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Periodical volume VIII. Armen- und Waisenpflege

Full text: Verwaltungsbericht der Stadt Neukölln Issue 1912/1913

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das Krankenhaus aufsuchen. Von Nutzen bei der Erziehung und Beschäftigung der 
Kinder war es, daß zeitweilig eine Schülerin des Fröbel-Seminars in Kassel zur 
praktischen Ausbildung ins Waisenhaus aufgenommen wurde. Aus der Küche des 
Waisenhauses wurden die Schwester sowie das Personal der Kinderkrippe mitbeköstigt. 
Später erhielt auch die vom Freiwilligen Erziehungsbeirat im Kindergarten angestellte 
Schwester dort ihre Verpflegung.
3. Obdach.
Die Belegung des Obdachs ergibt sich aus folgenden Zahlen: 
Belegung des Obdachs in den Rechnungsjahren 1912 und 1913:
Zahl der Insassen am Anfang des Monats
i
April Mai Juni Juli Au­ Sep- : Ok- No- De- Ja­ Fe­gust tember tober vemb. zemb. nuar bruar März
1912
Männer . . . 2 6 6 3 4 2 3 4 4 2 3 4
Frauen . . . 6 5 6 4 7 7 3 5 3 3 4 5
Kinder . . . 16 11 12 11 15 14 5 10 6 4 10 17
zusammen 24 22 24 18 26 23 11 19 13 o 17 26
1913
Männer . . . 3 5 4 4 4 6 7 8 9 8 6 9
Frauen . . . 5 7 6 7 5 8 6 3 8 8 7 7
Kinder . . . 17 17 22 28 22 23 18 10 29 25 25 26
zusammen 25 29 32 39 31 37 31 21 46 41 42
Wie bereits im Abschnitt über das Armen- und Siechenhaus mitgeteilt ist, 
wurde die im Obdach eingerichtete Ortsarmenstation wieder nach dem Siechenhause 
zurückverlegt.
E. W alsenpflege.
( F ü r s o r g e  f ü r  d i e  i n  F a m i l i e n p f l e g e  g e g e b e n e n  W a i s e n k i n d e r . )
Die der Familienpflege überwiesenen Waisenkinder wurden in üblicher Weise 
teils in Neukölln (Stadtpflege), teils in den Waisenkolonien bei Qransee und bei Storkow 
(Landpflege) untergebracht. Die Beaufsichtigung der in Neukölln untergebrachten 
Kinder erfolgte wie bisher durch die Berufswaisenpflegerin, während die in Landpflege 
befindlichen Kinder von den daselbst bestellten Waisenpflegern überwacht wurden. 
Die ärztliche Beaufsichtigung der Kinder lag nach wie vor in Neukölln in den Händen 
der Armenärzte und auf dem Lande in den Händen der hierfür bestellten Waisenärzte. 
Das Honorar der letzteren, das bisher 4 M. pro Kind und Jahr betrug, erschien in­
folge der in den letzten Jahren eingetretenen Verteuerung der Lebensverhältnisse nicht 
mehr ausreichend, sodaß eine Erhöhung des Satzes auf 6 Mark vorgenommen werden 
mußte, die am 1. April 1914 in Kraft treten sollte. Außerdem sollte bei mehr als
00
CC
        
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