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Periodical volume X. Soziale Fürsorge, Wohlfahrtspflege

Full text: Verwaltungsbericht der Stadt Neukölln Issue 1912/1913

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Die Anstalt gibt die Hypotheken unkündbar, ist jedoch berechtigt, von den 
Eigentümern diejenigen Unkosten einzuziehen, die ihr durch Belassung oder Beschaffung 
des Betriebskapitals während der Dauer des Darlehnsvertrages entstehen. Der Eigen­
tümer kann den Darlehnsvertrag durch halbjährliche, zum 1. Januar oder 1. Juli aus­
zusprechende Kündigung lösen.
Die Hypotheken sind nach den Vorschriften der Aufsichtsbehörde mit 1 °/o  
jährlich zu tilgen. Dieser Satz erhöht sich bis zur Umwandlung der ersten Hypothek 
in eine unkündbare Amortisationshypothek um 1U%  und bezgl. des 60%  des Tax­
wertes übersteigenden Teiles der ersten Hypothek um 1/a% .
ln sonstiger Beziehung sind die Vorschriften denen des Ortsstatuts der städtischen 
Anstalt für erste Hypotheken nachgebildet worden.
Seit dem 1. Juli 1913, dem Tage der Eröffnung des Betriebes bis zum Schluß 
des Kalenderjahres 1913 sind 112 Anträge auf zweitstellige Beleihung von Grundstücken 
gestellt worden. Hiervon sind 32 Anträge abgelehnt und 80 Anträge prinzipiell ge­
nehmigt worden. Im genannten Zeitraum sind 25 Hypotheken mit 625 000 M. zur 
Auszahlung gekommen. Weitere 49 Hypotheken sind bereits mit 1 344 500 M. fest 
zugesagt und werden im Laufe des Rechnungsjahres 1914 ausgezahlt werden.
Von den bewilligten zweitstelligen Hypotheken standen im Betrage von
bis mehr als mehr als mehr als mehr als 10000 M. bis 20 000 M. bis 30 000 M. bis 40 000 M. bis mehr als
io  ooo M. 20 000 M. 30 000 M. 40 000 M. 50 000 M. 50 000 M.
einschließl. einschließl. einschließl. einschließl. einschließl.
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Insgesamt waren also am Schlüsse des Rechnungsjahres 1913 ausgeliehen zur 
ersten Stelle 7 272 150 M. in 61 Hypotheken und zur zweiten Stelle 2 211 500 M. in 
85 Hypotheken. Eine ganze Reihe weiterer Anträge werden zurzeit noch bearbeitet.
Um auch in Zukunft den Anträgen unserer Hausbesitzer in größerem Umfange 
entsprechen zu können, soll auch der weitere Ausbau der städtischen Hypotheken­
anstalten betrieben werden.
K. Städtisches Leihamt.
Das Anwachsen der Zahl der privaten Pfandleiher in unserer Stadt und die 
damit verbundene übermäßige Ausnützung der ärmeren Bevölkerung hat den städtischen 
Körperschaften im Jahre 1909 Veranlassung gegeben, den Beschluß zur Errichtung 
eines eigenen städtischen Leihamts zu fassen. Die daraufhin aufgestellte Ordnung 
hat die Genehmigung des Regierungspräsidenten zu Potsdam unterm 16. Dezember 1909 
gefunden. Das Leihamt ist dazu bestimmt, Pfänder, und zwar Schmucksachen, Edel­
steine, Gold, Silber, Kupfer, Zinn, Messing, Kleidungsgegenstände, Betten sowie alle 
sonstigen beweglichen Gegenstände gegen Gewährung eines Darlehns anzunehmen, 
dessen Höhe durch die Taxe eines vereidigten Schätzers festgelegt wird. Die Zinsen 
dieser Darlehen betragen bei Beiträgen bis zu 30 M.: 1% Pf. für jeden Monat und 
jede Mark und für jede weitere Mark: 1 Pf. für jeden Monat. Da von den privaten 
Pfandleihern an Zinsen 2 Pf. für den Monat erhoben werden, so schafft die Einrichtung 
der minderbemittelten und bisweilen in Not befindlichen Bevölkerung einen billigeren 
Kredit, als es bisher der Fall war.
        
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