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Periodical volume X. Soziale Fürsorge, Wohlfahrtspflege

Full text: Verwaltungsbericht der Stadt Neukölln Issue 1912/1913

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Von diesen Hypotheken standen im Betrage von
im
bis m ehr als mehr als m ehr als m ehr als Rechnungs­ m ehr als 
10 000 M. 10 000 M. bis 20000 M. bis 30 000 M. bis 40000 M. bis 
jahr 20 000 M. 30 000 M. 40 000 M. 50 000 M. 
50 000 M. 
einschließl. einschließl. einschließl. einschließl. einschließl. einschließl.
1911 4 2 2
1912 7 13 9 5 3 2
1913 2 3 3 — — 5
Zusammen 13 18 14 5 3 7
3. Anstalt fü r zweite Hypotheken.
N achdem  die bei den städtischen Sam m elfonds für die zw eitstellige B eleihung 
N euköllner G rundstücke zur V erfügung  stehenden Mittel vollständig  erschöpft w aren, 
die V erhältn isse  auf dem  H ypothekenm arkt sich aber keinesw egs besserten, sondern  sich 
im  G egenteil infolge der ungünstigen  G eldkonjunktur im m er m ehr verschlechterten, 
sodaß  zw eite H ypotheken ü b erhaup t nicht oder n u r un ter g roßen Opfern an Zinsen 
und P rovisionen  zu erhalten  w aren, durfte die S tad tgem einde N eukölln auf dem be- 
schrittenen  W ege nicht stehen bleiben. Da die A usleihung zw eiter H ypotheken aus 
M itteln der städtischen Sam m elfonds un g ü n stig e  Resultate nicht gezeitig t hatte, w urde 
die B eschaffung w eiterer Mittel im W ege der A ufnahm e von Anleihen ins Auge gefaßt.
D er M inisterial-E rlaß  vom  9. F eb ru ar 1912, in w elchem  darauf h ingew iesen 
w urde, daß den G em einden die A ufnahm e von A nleihem itteln im Interesse einer 
zufriedenstellenden R egelung  des R ealk red its gesta tte t w erden  w ürde, kam  den Be­
strebungen  u n serer S tad t en tgegen .
N ach längeren  V erhandlungen  mit der A ufsichtsbehörde w urde ein O rtssta tu t 
ausgearbeitet, das un term  17. Jun i 1913 die G enehm igung  des B ezirksausschusses zu 
P otsdam  fand. Am gleichen T age  w urde auch die zum Betriebe der A nstalt für zweite 
H ypotheken  bestim m te A nleihe von 5 M illionen M. genehm igt.
Im ersten  E ntw urf des O rtssta tu ts  w ar die G ründung  einer G aran tiegenossen­
schaft der h iesigen  G rundbesitzer vorgesehen , welche im Falle der Z w angsverste igerung  
e ines von der städ tischen  A nstalt beliehenen G rundstücks d er S tad tgem einde g eg en ­
über die A usb ietungsgaran tie  übernehm en sollte. Da dieser G enossenschaft mit Rück­
sicht auf die von ih r zu übernehm ende A usbietungsverpflichtung ein erhebliches M it­
b estim m ungsrech t bei der B eleihung von G rundstücken  hätte  e ingeräum t w erden 
m üssen , da ferner die A ufsichtsbehörde eine d erartige  S icherheit g a rn ich t verlang te  
und schließlich für die S tad tgem einde bei der vorsichtigen Ausw ahl der B eleihungs­
objekte und der niedrigen B eleihungsgrenze ein nennensw ertes Risiko garn ich t vorhanden 
ist, w urde  von der G rün d u n g  der G enossenschaft A bstand genom m en.
A us dem  O rtssta tu t ist besonders folgendes hervorzuheben:
Die V erw altung  der A nstalt für zweite H ypotheken wird von derselben D epu­
tation geführt, w elche für die V erw altung der städtischen A nstalt für erste H ypotheken 
zuständ ig  ist.
Die A nstalt beleiht nur bebaute, im Stadtbezirk  N eukölln belegene G rundstücke, 
deren  E igen tüm er in N eukölln w ohnen und nachw eisen können, daß sie m indestens 
1 J a h r  E igen tüm er des G rundstücks sind. Diese B estim m ung ist getroffen w orden, 
um  zu verh indern , daß auch die G rundstücksspekulan ten  der Vorteile der städtischen 
A nstalt teilhaftig  w erden.
Die zweite H ypothek m uß innerhalb  7 5 %  des am tlichen T axw ertes liegen. 
In A usnahm efällen, z. B. w enn es sich um ein G rundstück  handelt, das in g u te r Ver­
keh rsgegend  liegt oder ausgezeichnet beschaffen ist, kann die B eleihungsgrenze auf 
8 0 %  ausg ed eh n t w erden.
Die T axen  w erden nach M aßgabe der vom  H errn  R egierungspräsidenten  
un term  15. D ezem ber 1913 genehm igten  S chä tzungso rdnung  aufgestellt und zw ar von 
je zwei gerichtlich vereid igten  S achverständ igen .
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