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Periodical volume

Full text: Verwaltungsbericht der Stadt Neukölln Issue 1914/1918

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Bevor der eigentliche Tunnelbau in Angriff genommen werden konnte, waren 
umfangreiche Umlegungen der Kanalisationslcitungen erforderlich In der Hermann­
straße beschränkten sich die Leitungsverlegungen auf eine Verschiebung der zwischen 
Selchower Straße und Karlsgartenstraße auf der Westseite der Hermannstraße befind­
lichen Kanalisationsleitungen weiter nach Westen zu und auf die Neuverlegung einer 
Kanalisationsleitung durch die Boddinstraße und durch die Biebrich-, Erlanger und 
Münchener Straße. Außer diesen Kanalisationsleitungen sind, abgesehen von einigen 
wenigen Kabelverlegungen, nur auf kürzeren Strecken in der Hermannstraße Wasser- 
und Gasrohre umzulegen gewesen. Gleichzeitig mit diesen Umlegungsarbeiten wurden 
im März 1919 die Kammarbeiten für das Rammen der zur Umschließung der Bau­
grube dienenden Träger in Angriff genommen und zugleich der Asphaltbelag der 
Hermannstraße durch die Neuchatel -Asphalt-Company aufgebrochen und abgefahren, 
so daß bereits im Mai 1919 mit dem Ausschachten für den eigentlichen Tunnelbau 
begonnen werden konnte.
Die Linienführung der Untergrundbahn in der Berliner Straße machte es erforderlich, 
den Stammkanal der Stadtentwässerung aus dem Fahrdamm in den westlichen Bürger­
steig zu verlegen. Zur Sicherung der 4.0 bis 5.0 m tiefen und 2.0 bis 2.5 m breiten 
Baugrube wurde mit Rücksicht auf die Nähe der Häuserfronten eine Aussteifung der 
Baugrube durch gerammte T-Träger gewählt. Die Rammarbeiten wurden mit zwei 
Rammen gleichzeitig zu Beginn des Jahres 1919 begonnen, wodurch erreicht wurde, 
daß schon Anfang März 1919 mit den Ausschachtungsarbeiten begonnen werden 
konnte. Diese wurden vom Jakobi-Friedhof aus in Richtung zur Boddinstraße 
begonnen und so gefördert, daß nach Verlauf von zwei Wochen mit den Betonierungs­
und Maurerarbeiten angefangen werden konnte.
Außer dem Stammkanal in der Berliner Straße wurden die Kanalisationsleitungen 
auf der östlichen Seite der Berliner Straße zwischen Hermannplatz und Ganghofer­
straße und, zur Schaffung der nötigen Vorflut, in verschiedenen Nebenstraßen der 
Berliner Straße sowie einige Umlegungen von Gas- und Wasserrohren in Angriff 
genommen. Sämtliche Arbeiten wurden bis auf das Einrammen der Träger zur 
Umschließung der Baugrube in eigener Regie ausgeführt.
Für die Bauausführung ist insgesamt ein Zeitraum von 2'/» Jahren in Aussicht 
genommen, so daß Herbst 1921 die Neuköllner Untergrundbahnen betriebsfertig 
hergestellt sein werden.
D. Rieselgüter.
Die Deputation für die Bewirtschaftung der Rieselgüter erledigte in den Berichts­
jahren 1914 bis 1918 78 Sitzungen mit 690 Beschlußfassungen sowie 15 örtliche 
Besichtigungen in Boddinsfelde und 12 in Waßmannsdorf. Außerdem wohnte die 
Deputation im Mai 1916 dem Probepflügen mit Motorpflügen in Weißensee sowie im 
November 1916 in Falkenberg bei Ahrenfelde bei.
Ueber Geländeankauf, errichtete Neubauten, erfolgte Anschaffungen sowie über 
den Wirtschaftsbetrieb und die Ernteergebnisse auf den beiden städtischen Riesel­
gütern Waßmannsdorf und Boddinsfelde wird nachstehend getrennt berichtet.
1. W a ß m a n n s d o r f .
G eländeankauf, N eubauten und A nscha ffungen . Der Grundbesitz ver­
größerte sich im Jahre 1914 durch den Ankauf von etwa 20.5 ha Ackerland in der 
Gemarkung Schönefeld auf rund 561 ha. Der Erwerb dieser aus mehreren Grund­
stücken bestehenden Fläche war zur Vergrößerung und Abrundung des städtischen 
Besitzes dringend erforderlich, insbesondere da Verhandlungen schwebten, um das 
gesamte Gelände westlich der Kreisstraße Rudow—Waßmannsdorf aus dem Gemeinde­
bezirk Schönefeld nach dem Gutsbezirk Waßmannsdorf umzugemeinden und so eine 
natürliche Abgrenzung der beiden Gemarkungen zu schaffen sowie gleichzeitig den Wider­
spruch der Gemeinde Schönefeld gegen die Benutzung der zu kaufenden Ländereien,
        
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