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Periodical volume

Full text: Verwaltungsbericht der Stadt Neukölln Issue 1914/1918

—  101 —
Reichswohnungszählung am 15. Mai desselben Jahres), darunter 107 (386) W ohnungen 
ohne Gewerberäum e und 361 (209) mit solchen. Es muß dahingestellt bleiben, in­
wieweit diese Verschiebung in den Ergebnissen aut tatsächlichen Veränderungen der 
Art des Leerwohnungsvorrats oder auf unrichtigen Angaben beruht. Namentlich bei der 
Reichswohnungszählung war bei der Kürze der für die Ablieferung der Zählpapiere 
an das Statistische Landesamt gestellten Fristen eine Nachprüfung der Eintragungen 
nur in beschränktem Umfang möglich. Die Verteilung der leerstehenden W ohnungen 
auf die einzelnen Stadtteile ist aus der hier beigefügten Uebersicht ersichtlich.
An leerstehenden Betriebsstätten wurden im Oktober 1918 ermittelt 262 Läden, 
3 Kontore, 15 Gastwirtschaften, 50 W erkstätten und Fabriken und 86 sonstige Be­
triebsstätten, insgesamt 416. Von diesen bestanden 399 aus einem Raum, 12 aus 
zwei Räumen, 4 aus drei und 1 aus vier Räumen.
f) D ie  E r h e b u n g  ü b e r  d ie  v o rh a n d e n e n  u n d  d ie  e tw a  n e u  zu  b e s c h a f fe n d e n  
D a c h -  u n d  K e lle rw o h n u n g e n  v o m  15 O k to b e r  1918.
Diese Erhebung entsprach einem Punkte des von dem Direktor des Statistischen 
Amtes in der eingangs erwähnten Denkschrift aufgestellten Programms zur „Bekämpfung 
der W ohnungsnot“ in unserer Stadt. Nachdem durch Verordnung des Regierungs­
präsidenten der Einbau von neuen Dach- und Kellerwohnungen unter bestimmten 
V oraussetzungen zugelassen worden war und die städtischen Körperschaften beschlossen 
hatten, den Hausbesitzern auf Antrag und nach Lage des Falls Beihilfen zu den 
Kosten der Instandsetzung und des Ausbaus zu. gewähren, gegebenenfalls auch die 
A usführung durch die Stadt bewirken zu lassen, handelte es sich zunächst darum 
festzustellen, wieviele Dach- und Kellerwohnungen bereits vorhanden und wieviele etwa 
durch Einbau neu beschafft werden könnten. Die Fragen hatten folgenden W ortlaut:
1. Sind auf dem  G rundstück bew ohnte (verm iete te) Dach- oder K ellerw ohnungen vorhanden? (ja oder nein) . W enn ja,
w ieviele D achw ohnungen ? ......... .. . . . ,  K ellerw ohnungen ? .........................
2. Sind auf dem  G rundstück  bew ohnbare leerstehende D ach- oder K ellerw ohnungen vorhanden ? (ja oder nein) .....................  W enn
ja , w ieviele D achw ohnungen ? ....................K ellerw ohnungen ? — ...........................
3. Sind auf dem  G rundstück  außerdem  D ach- o der K ellerw ohnungen vo rh an d en , die b isher aus polizeilichen G ründen nicht bew ohnt 
w erden d u rfte n ? (ja o der nein) ...— —-------- - W enn ja, w ieviele D ach w o h n u n g en ? ....................... , K ellerw ohnungen? — ............. -.......
4. W ürde sich auf dem  G rundstück  der Einbau w eiterer Dach- oder K ellerw ohnungen erm öglichen  lassen ? (ja oder n e i n )   ...... .
W enn ja, Zahl d e r etw a e inzubauenden D achw ohnungen?    K ellerw ohnungen? ..... ............
5. W ird beabsich tig t, für den  Einbau von D ach- oder K ellerw ohnungen selbst Sorge zu tra g en ?  (ja oder nein) ................ ........
6. O der soll die S tadt die A usführung ü b ern eh m en ?  (ja o der nein) ..— ------------
7. W ird für d iejenigen B aukosten , die durch  die eingehenden  M ieterlrägn isse n ich t g edeck t w erden, K ostenzuschuß b ea n trag t?  
(ja o der nein) —— ------------
8. B esondere B em erkungen :      —             — .         —
Insgesam t gingen ' bei der Umfrage für 352 Grundstücke bejahende Antworten 
ein. Doch waren diese für 106 Grundstücke zu unbestimmt gehalten und daher für 
die Zusam m enstellung nicht verwertbar (vergl. Uebersicht 1). Die Zahl der vor­
handenen Dach- und Kellerwohnungen ist im ganzen nicht groß. Im Verhältnis zu 
der am 15. Mai 1916 festgestellten Gesamtzahl der vorhandenen W ohnungen machen 
die Dachwohnungen nur 0.38 v. H. und die Kellerwohnungen 0.29 v. H. aus. Auch fehlt 
es anscheinend an der Möglichkeit, deren durch Einbau noch eine größere Zahl zu 
beschaffen. Immerhin wurde durch die Erhebung festgestellt, daß durch Instandsetzung 
der zurzeit unbewohnbaren und durch Einbau neuer noch 98 Dach- und 61 Keller­
wohnungen, insgesamt also 159 W ohnungen mietreif gemacht werden konnten, was 
bei der herrschenden W ohnungsknappheit nicht unbeträchtlich ins Gewicht fallen 
würde. Uebrigens werden auch unter den als leerstehend, aber bewohnbar ange­
m eldeten W ohnungen noch manche sein, die vorerst einer A usbesserung bedürfen.
        
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