeit in erster Linie darum, die Geschäfts­
verbindungen mit anderen Finanz-Instituten der Reichshauptstadt herzustellen, den 
Kreis der Kundschaft zu erweitern, die Art der auszuführenden Geschäfte durch eine 
Anweisung festzulegen und die Zinspolitik bezüglich der der Bank anvertrauten Gelder 
nach einheitlichen Grundsätzen zu regeln. Geschäfte größeren Umfanges konnten in 
der kurzen Zeit naturgem äß nicht zum Abschluß kommen. Die Tätigkeit erstreckte 
sich in dieser Beziehung hauptsächlich auf die Unterbringung der verfügbaren Gold­
bestände durch leihweise Ueberlassung an Gemeinden und andere Verbände sowie 
durch Ankauf von W ertpapieren und auf die teilweise Ueberführung der Aktiven des 
Bankvereins. Die der Stadtbank zur Verfügung stehenden fremden Gelder, für die 
die Stadtgemeinde Neukölln übrigens die selbstschuldnerische Bürgschaft übernommen 
hat, betrugen am Ende des Geschäftsjahres rund 18680000 M., wovon wiederum
10770000 M. zum Teil täglich greifbar, zum Teil in kurzen Kündigungsfristen
angelegt sind. Die Liquidität des Instituts, auf die stets das größte Gewicht gelegt 
wird, dürfte hiernach in denkbar bester Verfassung sein. In dem Uebernahmekonto 
von rund 8161000 M. drückt sich der Gegenwert der vom Bankverein über­
nommenen Passiven (Scheck- und Sparguthaben) aus.
Da nach dem Gründungsvertrage alle Einnahm en der Genossenschaft vom Tage 
der Liquidierung ab der Stadtbank zufließen müssen, wofür diese andererseits auch 
alle Ausgaben zu leisten hat, so war eine getrennte Rechnung undurchführbar. Unter 
den Handlungsunkosten befinden sich rund 8000 M. Gründungskosten. Der Rein­
gewinn ist ausgewiesen m i t ...................................................................................  39 168.39 M.
Hierzu tritt der nach der Liquidationsbilanz des Neuköllner Bankvereins 
e. G. m. b. H. in der Zeit vom 1. Januar bis 21. August 1917 
erzielte Reingewinn v o n ....................................................................... 39 607.43 M.
Der Gesamtreingewinn für 1917 beträgt s o m i t .......................................  78 775.82 M.
Hiervon sind abgeschrieben auf folgende Aktiven der Genossenschafts­
bank: 1. Ziegelei N e u w e d e l l ............................................. 2 400 M.
2. Grundstück Lynarstr. 10 ...................................   . 5 300 M. 7 700.— M.
verbleiben 71 075.82 M.
Hieraus sind zunächst den beim Eintritt der Liquidation vorhanden 
gewesenen Mitgliedern der Genossenschaft die vertraglich zu­
gesicherten 2 '/i  Proz. Zinsen ihres Genossenschaftsguthabens zu 
zahlen. Dazu sind auf 2 141 291 M. ä 2 1/- Proz. erforderlich . . 53 532.30 M.
Der Rest v o n ...................................................................................................... 17 543.52 M.
verbleibt zur Verfügung der Stadtbank G. m. b. H.
Nach der vom Aufsichtsrat beschlossenen Geschäftsanweisung vom 20. No­
vember 1917 ist die Hälfte des jährlichen Reingewinnes zur Ansammlung eines 
Reservebestandes abzuführen, bis dieser die Hälfte der Stammeinlagen erreicht hat. 
Die andere Hälfte ist nach dem Gesellschaftsvertrage vom 27. Septem ber 1917 der 
Stadtgemeinde Neukölln zu gem einnützigen Zwecken zu überweisen.
In dem darauffolgenden ersten vollen Geschäftsjahr 1918 hat die Entwicklung 
der Stadtbank recht gute Fortschritte gemacht, was insbesondere in dem starken 
Steigen der fremden Einlagen von 18680000 M. auf rund 24356000 M. zum Ausdruck 
kommt. Ist diese erhebliche Steigerung aber m ehr oder weniger auf die allgemein 
herrschende Geldflüssigkeit zurückzuführen, so ist doch weit m ehr der Umstand von 
Bedeutung, daß zugleich auch die Zahl der Konteninhaber von 5300 auf 6700 gestiegen 
ist, also rund 1400 neue Geschäftskunden dem Institut zugeführt wurden.
        
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