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Periodical volume

Full text: Verwaltungsbericht der Stadt Neukölln Issue 1914/1918

Vertreter: deren Ersatzm änner:
Stadtrat Dr. Mann Stadtrat Mier 
Bürgermeister Dr. Weinreich „ Wilschke 
Oberbürgermeister Kaiser „ Thiemann 
Stadtverordneten-Vorsteher Sander Stadtverordneter Heinrich 
Stadtverordneter Abraham Voegelke 
Thurow Polenske 
Stadtv.-Vorsteher-Stellvertr. Scholz Heitmann 
Stadtverordneter Rosenow Winter
Die Stadt Neukölln w ar an den von den Verbandsmitgliedern des Verbandes 
Groß-Berlin erhobenen Umlagen beteiligt mit:
6 744.88 M. für das Jah r 1914
6 536.64 1915
6 609.74 1916
6 622.74 1917
12 220.64 1918
5. D i e  L ö s u n g  d e s  P r o b l e m s  G r o ß - B e r l i n .
Mit der am 1. April 1912 erfolgten Bildung des Verbandes Groß-Berlin w ar die 
F rage der kommunalen N eugestaltung dieses Stadtkomplexes nicht zur Ruhe gekommen. 
Die vorhergesehene Unzulänglichkeit des Zweckverbandes trat schon in den Friedens­
jahren 1912 und 1913 deutlich zu Tage. Auch der Groß-Berliner Lastenausgleich der 
Provinz Brandenburg konnte nur als ein weiterer ungenügender Schritt zur Lösung 
der Groß-Berliner F rage angesehen werden. Ganz besonders aber zeigte der Krieg 
als Belastungsprobe für die Verwaltung der Einzelgemeinden auf wichtigen Gebieten 
der Lebenshaltung, daß eine getrennte Lösung der den Gemeinden zustehenden Auf­
gaben unbefriedigend sein müsse, ja teilweise ausgeschlossen sei. Die harten Kriegs­
erfahrungen erzwangen den Zusammenschluß Groß-Berlins in vielen bedeutungsvollen 
Fragen. So hat sich im Laufe der Zeit eine Reihe von Zweckverbänden — zu nennen 
sind der Lebensmittelverband, die Fettstelle, die M ehlverteilungsstelle, der Kohlen­
verband, der W ohnungsverband, das Rettungsamt und der Demobilmachungsausschuß 
Groß-Berlin — gebildet, die, eine größere oder geringere Anzahl von Gemeinden 
umfassend, den einheitlichen W irtschaftskörper einheitlich zu versorgen bestimmt sind.
Die allgemeine Unzufriedenheit mit der kommunalen politischen Zersplitterung 
Groß-Berlins hatte schon im Oktober 1917 zur G ründung des Bürgerausschusses Groß- 
Berlin geführt, dessen erster Vorsitzender Oberbürgermeister Dominicus im Juli 1918 
einen Gesetzentwurf vorlegte, der sich für die Vereinigung der Stadtgemeinden Berlin, 
Charlottenburg, Neukölln, Berlin-Schöneberg, Berlin-Lichtenberg, Berlin-Wilmersdorf 
und Spandau sowie der aus dem Kreisverbande ausscheidenden Landgem einden und 
Gutsbezirke der Landkreise Teltow, Niederbarnim und Osthavelland zu einer mit 
Kompetenz-Kompetenz auszustattenden Gesamtgemeinde Groß-Berlin aussprach. Ob­
schon die damalige Regierung, getreu ihrem Grundsätze, eine großzügige Zusammen­
legung innerhalb Groß-Berlins zu vermeiden, keinerlei Entgegenkomm en zeigte, wurde 
seitens der in einem gewissen Gegensatz zum Bürgerausschuß Groß-Berlin gegründeten 
Berliner Vorortgemeinschaft im Kreise Teltow gegen die vom Bürgerausschuß erhobenen 
Forderungen eine heftige Agitation entfaltet. Die Gemeinschaft erhoffte das Heil für 
Groß-Berlin in einer durch den Ausbau des Zweckverbandes zu erzielenden Kommunal­
gemeinschaft der in wirtschaftlicher Einheit verbundenen Groß-Berliner Gemeinden.
Der Sturz der alten Regierung am 9. November 1918 machte dann die Bahn frei 
für eine gründliche N euordnung der Groß-Berliner Gemeindeverfassung.
        
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