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Periodical volume

Full text: Verwaltungsbericht der Stadt Neukölln Issue 1914/1918

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privater Bauwerke, die während der Kriegszeit fertiggestellt oder in Angriff genommen 
worden waren. Da gerade Neukölln eine große Anzahl hervorragender Kriegsbauten 
aufzuweisen hat, so ließ das Presseam t künstlerisch ausgeführte photographische Auf­
nahm en von Neuköllner Kriegsbauten herstellen und beteiligte sich an dem Unternehmen. 
Die Ausstellung „Deutsches Bauwesen im Kriege“ wurde am 28. Jan u a r 1917 in Berlin 
in den Räumen der Akademie der Künste, Pariser Platz 4, in Anwesenheit von Ver­
tretern des M agistrats eröffnet. W egen der Raum beschränkung konnte nur ein Teil 
der von der Stadt Neukölln zur Verfügung gestellten Bilder für die eigentliche Aus­
stellung Verwendung finden. Gezeigt wurde das Sparkassengebäude, der Körnerpark, 
die Provinzialhebammenlehranstalt, die staatliche Baugewerkschule, die Mädchenschule 
am Mariendorfer Weg, die staatliche Taubstum m enlehranstalt und aus dem Industrie­
viertel die Norddeutschen Kabelwerke. Sämtliche Aufnahmen waren durch Angaben 
über Bauzeit, Baukosten, Namen der Architekten usw. näher erläutert, sodaß dem 
Besucher der Ausstellung ein anschauliches Bild von der wirtschaftlichen Kraft der 
deutschen Städte auf dem Gebiete des Bauwesens im Kriege gegeben wurde.
W eiterhin trat das Presseam t mit der Landwirtschaftskam m er der Provinz 
B randenburg in Verhandlungen w egen Veranstaltung einer Ausstellung märkischen 
Edelobstes in Verbindung mit einem Obstm arkt in Neukölln. Das Ergebnis war, daß 
im Herbst des Jahres 1916 in der Turnhalle der Realschule Boddinstraße zwei solcher 
Obstmärkte seitens der Landwirtschaftskammer veranstaltet wurden. Der Neuköllner 
Bürgerschaft wurde dadurch die Möglichkeit geboten, märkisches Edelobst zu billigen 
Preisen direkt vom Züchter zu kauten. Die Märkte erfreuten sich eines gewaltigen, 
über alle Erw artungen hinausgehenden Zuspruchs.
Um der Groß-Berliner Presse G elegenheit zu bieten, sich von dem Kriegswirken 
der städtischen Verwaltung aus eigener Anschauung Kenntnis und U eberzeugung zu 
verschaffen, wurde am 7. Juli 1916 vom Presseam t im Beisein von M agistratsvertretern 
eine m ehrstündige Besichtigungsfahrt durch die Stadt veranstaltet, die auf der der 
Stadt gehörigen Abteiinsel ihren Abschluß fand.
4. M a t e r i a l i e n v e r w a l t u n g  u n d  F o r m u l a r v e r w a l t u n g .
D ie  M a te r ia l ie n  V e r w a l t u n g  hat die Aufgabe, für die sämtlichen städtischen 
Verwaltungen, Büros, Betriebe und Anstalten die erforderlichen Inventarien, Schreib­
materialien, Lehrmittel, Bücher, W äsche, Dienst-, Arbeits- und Schutzkleidung sowie 
alle anderen M aterialien und Waren, soweit deren Besorgung nicht den Anstalten 
selbst vorbehalten ist, zu beschaffen.
Der Schriftverkehr umfaßte in den Jahren 1914 bis 1918: 8 142, 8032, 8 756, 
8662 und 9 224 Eingänge. Die Gesamtzahl der zur Zahlung angewiesenen und 
w eitergegebenen Rechnungen belief sich auf 4 540, 4 220, 4 930, 4 780 und 5 190. Der 
Gesamtwert der Bestellungen betrug 590 220, 564 350, 654810, 728650 und 821 340 M.
An den im Jahre 1914 zum letzten Male abgeschlossenen Verträgen waren 72 
hiesige und 58 ausw ärtige Firm en beteiligt. Das W arenpreisverzeichnis umfaßte ins­
gesamt 2 240 Positionen. In den Jahren 1915— 1918 war es der dauernd schwankenden 
Preise wegen nicht m ehr möglich, Verträge mit feststehenden Preisen für die Dauer 
eines Jahres abzuschließen. Die Aufträge m ußten freihändig oder mittels Aus­
schreibungen unter Bevorzugung ortsansässiger Firm en vergeben werden.
Die Aufsicht über die M aterialienverwaltung wird von einem Ausschuß ausgeübt, 
welcher sich aus 4 M agistratsmitgliedern und 6 Stadtverordneten zusammensetzt. 
Diesem Ausschuß w erden von der M aterialienverwaltung die eingeholten Offerten 
nebst M uster bei größeren Aufträgen sowie sämtliche mit den Lieferanten abzuschließende 
Verträge zur eingehenden Prüfung und endgültigen Entscheidung vorgelegt.
Die Leitung der M aterialienverwaltung ist einem Stadtsekretär als Bürovorsteher, 
dem ein kaufmännisch geschulter M aterialienverwalter zur Seite steht, übertragen.
        
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