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Periodical volume XIII. Städtische Werke, Wasserversorgung

Full text: Verwaltungsbericht der Stadt Neukölln Issue 1912/1913

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Außer diesen Arbeiten, die lediglich für das Gaswerk ausgeführt wurden, 
wurden für die städtische Verwaltung untersucht:
23 Proben von Brennmaterialien,
22 Verbrennungsrückständen,
12 „ W eißbier und Grätzer Bier,
7 „ n städtischem Leitungswasser,
20 „ Brunnenwasser,
13 „ n Abwasser,
30 „ - verschiedenen M aterialien (Seife, Schm ieröl, Dieselmotoröl, Betonzusatzstoffe, Kitt, Tinte etc.)
4 „ » Milch und anderen Nahrungsm itteln.
Ferner wurden 4 Gutachten eingefordert über Beschädigungen von Stoffen
und Möbeln durch die Desinfektion und über die Entstehung von Flecken an der 
W and eines städtischen Gebäudes.
Ausgedehnte Untersuchungen und praktische Versuche wurden durchgeführt, 
um zu prüfen, ob es möglich ist, den an Fett und Stickstoff reichen Schlam m , welcher 
sich in den Klärbecken der Rieselfelder absetzt, besser zu verwerten. Es kommen 
hierfür zwei W ege in Betracht, erstens die V ergasung des Schlam m es und die Ge­
w innung des Stickstoffes als Ammoniak oder die Abscheidung des Fettes in technisch 
brauchbarer Form  und die Verwertung der stickstoffhaltigen Rückstände als D ünge­
mittel. Beide Möglichkeiten werden eingehend geprüft.
Da das Amt durch die vielseitigen Arbeiten sehr in Anspruch genom m en 
war, wurde erst nach Schaffung der Assistentenstelle durch Bekanntm achungen ver­
sucht, Privataufträge zu erhalten. Von solchen gingen 14 ein und zwar wurden 
untersucht:
1 Probe von Brunnenw asser,
2 Proben von Brennmaterialien,
2 N ahrungsm itteln,
9 „ „ technischen Materialien.
C. Elektrizitätswerk.
Am 16. Oktober 1911 w ar die Elektrizitätsversorgung Neuköllns von den 
B. E. W. in eigene städtische Regie übergegangen. Die beiden Berichtsjahre bilden 
m ithin die ersten vollen Betriebsjahre für das neue Unternehmen. Das Verlangen 
der Stadtgem einde nach neuen Geldquellen, die zur Lösung aller einem großen Ge­
meinwesen auf den Gebieten von Handel und Verkehr, von Schulwesen und Hygiene 
zufallenden Aufgaben dienen m üssen, drückte auch dem jungen Elektrizitätswerk von 
vornherein seinen Stempel auf. Nicht ruhige Entwicklung w ar die Losung. Vielmehr 
w urde die Aufgabe gestellt, durch schleunigen Ausbau des W erkes, durch umfassende 
und unermüdliche W erbearbeit zur Gewinnung neuer Klein- und Großabnehm er und 
durch Aufbau neuer Tarife die Grundbedingungen für eine m öglichst rasche Ent­
w icklung der Erträgnisse zu schaffen. Hiermit und mit Abrechnungsarbeiten m annig­
facher Art w ar die Berichtszeit ausgefüllt. Die Ergebnisse der ersten Jahre entsprechen 
den Erw artungen, die billigerweise gestellt werden konnten.
Die Aufstellung eines vierten Kessels von 410 qm Heizfläche mit einer Leistung 
von 10— 12 000 kg Dampf pro Stunde, dessen Bestellung bereits im vorhergehenden 
Berichtsjahre erfolgt war, wurde so beschleunigt, daß am 5. Juli 1912 die Bauprüfung 
und am 10. Juli 1912 die W asserdruckprobe vorgenom m en werden konnte.
Nach Einm auerung und gründlicher Austrocknung erfolgte am 12. Oktober 1912 
die behördliche Abnahme und Inbetriebsetzung des Kessels, der wie die drei bereits 
vorhandenen Kessel ein bew ährtes Fabrikat der F irm a Deutsche Babcock- und Wilcox- 
Dampfkesselwerke A.-G., O berhausen ist.
        
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