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Periodical volume

Full text: Verwaltungsbericht der Stadt Neukölln Issue 1914/1918

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73.00 ha mit Kartoffeln 20 900 Ztr. Kartoffeln 
8.97 „ „ Rüben 11000 „ Rüben
Von den Rieselwiesen wurden 112 Morgen für die eigene Viehhaltung benötigt; 
284 Morgen Rieselland wurden an bäuerliche Besitzer verpachtet. Die Zahl der Zug­
ochsen wurde auf 12 Stück erhöht.
Der Milchviehbestand hielt sich auf gleicher Höhe wie im Vorjahre Der Durch­
schnittsmilchertrag betrug im Sommerhalbjahr täglich 480 Liter, im W interhalbjahr 
430 Liter.
Der Wirtschaftsüberschuß betrug 51300 M.
W ir ts c h a f ts b e t r ie b  1916. Die wirtschaftlichen Verhältnisse gestalteten sich 
durch Beschlagnahme sämtlicher Produkte immer schwieriger; die den Pferden zu­
gestandene Futterration war nicht ausreichend, ein Nachlassen in ihrer Arbeitsleistung 
war die Folge. Die Roggenbestellung wurde daher im W irtschaftsjahre 1916 schon 
am 11. September in Angriff genommen und erst am 27. Oktober beendet. Die Be­
stellung der Sommerhalmfrüchte nahm in der zweiten Hälfte des Monats März ihren 
Anfang und konnte in den ersten Tagen des Monats April zu Ende geführt werden. 
Für die Bestellung der Hackfrüchte war das W etter günstig; die Rüben, welche 
anfangs einen guten Stand zeigten, wurden wieder durch Ungeziefer abgefressen, so 
daß eine nochmalige Bestellung notwendig wurde. Die dadurch erforderliche M ehr­
arbeit hatte zur Folge, daß nicht sämtliche Kartoffeln wie in den Vorjahren mit der 
Hand gehackt werden konnten, was in dem Jahre infolge der reichlichen Nieder­
schläge, die eine üppige Entwicklung des Unkrauts begünstigten, ganz besonders 
notwendig gewesen wäre. Zehn Tage später als im Jahre vorher, am 17. Juli, wurde 
mit der Getreideernte begonnen. Das W etter war zeitweise recht ungünstig, jedoch 
nicht derartig, daß das Getreide gelitten hätte. Die Ernte in Roggen sowohl wie 
Hafer fiel recht gut aus; die Hackfruchternte war als „mittel“ zu bezeichnen; durch 
die verspätete zweimalige Bestellung war auch die Rübenernte nur mittelmäßig aus­
gefallen; auf dem hiesigen leichten Boden ist für jede F ruchtart eine frühzeitige Be­
stellung von großem Wert. Durch die verspätete Einbringung der Ernte waren die 
Pflugarbeiten, welche vor dem W inter noch ausgeführt werden müssen, im Rückstand 
geblieben. Die günstige W itterung im Dezember gestattete jedoch, daß die Arbeiten 
noch nachgeholt werden konnten. Mitte Dezember trat Frostwetter ein, worauf die 
Drescharbeiten aufgenommen und die Gespanne beim Schlick- und Düngerfahren 
beschäftigt wurden. Anfang Februar setzte sehr große Kälte ein, so daß die schon 
an und für sich vorsichtig eingedeckten Kartoffelmieten noch mit Stalldünger über­
fahren werden mußten. Mit Beginn des Frühjahrs wurden die Restbestände an Speise- 
und Saatkartoffeln abgeliefert.
Bestellt waren: Geerntet wurden:
147.00 ha mit Roggen 5 578 Ztr. Roggen
78.50 „ „ Hafer 3 276 „ Hafer
73.75 „ „ Kartoffeln 21 114 „ Kartoffeln
10.82 „ „ Rüben 15000 „ Rüben
Von den Rieselwiesen wurden 128 Morgen für die eigene Viehhaltung benötigt; die 
restlichen 258 Morgen Rieselland wurden an kleine Besitzer verpachtet.
Infolge der langen Dauer des Krieges wurden die Futterm ittel immer knapper 
und ein weiterer Rückgang der Milchproduktion war unvermeidlich. Die Milchknappheit 
machte sich auch in Neukölln sehr bemerkbar, weshalb sich die Kriegsnotstands­
kommission entschloß, auf eigene Rechnung auf den städtischen Gütern je 20 frisch­
melkende Kühe einzustellen, um so den M ilchertrag zu heben. Der Durchschnittsmilch­
ertrag betrug dann auch im Sommerhalbjahr rund 750 Liter pro Tag, im W interhalbjahr 
580 Liter pro Tag. 6 Kühe und 3 Bullen wurden auf Anforderung an den V ersorgungs­
bezirk abgeliefert. Auf dem Magerviehhofe wurden 6 junge Pferde angekauft; 3 alte 
Pferde wurden abgegeben, so daß am Schluß des Berichtsjahres an Anspannvieh 
24 Pferde und 12 Ochsen vorhanden waren.
Der Wirtschaftsüberschuß betrug 75200 M
        
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