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Periodical volume VII. Bauwesen

Full text: Verwaltungsbericht der Stadt Neukölln Issue 1912/1913

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stelle eingehend detailliert und in der Ausführung überwacht; dieser Bebauungsplan 
und seine Ausarbeitung können als Beispiel dargestellt werden, wie ein städtisches 
Gelände zweckmäßig aufgeschlossen werden soll.
4. F l u c h t l i n i e n p l a n  S t r a ß e  213b. Es handelt sich hier um 
Verlegung einer Straße, die schiefwinklig zu den angrenzenden Grundstücken verlief 
und dadurch eine schlechte und unschöne Bebauung hervorgerufen hätte.
Die Straße war ursprünglich so festgelegt worden, um die beträchtliche Steigung 
zu überwinden; da sich aber im Laufe der Zeit kein Bedürfnis für einen durchgehenden 
Wagenverkehr herausgestellt hatte, so wurden keine Bedenken getragen, die Straße 
so zu verlegen, wie sie die Flucht der Eigentumsgrenzen erfordert. Der Höhen­
unterschied wurde durch Einschaltung einer Treppenanlage überwunden. Dadurch 
entstand ganz von selbst eine stille Wohnstraße, in der eine Verschmälerung des 
Fahrdamms bis auf 5.5 m und die Anlage eines erhöht liegenden öffentlichen Grün­
streifens von 12.0 m Breite möglich wurde, ohne daß die Ausnutzung der angrenzenden 
Grundstücke darunter zu leiden hatte
5. F l u c h t l i n i e n p l a n  V e r l ä n g e r u n g  d e r  K a i s e r - F r i e d r i c h -  
S t r a ß e .  Dieser Teil der KaiserFriedrich-Straße stellt das Verbindungsstück zwischen 
der Abt. V und dem Stadtteil innerhalb der Ringbahn dar.
‘ 6. F l u c h t l i n i e n p l a n  z w  i s c h e n  Be r g - ,  Rosen- ,  R i c h a r d s t r a ß e  
u n d  H o h e n z o l l e r n p l a t z .  Die aufgestellten Fluchtlinien teilen den durch obige 
Straßen gebildeten großen Baublock auf, um eine gesunde Bebauung herbeizuführen.
Im Innern des Blocks konnten einige kleine Spielplätze angelegt werden.
7. P l a n  z u r  F e s t s e t z u n g  n e u e r  F l u c h t l i n i e n  innerhalb des 
Baublocks zwischen Weigandufer, Treptower-, Weser- und Brockenstraße. Das in 
Betracht kommende Gelände ist im Besitz einer Bank und soll zusammenhängend 
von einem Privatarchitekten bebaut werden. Die Grundrißbearbeitung und Parzellierung 
des Geländes hat nun gezeigt, daß die Bebauung freundlicher und luftiger werde, 
wenn das Gelände durch weitere schmale Zugangsstraßen aufgeteilt wird. Dies ist 
aber nur möglich, wenn die bereits projektierten Straßen ebenfalls in Fahrdamm und 
Bürgersteig verschmälert und der übrigbleibende Grünstreifen, der nach der Bauordnung 
ein öffentlicher sein müßte, mit zu der bebaubaren Fläche gerechnet werden darf 
Das Gesamtgelände erfährt also dadurch keineswegs eine stärkere Ausnutzung, sondern 
diese Ausnahmebewilligung von der Bauordnung schafft nur einen Ausgleich für die 
Vermehrung der Straßen.
Die polizeiliche Bestimmung, wonach für die Gebäudehöhe nicht der Abstand 
der Baufluchtlinie, sondern der der Straßenfluchtlinien maßgebend ist, beruht auf der 
Voraussetzung gleichwertiger Straßen im ganzen Stadtgebiet und einer tiefen 
ungünstigen Blockaufteilung. Sollten schmale Baublöcke, in denen nur Vorderhaus­
bebauung zulässig ist. geschaffen werden, so muß man sowohl von der bisherigen 
Straßeneinteilung als von obiger Baupolizeibestimmung abgeben, wenn die Straßen­
kosten nicht ins Unerschwingliche wachsen sollen.
Der Fluchtlinienplan hat bei dem hiesigen Polizeipräsidium dankenswerte 
Unterstützung gefunden. Es ist zu hoffen, daß auch die übrigen Instanzen der allen 
Teilen gerecht werdenden Neuerung zustimmen werden.
8 B e b a u u n g s p l a n  n o r d ö s t l i c h e r  S t a d t t e i l .  Durch diesen 
Plan werden die dortigen großen Baublöcke weiter untergeteilt und in Verbindung 
damit einige Platzanlagen geschaffen.
9. F l u c h t l i n i e n p l a n  d e r  S t r a ß e n  165b u n d  c. Auf beiden Seiten 
der Baugewerkschule wurden neue Straßen festgesetzt. Sie bilden den Anfang zu 
Straßenzügen, die späterhin durch das dahinter liegende Friedhofsgelände geführt werden.
10. Außerdem wurden einige Fluchtlinienpläne zum Zwecke der Straßenver­
breiterung ausgearbeitet und zwar für die Kirchgasse, das Wiesenufer und die Bergstraße.
Weitere Fluchtlinien- und Bebauungspläne sind in Vorbereitung.
        
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