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Periodical volume XI. Verkehrswesen, Märkte, Preise

Full text: Verwaltungsbericht der Stadt Neukölln Issue 1912/1913

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Neu eingerichtet wurden die Straßenbahnlinien C und 10, erstere im Dezember 1912, 
letztere im Oktober 1913. Die Linie C, die vom Ringbahnhof über das Hallesche 
Tor nach Halensee führt, stellt eine neue Verbindung nach dem Westen dar, während 
die Linie 10 einerseits einen Teil des Stadtgebiets mit dem Görlitzer Bahnhof und 
dem Norden Berlins (bis Weißensee) verbindet und andererseits mit dem Westen und 
Charlottenburg. Verlängert wurden die Linien 28 und 47, wodurch eine Verbindung 
mit Buckow bezw. Rudow hergestellt wurde. Durch die Linie 47 insbesondere wurde 
das städtische Krankenhaus in Buckow an das Straßenbahnnetz angeschlossen. Durch 
die Weiterführung der Berliner Städtischen Straßenbahn über den Görlitzer Bahnhof 
hinaus durch einen Teil von Neukölln (die Friedei- und Weserstraße) wurde auf der 
einen Seite eine neue Verkehrsmöglichkeit nach dem Stadtinnern und andererseits 
nach der Ost- und Nordperipherie Berlins geschaffen.
Nach Aufhebung des städtischen Omnibusbetriebes im März 1913 wurden 
3 neue Omnibuslinien der A. B. O. A. G. nach Neukölln durchgeführt, und zwar die 
Pferdeomnibuslinie 26 sowie die Autoomnibuslinien 4 und 11. Die Linie 26, die vom 
Halleschen Tor kommend am Hermannplatz endigt, bildet durch ihre Verlängerung 
bis zum Ringbahnhof einen Ersatz für die städtische Omnibuslinie. Die Autoomnibus­
linie 4, die bis dahin am Kaiser-Friedrich-Platz auslief, brachte durch ihre Verlän­
gerung bis zum Ringbahnhof ebenfalls eine weitere Verkehrsverbindung zum Halle­
schen Tor und darüber hinaus zum Stettiner Bahnhof und nach Pankow, während 
die Linie 11 durch ihre Weiterführung über den Hermannplatz durch die Kaiser- 
Friedrich-Straße bis zur Anzengruberstraße für einen Teil der Stadt die Verbindungen 
nach dem Lehrter Bahnhof und nach Moabit ergänzte. Eine weitere Pferdeomnibus­
linie, die Linie 20, stellte eine neue Verbindung vom Hermannplatz durch das Zentrum 
Berlins zum Stettiner Bahnhof her. Die Eröffnung des Stadt- und Ringbahnhofs 
Kaiser-Friedrich-Straße fand am 1. Oktober 1912 statt. Ferner wurde in der Berichts­
zeit der Bahnhof Köllnische Heide gebaut.
Die Zahl der Haltestellen für Droschken ist während der Berichtszeit nicht 
geändert worden; es bestehen 6 Haltestellen für Droschken mit Fahrpreisanzeiger 
und 7 Haltestellen für Kraftdroschken.
Nicht in letzter Linie war das Bestreben der Verkehrsdeputation auf die Be­
teiligung Neuköllns an den Schnellbahnunternehmungen gerichtet, um auch für unsere 
Stadt das so wichtige Verkehrsmittel zu erhalten. Das Projekt der A . E. G. ist der 
Verwirklichung nahe gerückt, nachdem die aufsichtsbehördliche Genehmigung erteilt 
worden ist und die Verhandlungen über die Ausgestaltung des Untergrundbahnhofes 
.Hermannplatz“ einen befriedigenden Abschluß gefunden haben. Der Betrieb der 
Bahn soll nach der Konzessionsurkunde 1918 eröffnet werden.
Auch die Verhandlungen mit der Stadt Berlin über die Fortführung der 
Nordsüdbahn sind dem Abschlüsse nahe; allerdings wird nicht die nähere Verbindung 
durch die Blücherstraße, sondern der Weg durch die Belle-Alliance- und Gneisenau- 
straße gewählt werden Es steht zu erwarten, daß, nachdem die bestehenden Diffe­
renzen in mehrfachen langwierigen kommissarischen Verhandlungen zwischen den 
beiderseitigen Vertretern aus der Welt geschafft worden sind und die beiden Ver­
kehrsdeputationen nunmehr der Fassung des Vertrages zugestimmt haben, dieses 
schwierige Werk — was die Fassung des Vertrages anlangt — bald zum Abschluß 
kommt.
Ueber die Entwicklung der Leistungen der Verkehrsanstalten — Post, Eisen­
bahn und Schiffahrt — bieten die Uebersichten 1 bis 6 einige Angaben. Die Zahl 
der Abfertigungsstellen für den Postverkehr hat sich seit 1910 nicht geändert (vergl. 
Uebersicht 1), dagegen hat die Zahl der beförderten Postsendungen beträchtlich zuge­
nommen. Eine Ausnahme findet sich nur bei den eingezahlten Postanweisungen, 
die sich aber ohne weiteres durch die Erhöhung des Postscheckverkehrs erklärt.
        
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