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Periodical volume

Full text: Verwaltungsbericht der Stadt Neukölln Issue 1914/1918

—  153  —
IV. Allgemeine Angelegenheiten der städtischen 
Beamten, Bediensteten und Arbeiter.
A. Beamte und Bedienstete.
In den Berichtsjahren sind infolge des Kriegszustandes wesentliche Veränderungen 
in dem Personalbestände der städtischen Verwaltung eingetreten. Von der Beamten­
schaft trat zu Beginn des Krieges fast die Hälfte in den Heeresdienst ein, so daß sich die 
Verwaltung gezwungen sah, männliche und weibliche Hilfskräfte einzustellen, deren 
Zahl sich mit Rücksicht auf den großen Umfang der kriegswirtschaftlichen Maßnahmen 
außerordentlich vermehrte.
Von den im Felde stehenden Beamten ist manche frohe, aber auch manche schmerzliche 
Kunde eingetroffen. Es starben den Tod fürs Vaterland 63 Beamte und Bedienstete (Näheres 
s. S. 160 ff.). Die Stadt hat ihr Andenken durch zwei auf der Diele im 1. Stockwerk des 
Rathauses angebrachte Gedenktafeln geehrt.
In der Berichtszeit sind ferner
a) gesto rben : Stadtsekretär Steinbock, Verwaltungsinspektor Brosowsky, M agistrats­
sekretär Olszewski, M agistratssekretär Sturtzel, Kassierer Bräuer, M agistratsassistent 
Löbenberg, M agistratsassistent Fanten, Bauassistent Bachmann, Kanzlist Ebeling, 
Kanzlist Schultz II, Bürohilfsarbeiter Giesecke,
b) ausgeschieden: Gaswerksdirektor Riemann infolge Versetzung in den Ruhe­
stand, Prof. Dr. Jürgens, ärztlicher Direktor im Krankenhaus zu Buckow infolge seines 
Uebertritts zum Krankenhaus am Urban, M agistratsassessor Dr. Scheffler infolge seiner 
Wahl zum 1. Bürgermeister in Sagan, Stadtsekretär Lorenz wegen seines Uebertritts 
in das preußische Finanzministerium, M agistratsassistent Kaiser II, Otto, wegen seines 
Uebertritts zum Zweckverband Groß-Berlin, M agistratsassistent Brauns wegen Uebertritts 
in einen anderen Zivilberuf, Kanzlist Ramelow infolge seiner Versetzung in den Ruhe­
stand, M agistratsbote Rannow aus dem gleichen Grunde. Ferner schied aus der 
Polizeisergeant Freihoff.
Infolge der durch den Krieg hervorgerufenen Teuerungsverhältnisse wurden 
zunächst einmalige Teuerungszulagen, späterhin Kriegsbeihilfen und Teuerungszulagen 
unter Berücksichtigung des Fam ilienstandes der Beamten und Angestellten gewährt.
Am 16. Mai 1917 wurde ein neues Ortsstatut über die Anstellung der städtischen 
Beamten sowie über die Gewährung von Ruhegeld, Witwen- und Waisengeld an die 
M agistratsmitglieder und Beamten erlassen, das insbesondere grundlegende Bedingungen 
für die Anrechnung auswärtiger Dienstzeit schuf.
Ferner wurde am 6. Februar 1914 ein Ortsstatut betr. die Befreiung von der Kranken­
versicherung erlassen. Durch dieses Ortsstatut wird den der Krankenversicherung 
unterliegenden Beamten und den zur dauernden Dienstleistung angenommenen 
Bediensteten der Stadtgemeinde, den städtischen Schwestern usw. während der Dauer 
der Erkrankung der Anspruch auf Krankenhilfe in Höhe und Dauer der Regelleistung 
der Krankenkassen oder für die gleiche Dauer auf Gehalt, Ruhegeld, W artegeld oder 
ähnliche Bezüge im anderthalbfachen Betrage des Krankengeldes gewährleistet. Am 
16. Januar 1914 wurde ein Gemeindebeschluß betreffend Angestelltenversicherung 
gefaßt, der auf Grund des § 9 des Angestelltenversicherungsgesetzes Grundsätze für 
die Befreiung der auf Kündigung angestellten Beamten und der zur dauernden Dienst­
leistung angenomm enen Bediensteten aufstellt.
Am 25. März 1918 w urde ein Gemeindebeschluß erlassen, der die Gew ährung 
von Ruhegeld an infolge Kriegsbeschädigung dienstuntauglich gewordene Beamte, 
Lehrpersonen, Bedienstete und Arbeiter und von Witwen- und W aisengeld an die 
Hinterbliebenen der im Kriege gefallenen Beamten usw. regelt, die zwar nach den 
gesetzlichen und örtlichen Bestimmungen eine Anwartschaft besitzen, aber noch keinen 
Anspruch auf Ruhegeld erworben haben.
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