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Periodical volume VI. Verwaltung der Gemeindeliegenschaften

Full text: Verwaltungsbericht der Stadt Neukölln Issue 1912/1913

N eben dieser größeren  N euerw erbung für W ohnzw ecke entstand ein w eiteres/ 
A rbeitsfeld durch die Schaffung eines Industrieviertels. Als sich bei F o rtfü h ru n g  des 
N euköllner Schiffahrtskanals die M öglichkeit und Zw eckm äßigkeit einer H afenanlage 
e rgab , w urde  h ierfür das G elände zw ischen Grenz-Allee und Köllnische Allee südlich 
der R ingbahn  a ls  besonders geeignet befunden. Der projektierte U nterhafen ließ sich 
g rö ß ten te ils  in das u rsp rüng lich  projektierte K analbett einfügen, dagegen  m achte der 
O berhafen , der a ls  seitliche K analausbuch tung  projektiert war, den N euerw erb von 
G rundstücken  erforderlich. In e rs te r  Linie kam  hierfür in F rage  das G elände der zu 
dem  M ier’schen E isw erk gehörigen  Eisteiche. V erhandlungen  m it den E igentüm ern 
führten  zu dem Erw erb des gesam ten  M ier’schen E isw erkgrundstücks und zu r Ueber­
n ahm e des E isw erks als städtischen G ew erbebetrieb. Die A ufw endungen beliefen sich 
auf in sgesam t 1.3 M illionen M ark. Etw a % des G rundstücks w urde zum  A usbau des 
O berhafens, der seitlichen L adestraßen und der sonstigen  H afenanlagen  benötigt. Da 
auch die V erb indung der beiden Häfen m it der B erliner R ingbahn durch ein G ütergleis 
vorgesehen  w ar, ließ sich um  die Häfen ein Industrieviertel g ruppieren , dessen 
G rundstücke  W asser- und B ahnanschluß erhalten  konnten, und durch die V erbindung 
m it dem  Landw ehr- und dem T eltow kanal, sowie andererseits durch die günstige 
L age am  Rande der G roßstad t der G roß-B erliner Industrie einen Anreiz zur N ieder­
la ssu n g  boten. D er durch die H afenanlage nicht m ehr in A nspruch genom m ene Teil 
des M ier’schen G rundstücks w urde erw eitert durch H inzukauf der größtenteils mit 
L aubenkolonien  besetzten G rundstücke der StaberoxVschen und N iem etz’schen Erben 
zw ischen M ittelbuschw eg und G renz-A llee, der im  Eigentum  der S tädt Berlin befind­
lichen H errenw iese am  M ittelbuschw eg, des G rundstücks der W ildt’schen Erben beider­
seits des U nterhafens, sow ie der K ort’schen und S tu h lm an n ’schen G rundstücke und 
des G rundstücks der B ad ing’schen E rben an der Köllnischen Allee. Insgesam t w aren 
am  S ch lüsse  des B erich tsjahres 1913 m it den seit a lte rsher im städtischen E igentum  
befindlichen sogenann ten  O chsenw iesen an der N aum burger S traße für industrielle 
S ied lungszw ecke im H afengebiet rund  25 ha für ca. 4.5 M illionen M ark von der S tadt 
e rw orben  w orden. W ir geben uns der H offnung hin, daß dieser Aufwand bald durch 
g ü n s tig e  V erkäufe w ieder e ingebrach t w erden wird. W ie w eiter unten ausgeführt, 
sind auch bereits ein ige G rundstücke an Industriefirm en veräußert w orden.
N euerw erbungen  sind ferner zu verzeichnen in dem Gebietsteil zwischen der 
Köllnischen Allee und dem Britzer Hafen, den sogenannten Rüsterlaken. Erworben 
w urden hier die Grundstücke der J a n s a ’schen Erben, der F rau  Wesselly und das 
Püsche l’sche Grundstück, welches durch die Anlage eines Jubiläum s-Sport-  und Spiel­
platzes den Jngendfü rso rgebes trebungen  d ienstbar gem acht wurde. Der städtische Be­
sitz in diesem Stadtviertel vergrößerte  sich im Laufe der Berichtsjahre von 2.7 auf 8.4 ha.
Auch im inneren S tad tgebiet fanden zahlreiche G rundstücksankäufe statt.
Die B estrebungen  der Stadt, im westlichen Stadtteil am Tempelhofer Felde 
einen G rundstückskom plex  in die Hand zu bekommen, w aren  in früheren Jahren  daran 
gescheitert ,  daß sich die dortigen Baublöcke in der Hand von Terraingesellschaften 
befanden, die natürlich nur an dem Verkauf an Priva tbauun ternehm er interessiert waren. 
Die G esta ltung  des G ründstücksm ark tes  in den letzten Jah ren  ermöglichte es, den Maaß- 
und M ögelin’schen Grundstücksblock, umschlossen von der Oder-, Aller-, Lichtenrader- 
und Steinmetzstraße, für etwa Vs Millionen Mark zu erwerben. Es ist beabsichtigt, 
später  auf den G rundstücken  ein größeres  Schulgebäude zu errichten und die ver­
bleibenden Eck- und Frontbaustellen zum Verkauf zu stellen.
A uch der im Bericht 1910-11 ausführlich behandelten Erschließung des Innen­
w ohnvierte ls beiderseits des M ittelw eges w estlich der Bergstraße (vormals Eigentum 
der L uisenstadt-K irchengem einde) w andten w ir w iederum  unser  Interesse zu. Um dem 
G elände von der S teinm etzstraße aus einen bequem en Z u g an g  zu verschaffen, w urde 
das S traßen land  der verlängerten  W aßm annsdorfer  Straße von den Gebrüdern Opitz 
und  dem E igen tüm er M alkow käuflich erw orben. F e rn e r wurde das G ruber’sche 
G rundstück  K opfstraße 66 angekauft, das von einer der Straßen angeschnitten wurde, 
die in dem für das G elände aufgestellten B ebauungsplan vorgesehen war- - H inreichend
        
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