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Periodical volume

Full text: Verwaltungsbericht der Stadt Neukölln Issue 1914/1918

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werden sollte. Nach vielen Beratungen wurde als Bauplatz das Grundstück Richard­
straße 115 ausersehen und damit die M öglichkeit zum Durchbruch der Donaustraße 
bis zur Badeanstalt gegeben. Wenn die Verhandlungen mit dem Eigentüm er auch 
nicht leicht und die Kaufbedingungen keineswegs günstig waren, so führten die Ver­
handlungen doch zum Ziel und es entstand ein neues monum entales Verwaltungs­
gebäude, über welches an anderer Stelle berichtet werden wird.
Verhandlungen mit dem Kaufmann W igankow, welcher Nachbar des früher 
Niemetz’schen Grundstücks an der Donaustraße war, führten zu einer für beide Teile 
vorteilhaften B egradigung der Grenzen.
Selbstverständlich wurde die Sanierung des Innenwohnviertels durch Verbesserung 
der W ohnverhältnisse im benachbarten, stark bevölkerten Stadtteil nicht außer acht 
gelassen. Es kamen der Stadt hierbei mehrere Umstände zu Hilfe. So waren 
wir in der Lage, die Grundstücke Steinmetzstraße 93, Kopfstraße 65, Ziethenstraße 58 
und Prinz-Handjery-Straße 31 in der Zw angsversteigerung zu sehr günstigen Be­
dingungen zu erwerben. Freihändig kauften wir die Grundstücke Kopfstraße 46 und 
Steinmetzstraße 94 durchgehend nach Kopfstraße 24 an. Wenn auch einzelne von 
den aufstehenden Baulichkeiten abbruchreif waren, so haben wir uns doch auf die 
Niederlegung der Baulichkeiten Steinmetzstraße 93 beschränkt, welche zu den übelsten 
jenes Viertels gehörten. Von dem Abbruch der übrigen Baulichkeiten haben wir 
wegen der zunehm enden W ohnungsnot abgesehen. Die Ausschließung des inneren 
W ohnviertels konnte erst mit Beendigung des Krieges in Angriff genom m en werden 
durch Regulierung der bebauungsplanm äßigen Straßen. Ueber diese Straßenanlagen 
wird an anderer Stelle Bericht erstattet werden.
ln der Richardstraße wurden die Grundstücke Nr. 23,-4 mit ihren alten, in den 
Bürgersteig weit vorspringenden Baulichkeiten zu mäßigem Preise erworben. Leider 
zwang die W ohnungsnot, die Häuser noch stehen zu lassen, so erwünscht die Ver­
breiterung des Bürgersteiges an sich wäre. Die Aufteilung des Blocks zwischen Berg­
straße und Richardplatz sowie Hohenzollernplatz ist dadurch in Angriff genommen 
worden, daß wir uns den Besitz des Grundstückes Hohenzollernplatz 3 verschaffen 
konnten. Auch der Erwerb des Grundstückes Bergstraße 147 durchgehend nach 
Richardstraße 18, auf welchem sich z. Zt. das Städtische Lichtspielhaus befindet, geschah 
in diesem Sinne.
Mit dem Eigentüm er Diem gelang eine Verständigung über den Erwerb seines 
Grundstücks zur Vergrößerung des Körnerparks, so daß das eingeleitete E nteignungs­
verfahren zurückgezogen werden konnte.
Wie schon vorher erwähnt, sind aus Anlaß der Uebernahme der Kriegswirtschaft 
durch die Stadt verschiedene Ankäufe erforderlich geworden. Dazu gehört auch die 
Uebernahme der früheren „Ersten Berliner M alzfabrik“, welche sich nach Anhörung 
von Sachverständigen vorzugsweise zur Einrichtung von Lebens- und Futterm ittel­
w erken eignete. Da sich der Kaufpreis infolge der veränderten Absichten der Eigen­
tüm er, insbesondere durch die Herabkontingentierung des Braumalzes günstig  gestaltete, 
war das Abkommen nicht schwierig. Näheres wird in dem entsprechenden Abschnitt 
gesagt werden.
Die Uebernahme der Müllabfuhr in städtische Regie, über welche ebenfalls in 
einem besonderen Abschnitt berichtet werden wird, hatte zur Voraussetzung, daß ein 
für diese Zwecke geeignetes Grundstück erworben werden mußte. Gelegenheit hierzu 
bot sich durch Ankauf der Grundstücke Juliusstraße 61/63, auf welchen von dem 
Fuhrherrn Specht ein größeres Fuhrgeschäft betrieben wurde. Da der Kaufpreis sehr 
günstig war und sich die aufstehenden Baulichkeiten in gutem baulichen Zustande 
befanden, erschien uns der Erwerb außerordentlich willkommen. Das auf den Grund­
stücken stehende W ohngebäude, welches ganz modern eingerichtet ist, ist der Ver­
w altung der Grundeigentum sdeputation unterstellt worden.
Einen recht bedeutenden Umfang nahmen die Verhandlungen wegen Erwerbes 
der Gewerkschaft E m st Alwin III zum Zwecke des Abbaues der Braunkohle ein. Die 
Kuxen der Gewerkschaft, welche nunm ehr den Namen „Bornsdorf“ führt, waren in 
den verschiedensten Händen. W egen der nicht besonders günstigen Vermögenslage
        
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