Path:
Periodical volume

Full text: Verwaltungsbericht der Stadt Neukölln Issue 1914/1918

—  179 —
10 Kolonien mit 510 Ansiedlern einzurichten, so daß jedem Kolonisten durchschnittlich 
100 qm zur Bewirtschaftung zugewiesen werden konnten. Mit dieser Maßnahme 
wurden einmal die Kinder den Gefahren der Straße entzogen, andererseits aber auch 
insofern wirtschaftliche Vorteile erzielt, als die Erträgnisse dieser Kolonien den in den 
meisten Fällen unbemittelten Eltern der kleinen Kolonisten zugute kam. Die Ein­
richtung dieser Brachlandkolonien fand bei den Kindern wie den Eltern großen 
Anklang und hat sich sehr gut bewährt. Sie gab den Anlaß zu der späteren E r­
richtung der Gartenarbeitsschule.
Auch an den übrigen Kriegsmaßnahmen, wie W ollsammlungen, Bescherung der 
Krieger mit W eihnachtsliebesgaben, Opfertagen, Kreuznagelung für die Hinterbliebenen 
der im Kriege Gefallenen, hatten die Volksschulen hervorragenden Anteil. Bei den 
Kriegsanleihezeichnungen an den Schulen für die 3. bis 9. Anleihe wurde ein 
Zeichnungsergebnis von 567 600 M. erzielt.
Die seit dem Jahre 1910 eingerichteten A usgleichskassen zur Förderung begabter 
Volksschüler, die im Anschluß an die 5. Klasse der Gemeindeschule in einem Halb­
jahrskursus den Uebertritt der Volksschulkinder zu höheren Schulen ermöglichten, 
wurden gleichfalls während des Krieges eingestellt. Durch die vorgenannte Ein­
richtung konnte vom 1. Oktober 1910 bis 1. April 1914 182 Schulkindern der Uebertritt 
in höhere Schulen ermöglicht werden.
5. D i e  K o s t e n  d e s  s t ä d t i s c h e n  S c h u l w e s e n s .
An der Hand der Voranschlagszahlen soll im nachstehenden Abschnitt eine 
Uebersicht gew ährt werden über das Anwachsen der Neuköllner Schullasten überhaupt 
und über die Kosten der einzelnen Kategorien der Anstalten in der Berichtszeit im 
besonderen.
1. Die A ufw endungen') der Stadt für das Schulwesen in den Jahren 1914— 1918.
Volksschulen Höhere und Mittelschulen Schulen überhaupt
Aus laufdn. Aus laufdn. Aus laufdn. 
A llgem eine E innahm en A llgem eine E innahm en A llgemeine E innahm en 
Etats­ laufde. Aus­
Aus 
bestritt. Auf­ Aus laufde. A us­laufenden bestritt. Auf­
Aus­ laufde. A us­
gaben der gaben der laufenden 
bestritt. Auf­
gaben der w endungen lautenden w endungen  w endungen 
V erw altung, M itteln b e ­
jahr für V erzmsg. 
M itteln be­ V erw altung, für Verzinsg. M itteln b e­ V erwaltung, für Verzinsg. 
sow eit sie strittene u. A m oitisat. strittene sow eit sic u. Amortisat. s trittene sow eit sie u . Amortisat. 
n icht durch  A usgaben d. fü r Bauten A usgaben nicht durch überhaup t d. tür Bauten 
A usgaben nicht durch d. fü r Bauten 
E innahm en aufgenom m . Einnahm en aufgenom m . überhaupt E innahm en aufgenom m .
überhaupt
gedeck t sind A nleihen gedeck t sind A nleihen gedeckt sind Anleihen
M. M. M. M. M. M. M «■
1 2 3 4 5 6 7 8 9
1914 2 646 200 510 872 3 157 072 377 040 286 256 663 296 3 023 240 797 128 3 820 368 
1915 2 680 150 511 446 3 191 596 437 490 272 742 710 232 3 117 640 794 188 3 911 828 
1916 2 639 390 507 955 3 147 345 436 356 277 464 713 820 3 075 746 785 419 3 861 165 
1917 2 630 810 529 773 3 160 583 432 570 289 903 722 473 3 063 380 819 676 3 873 056 
1918 1 846 030 475 221 2)2 321 251 442 070 343 594 785 664 2 288 100 818815 3 106 915
Hiernach sind in den 5 Jahren die Kosten für Volksschulen etwas zurückgegangen 
— von 3 157 072 M. im Jahre 1914 auf 3) 3 121 251 M. im Jahre 1918 — während 
die Kosten für höhere und Mittelschulen von 663 296 M. auf 785 664 M. angewachsen 
sind. Diese Eigentümlichkeit ist dadurch hervorgerufen, daß die Baukosten der meisten 
älteren Volksschulen bereits größtenteils getilgt sind, wogegen die der neueren höheren 
und Mittelschulen noch vorwiegend offen stehen, zu verzinsen und zu tilgen sind.
>) Die allgem einen Kosten nach dem  V oranschläge, die A ufw endungen fü r V erzinsung  und 
A m ortisation  nach de r A nleihenachw eisung.
-) ln den nachfolgenden G egenüberste llungen  sind zu d ieser Ziffer, um  sie in das rich tige  Ver­
hältn is zu b ringen , stets 800000 M. e inm aliger staatlicher Z uschuß  infolge U eberlastung  de r G em einde 
durch K riegsausgaben h inzugerechnet. A lso 2 321 251 M. 800 000 M. — 3 121251 M.
3j E inschließlich des v o rerw ähn ten  staatlichen Z uschusses von 800 000 M.
23*
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.