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Periodical volume VI. Verwaltung der Gemeindeliegenschaften

Full text: Verwaltungsbericht der Stadt Neukölln Issue 1912/1913

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Die Erweiterung der Gemeindeschule und Mädchenmittelschule auf dem Grundstück 
Donaustraße 120-127 wurde bereits in den Berichtsjahren erforderlich und der Rest 
des Grundstücks daher an die Schulverw altung abgegeben. Ebenso wurde der Schul­
verwaltung das dafür bereit gehaltene Grundstück Kopfstraße 53, auf dem das 
W ohnhaus niedergelegt wurde, mit H interland am Mittelweg, sowie ein Teil der 
Grundstücke M ariendorfer W eg 71-73 zur Erw eiterung der Gemeindeschulgebäude in 
der Kopfstraße und am M ariendorfer W eg überwiesen. Um den Schulhof der Gemeinde- 
schule am Hertzbergplatz zu vergrößern, wurde das Hinterland der G rundstücke 
W eserstraße .94-98 neu erworben und der Schulverw altung zur Verfügung gestellt. 
Auch von dem Grundstücke des städtischen Obdaches Em serstraße 132a wurde ein 
Teil zur V ergrößerung des Grundstücks der Oberrealschule, ein anderer Teil von der 
städtischen Straßenreinigungsanstalt in Anspruch genommen.
Nachdem bereits in früheren Jahren die Aufwendungen für den zum Bau des 
Schiffahrtskanals verwendeten Teil des vom St. G ertraudt-Hospital erworbenen Grund­
stücks an der Kaiser-Friedrich-Straße dem Grundstücks-Erwerbsfonds erstattet worden 
wären, wurde im Jahre 1912 das gesam te Restgrundstück . vom städtischen Gaswerk 
als Kohlenförderungs- und Kohlenlagerplatz übernomm en, Auch wurden dem G rund­
stücks-Erwerbsfonds die Aufwendungen für die ztirh Kanal bau erworbeneh Flächen 
südlich der Köllnischen Allee von der Hauptverwaltung erstattet.
Die Errichtung des zweiten Pum pw erks w urde vollendet, nachdem das seit 
jeher im Eigentum der Stadtgem einde befindliche Grundstück am Dammwege durch 
Austausch mit den N achbarn eine veränderte Gestalt erhalten hatte.
Bei den umfangreichen N e u e r w e r b u n g e n  an G rundstücken während 
der Berichtsjahre waren wir vor allem darauf bedacht, einen m aßgebenden Einfluß 
auf den G rundstücksm arkt innerhalb des Stadtbezirks zu gewinnen und die A usgestaltung 
dps Stadtgebiets in städtebaulicher Hinsicht ,dicht Privatpersonen und lediglich auf 
Gewinnerzielung bedachten Terraingesellschaften zu überlassen, sondern nach Möglichkeit 
selbst in die Hand zu nehmen.
Der seit längerer Zeit von der Stadt gehegte Plan. das jenseits der Ringbahn 
zwischen dem Dammweg und der Köllnischen Allee belegene Gelände, die sogenannte 
Köllnische Heide, als neues W ohnviertel zu erschließen, scheiterte zunächst an dem 
W iderstreben m ehrerer Eigentüm er, sich an dem Zusam m enlegungsverfahren für die 
in verm engter Lage vorhandenen Grundstücke zu beteiligen. Inzwischen hatte sich 
eine Berliner Terraingesellschaft eines großen Teiles dieses Geländes bemächtigt, um 
ihrerseits die Erschließung durchzuführen. Diese Gesellschaft erstrebte naturgem äß 
eine möglichst große Ausnutzung des Grund und Bodens im Interesse ihrer Aktionäre 
und bot uns auch sonst keine genügende Gewähr für eine gesunde Erschließung jenes 
Stadtteils Die städtischen Körperschaften beschlossen deshalb, trotz der Höhe des 
Objekts, das-G elände in städtisches Eigentum zu überführen. Die Grundstücke der 
Terraingesellschaft wurden für 5 Millionen Mark übernomm en, und durch Verträge 
mit den Eigentüm ern Winzewski, Kiesel, Aldenrath, Willi Cohn, Gebr. Cohn, Motel. 
Dr. Dietrich, Vincent. Wendt. Franz Niemetz und A. S. W anzlik für weitere 2.5 Millionen 
Mark Grundstücke in unsere Hand gebracht. Insgesam t waren am Schlüsse des 
Berichtsjahres 1913 mit den schon in früheren Jahren erworbenen Grundstücken rund 
59 ha oder 8b ° 0 des gesam ten Stadtteils in städtisches Eigentum  übergeführt mit einem 
durchschnittlichen Einkaufspreis von rund 200 M. je GR. Trotzdem der Bebauungsplan 
für das Gebiet bedeutende Freiflächen vorsieht und nur 60%  als Bauland verwertet 
werden können, glauben wir, bei diesem Einstandspreis kein großes Risiko für die 
Stadt übernomm en zu haben. Die durch den Ausbau des Bahnhofs Köllnische Heide 
geschaffene Verbindung nach dem Potsdam er Bahnhof, sowie der allen neuzeitlichen 
Grundsätzen des Städtebaues und der Hygiene Rechnung tragende Bebauungsplan 
lassen einen Zuzug der in Berlin beschäftigten Personen zweifellos erwarten. Vorläufig 
ist fast das gesam te Gelände noch mit Laubenkolonien besetzt, bis auf das vorm als 
Wendi sche Gärtnereigrundstück, auf dem der Betrieb der städtischen Gartenverwaltung 
untergebracht, w u r d e ^ . : l  . . . .     . . . . . . .  . .
        
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