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Periodical volume

Full text: Verwaltungsbericht der Stadt Neukölln Issue 1914/1918

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Mit Hilfe des letzteren und der ihm ferner zugewiesenen kaufmännischen E xpe­
dienten aus der Buch-, Lehrmittel-, Eisen-, Lebensmittel- und Textilbranche erledigt 
er die laufenden Bestellungen, die Annahme und W eitergabe der M aterialien und 
W aren, die Verwaltung des Lagers, Führung der Kontrollen und Lagerbücher, Prüfungen 
der Rechnungen und Anweisung derselben sowie den laufenden Schriftwechsel. Die 
einzelnen Expeditionen, gesondert nach den verschiedenen Verwaltungen, Anstalten 
und städtischen Betrieben, werden von den fachmännisch ausgebildeten Expedienten 
selbständig bearbeitet.
Am Schlüsse eines jeden Verwaltungsjahres wird eine eingehende Lageraufnahme 
vorgenomm en, welche dann mit den gleichzeitig abzuschließenden Kontrollen und den 
Lagerbüchern von dem Ausschuß unter H inzuziehung der Beamten des Rechnungs­
büros nachgeprüft wird. Dieser Aufnahme folgt dann die genaue Feststellung des Ge­
sam tlagerw ertes und der Jahresabschluß. Die Gesamtausgaben der M aterialienverwaltung 
sind in einer Geschäftsanw eisung vom 6. April 1911 näher bezeichnet und festgelegt.
Die Tätigkeit der F o r m u l a r v e r w a l t u n g  erstreckt sich auf die Beschaffung 
sämtlicher Form ulare und Drucksachen für die städtischen Verwaltungsabteilungen, 
Betriebe und Anstalten. Es liegt ihr ferner die Drucklegung des Haushaltsplanes ob.
Die H erstellung der Form ulare und Drucksachen wurde in den Jahren  1914 bis 
1918 wie vorher hauptsächlich den beiden Vertragsdruckereien Mier & Glasemann 
und Friedrich Burger hier am Orte übertragen. Zur Entlastung dieser beiden Firmen 
mußten bei der sich während der Kriegsjahre durch neueingerichtete Verwaltungs­
abteilungen ständig vermehrenden Zahl der Druckaufträge, und zwar hauptsächlich 
bei Eilbestellungen, unsere Städtische Druckerei und auch noch weitere hiesige 
Druckereien kleineren Umfangs mit Aufträgen betraut werden.
Die Zahl der in den Jahren 1914— 1918 zur Ausführung gelangten Drucksachen 
beläuft sich auf monatlich ca. 300 Stück. Die Anzahl der zur Zahlung angewiesenen 
und w eitergegebenen Rechnungen betrug in den Berichtsjahren 1 019, 923, 1 817, 
1673 und 1 684. Die Gesamtsumme der Rechnungen belief sich auf 46 000, 51520, 
178 325, 325 136 und 385 372 M. Das Verwalten des umfangreichen Formular-, Papier- 
und Briefumschlag-Lagers sowie die Annahme und W eitergabe der Bestellungen, 
Prüfen und Anweisen der Rechnungen, Abnahme und Ausgabe der Form ulare und 
Drucksachen werden von dem Form ularverwalter besorgt, welcher seinerseits wieder 
dem Bürovorsteher der M aterialienverwaltung unterstellt ist. Die Aufsicht führt der 
Ausschuß für die M aterialienverwaltung.
5. S t ä d t i s c h e  D r u c k e r e i  u n d  A n s c h l a g w e s e n .
Soweit d ie  s t ä d t i s c h e  D r u c k e r e i  in der Lage dazu war, fertigte sie die zur 
Durchführung der kriegswirtschaftlichen Maßnahmen der Stadt benötigten Form ulare 
und Drucksachen, Bekanntmachungen und Veröffentlichungen vom ersten Tage des 
Bedarfs an. Der gesteigerte Verbrauch ließ die Erw eiterung des erst im März 1914 
in die eigens für seine Zwecke hergerichteten Räume des neuen Rathausbauteils ver­
legten Betriebes angebracht erscheinen und führte zur entsprechenden Vermehrung 
der Betriebsmittel und des Personals. Die anstoßende W ohnung des Heizers wurde 
1916 hinzugenom m en und gleichzeitig mit der Aufstellung einer neuen größeren 
Schnellpresse begonnen. Eine Ausdehnung erfuhr die Plakatabteilung der Druckerei 
durch Ergänzung des vorhandenen und Beschaffung neuen Schriftmaterials. Die 
Aufträge mehrten sich ständig. Durch die Einführung der Kartensteuer für die Lust­
barkeit w urde der Aufgabenkreis der Druckerei ausgedehnt auf die Herstellung der 
Eintrittsnachweise für die Neuköllner Kinos und die Veranstaltungen der Vereine 
und Privatgesellschaften. Neue Arbeit brachten die Kriegsnotstandsküchen und die 
Krankenernährung mit ihren Bons und Lebensmittelbezugscheinen, die in M assen­
auflagen für den eiligen Gebrauch anzufertigen waren. Auch das Lebensmittelamt 
beschäftigte die Druckerei durch Ueberweisung großer Aufträge für die Durchführung 
der Lebensmittelverteilung. Die Steuerverwaltung ließ ihre Aufnahmebogen und Haus­
listen, das Wahl- und M eldebureau seine Wahlformulare und Wahllisten in schnellem
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