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Periodical volume V. Erziehungs- und Bildungswesen

Full text: Verwaltungsbericht der Stadt Neukölln Issue 1912/1913

— I 17 —
C. Städtische gewerbliche und kaufmännische Fortbildungsschule
zu Neukölln.
Die städtische Fortbildungsschule, deren Ausbau mit 3 Jahreskursen  Oktober 
1911 beendet w ar, bestand im Berichtsjahr 1912 aus einer gewerblichen Abteilung 
mit 25 Klassen und 791 Lehrlingen, einer kaufm ännischen Abteilung mit 4 Klassen 
und  109 Lehrlingen und einer Abteilung für ungelernte Berufe mit 18 Klassen und 
517 Schülern. Da die Fortb ildungsschule  beruflich gegliedert ist, sind die Schüler in 
den für sie in F rag e  kom m enden  Berufsklassen untergebracht. Nach Möglichkeit 
enthält eine solche Klasse Schüler  e i n e s  Schulhalbjahres. W o dagegen, wie bei dem 
Baugewerbe, bei den Schneidern, den Malern, den Dekorateuren und Tapezierern und 
anderen  Berufen nur  eine ger inge  Anzahl von Lehrlingen die Schule besucht, sind 
2— 6 Schulhalbjahre  vere in ig t
Die einzelnen B erufsgruppen sind wie folgt in der Fortbildungsschule vertreten 
(die Schülerzahl ist in K lam m ern beigefügt). Metallgewerbe: 10 Klassen (328), Holz­
g ew erbe :  3 Klassen (102), B augew erbe : 2 Klassen (53), Schneider: 1 Klasse (25), 
Stoffarbeiter, Lederarbeiter, Schuhm acher, Tapezierer und Dekorateure 2 Klassen (59): 
außerdem  besuchen noch 20 Lehrlinge dieser Berufsgruppe die Lehrlingssammelklasse, 
deren Schüler  aus der 3. Klasse der Volksschule abgegangen  sind. Maler: 1 Klasse 
(26), Bäcker: 4 Klassen (110), F riseure : 1 Klasse (30), eine Klasse für gemischte 
Berufe (38).
F ü r  die Kaufleute bestanden 1912 4 Klassen mit 109 Schülern. Die ungelernten 
Arbeiter waren, wie schon erwähnt, in 18 Klassen mit 517 Schülern untergebracht. 
Im Berichtsjahr 1913 w urde  1 Klasse für M echaniker und Elektroinstallateure eingerichtet. 
W äh ren d  die Zahl der Lehrlinge des Metallgewerbes beständig wuchs, verminderte 
sich die Zahl der Lehrlinge, die im Baugew erbe  tä tig  sind, infolge der schlechten 
Lage des_ B aum arktes. Trotzdem waren im Berichtsjahr 1913 70 Schüler mehr 
eingeschult als 1912. Der Unterricht fiel in die Zeit von vorm ittags 7 bis abends 7 
Uhr V orm ittags hatten namentlich die Lehrlinge des Metallgewerbes, ferner die 
Bäcker und Friseure  Unterricht. Die kaufm ännischen Lehrlinge wurden in den frühen 
N achm ittagsstunden von 2— 5 Uhr, die Schüler der ungelernten Berufe zweimal 
wöchentlich von 5— 7 Uhr unterrichtet.
Unterrichtsfächer für die gewerblichen Lehrlinge und für die Abteilung mit 
ungelernten  Berufen sind: Berufs- und Bürgerkunde, schriftliche Arbeiten, gewerbl.
Rechnen und W irtschaftsbuchführung. F ü r  die Lehrlinge tritt noch Fachzeichnen und 
Tabellenbuchführung hinzu. Die kaufmännischen Lehrlinge erhalten Unterricht in: 
Handels- und B ürgerkunde. Schriftverkehr, kaufm. Rechnen, Buchführung. Wirtschafts­
geograph ie  und Schrift In den Abendstunden von % 8 — % 10 Uhr, sowie am Sonntag 
Vormittag fand wahlfreier Unterricht im Fachzeichnen und Malen für Lehrlinge der 
schm ückenden Gewerbe statt Der Unterricht wurde von 4 hauptamtlichen Lehrern 
und von 30 Lehrern im Nebenamt erteilt.
Im Anschluß an die Fortbildungsschule hat sich eine Schülervereinigung, die 
den N am en „Klub Ju n g -N eukö lln“ führt, gebildet. Der G esunderhaltung  des Körpers 
dienen: Turnen, Bewegungsspiele, volkstümliche Uebungen (Laufen. Springen. Werfen), 
im W interhalbjahr auch Fußball, ferner W anderfahrten. Baden. Schwim m en und 
Geländeübungen . Für  diese Seite der Jugendpflege sind 2 Abende in der Woche 
und der Sonn tag  vorgesehen. Von den größeren  W anderfahrten  m ögen folgende 
E rw äh n u n g  finden: Brandenburg . Zossen. Neu-Ruppin, Schermützelsee, Harz, Oderberg- 
Chorin. S traußberg . Königswusterhausen. Groß-Beeren. Kalkberge-Rüdersdorf. Gosener 
Berge. Um das Interesse für die Leibesübungen rege zu gestalten, wurden verschiedene 
W ettspiele im Verein selbst und mit anderen Vereinen veranstaltet.
Der Belehrung, U nterhaltung und W eiterbildung dienen in der Woche ein 
V ortragsabend und 1— 2 gesellige und literarische Abende, ferner die Besichtigung 
von Museen, gewerbl Betrieben und der Besuch von Konzerten und Theatervorstellungen 
Den Mitgliedern steht die äußerst reichhaltige Schülerbücherei der Fortbildungsschule
        
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