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Periodical volume

Full text: Verwaltungsbericht der Stadt Neukölln Issue 1914/1918

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Bald aber m ehrten  sich die Anzeichen, die auf die M öglichkeit e iner drohenden  
W ohnungsno t nach B eendigung des Krieges hindeuteten . Vor allem m ußte sich, je 
län g er der K rieg dauerte, um so m ehr der Ausfall an neuen  W ohnungen  fühlbar 
m achen, da der W ohnungsbau  allm ählich ganz ins S tocken geraten  w ar, w ie im vor­
h erg eh en d en  A bschnitt nachgew iesen  ist. Infolgedessen w urde auf V eranlassung  des 
M inisterium s des Innern im F rüh jah r 1916 in den G em einden G roß-B erlins eine all­
gem eine W ohnungsaufnahm e veranstaltet, der im Mai des Jah res  1917 eine F es t­
ste llu n g  der leerstehenden  W ohnungen  folgte. G leichzeitig  m it dieser letzteren 
L eerw ohnungsaufnahm e fand in G roß-Berlin eine E rh eb u n g  über die W ohnw eise der 
K riegerfrauen statt, die K riegsunterstü tzung  erhielten. M an w ollte versuchen, auf 
d iese W eise einen w enigstens ungefähren  Geberblick über die Zahl der K riegerfrauen 
ohne eigene  W ohnung  und den hierdurch voraussichtlich bed ingten  W ohnungsbedarf 
bei F riedenssch luß  zu gew innen. Auch im Jah re  1918 erfolgte, w iederum  am 15. Mai, 
eine W ohnungsaufnahm e, die als R eichsw ohnungszählung  auf säm tliche größere 
O rte  des D eutschen Reiches ausgedehn t w urde.
Die in den E rgebn issen  der genann ten  E rhebungen  zum  A usdruck gelangende 
zunehm ende  D ringlichkeit der W ohnungsfrage führte dann im Laufe des Ja h re s  1918 
in u n serer S tad t noch zu  versch iedenen  anderen  A rbeiten auf dem G ebiete des 
W ohnungsw esens. E ine rückschauende B etrach tung  über den Z ugang  an neuen 
W ohnungen  und das W ohnungsangebo t von 1906— 1918, die in e iner D enkschrift des 
S tatistischen  A m tes „Die B ekäm pfung der W o h n u n g sn o t“ angekündig t w orden war, 
ersch ien  un ter dem  Titel „B autätigkeit und W ohnungsm ark t in Neukölln 1906— 1917 
(z. T. auch 1918) un ter besonderer B erücksichtigung der K riegszeit“, ebenfalls vom 
S tatistischen  A m t bearbeitet. Im A nschluß an die P ersonenstandsaufnahm e vom 
15. O ktober 1918 w urde  dann  eine A ufnahm e der leerstehenden  W ohnungen  und 
G eschäftslokale veranstaltet. Auf G rund der E rgebn isse  d ieser E rhebung  erfolgte im 
darauffo lgenden  M onat N ovem ber eine U m frage über die N otw endigkeit e tw aiger 
In standsetzung  leerstehender, aber nicht benutzbarer W ohnungen sow ie über die 
M öglichkeit der U m w andlung leerstehender G ew erberäum e in W ohnungen. G leich­
zeitig  m it der L eerw ohnungszäh lung  am 15. O ktober 1918 w ar eine U m frage über die 
vorhandenen  und die etw a neu zu schaffenden Dach- und K ellerw ohnungen d u rch ­
geführt. Auf A nreg u n g  des B undes N euköllner G rundbesitzervereine schließlich w ar 
zunächst im F eb ru ar 1917 für die Zeit vom O ktober 1916 bis E nde 1916 und sodann 
im April 1918 für das J a h r  1917 eine E rh eb u n g  über die M ietverluste veranstalte t 
w orden. U eber die E rgebn isse  aller d ieser E rhebungen  soll nachstehend kurz be­
richtet w erden, ausgenom m en die zuletzt genann te  F estste llung  der M ietverluste, die 
bereits im A nhang  zum  H albjahresbericht des S tatistischen Am ts für 1917, Nr. 1 au s­
führlich behandelt w orden ist.
a) Die W ohnungsaufnahm e vom  15. Mai 1916.
N achdem  in früheren V erw altungsberichten  sow ie in der schon genann ten  S o n d er­
veröffentlichung über „B autätigkeit und W ohnungsm ark t in N eukölln“ die E rgebn isse  
der vo rhergehenden  W ohnungsaufnahm en w iederholt seh r ausführlich dargeste llt 
w orden sind, erübrig t sich h ier eine e ingehende E rläu te rung  der E rgebn isse  der 
Z äh lungen  von 1916 und 1917, da für die Zw ischenzeit eine g rund leg en d e  Ver­
än d eru n g  der V erhältnisse nicht anzunehm en ist, nam entlich auch die G esam tzahl der 
W ohnungen  seit der letzten  F riedensaufnahm e im Ja h re  1913 nur ganz  unerheblich 
zugenom m en  hat (näm lich um  n u r 305). A ußerdem  ist dam it zu rechnen , daß die 
U ngunst d e r kriegszeitlichen V erhältnisse auch die Zuverlässigkeit d ieser W ohnungs­
au fnahm en  nachteilig  beeinflußt hat. Es m ag d ah er genügen , h ier die w ichtigsten 
E rgebn isse  kurz zu berühren . Die ausführlichen U ebersichten w erden  im Statistischen 
A m t aufbew ahrt.
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