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Periodical volume XIII. Städtische Werke, Wasserversorgung

Full text: Verwaltungsbericht der Stadt Neukölln Issue 1912/1913

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R o h r n e t z .  Die Steigerung des Verbrauchs, die fortschreitende Bebauung 
und der der Ansiedlung vorangehende Straßenneubau erforderten eine Erw eiterung des 
Rohrnetzes an Zuleitungen, V ersorgungsleitungen und Stam m leitungen in Länge und 
Querschnitt. Die Anzahl der Zuleitungen zu Gebäuden betrug am Ende des Betriebs­
jahres 1912: 3298, 1913: 3369. wobei zu bemerken ist, daß in g roßer Zahl Ver­
stärkungen der vorhandenen Leitungen von 40 mm 0 auf 50 mm 0 und darüber 
stattfanden.
Die Tabelle 2 gibt eine Uebersicht über die geschilderte Rohrnetzerw eiterung.
Die Gesam tlänge des Gasrohrnetzes gestaltete sich fo lgenderm aßen:
Bestand am Anfang der Berichtszeit 1. April 1912 . . 180 014.74
Zugang im Etatsjahr 1 9 1 2 .........................................................   +  5 132.84
Bestand am 1. April 1913 ........................................................  185 147.58
Zugang im Etatsjahr 1913 ............................................................ +  4 223.93
Bestand am Ende der Berichtszeit 31. März 1914 . . 189 371.51
O e f f e n t l i c h e  S t r a ß e n b e l e u c h t u n g .  Mit der fortschreitenden
Bebauung der Stadt wurde auch eine Ausbreitung und V erbesserung der öffentlichen 
Beleuchtung erforderlich. Der Zugang betrug im Jahre 1912: 110 und im Jahre 
1913: 123 Laternen. Die im Jahre 1911 für 600 Laternen eingerichtete Fernzündan­
lage hat sich bestens bew ährt und w urde daher im Laufe der beiden Berichtsjahre 
auf fast sämtliche Laternen ausgedehnt. Ausgeschlossen blieben nur die Straßen, 
für welche elektrische Beleuchtung vorgesehen ist. Die Zahl der mit Fernzünd­
apparaten ausgestatteten Laternen betrug am 1. April 1914: 2 359 Stück. Durch 
diese E inrichtung ist gegen früher eine erhebliche Ersparnis an Löhnen für die 
Laternenbedienung eingetreten. Die Ausgabe an Löhnen betrug 1910 rd. 50 900 M., 
im Jahre 1913 nur 35 700 M.
Die in einigen Straßen mit Starklichtbeleuchtung angestellten Versuche haben 
zu dem Ergebnis geführt, daß die Kaiser - Friedrich - Straße Gasstarklichtbeleuchtung 
und die Berliner, Berg, W alter und H erm annstraße elektrische Starklichtbeleuchtung 
erhalten sollen. In der Kaiser-Friedrich-Straße ist die neue Beleuchtung bereits seit 
Dezember 1913 durchgeführt. Aufgestellt w urden in vier Reihen mit wechselseitigem 
Abstand von ca. 25 m 265 Stück 3 flammige lOOOkerzige Niederdruckstarklichtlampen.
Für die elektrische Starklichtbeleuchtung in den oben genannten Straßen sind 
2500 kerzige M etallfadenlampen (Halbwattlampen) gewählt. Die Beleuchtungsanlage 
soll bis zum Herbst 1914 fertiggestellt sein.
B. Chemisches Untersuchungsamt.
Durch Beschluß des M agistrats vom 6. März 1912 wurde das bisherige 
städtische Laboratorium  in eine selbständige Anstalt mit der Bezeichnung „Chemisches 
U ntersuchungsam t der Stadt Neukölln“ um gewandelt und die im Entwurf vorliegende 
D ienstanweisung genehm igt. Nach dieser werden für die ausgeführten Arbeiten 
gem äß einem gleichfalls vom M agistrat genehm igten Tarif Gebühren erhoben; das 
x Ä m t hat seinen eigenen Etat, während bisher die sämtlichen Unkosten aus Mitteln 
des Gaswerks bestritten wurden.
x J )a s  Arbeitsgebiet ist im wesentlichen dasselbe geblieben wie früher, in erster 
Linie wird durch das Amt die chemische Betriebskontrolle des Gaswerks ausgeübt, 
ferner werden alle betriebstechnischen Fragen bearbeitet, soweit es sich um chemische 
Angelegenheiten handelt. Dann werden für alle Zweige der städtischen Verwaltung
        
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