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Periodical volume V. Erziehungs- und Bildungswesen

Full text: Verwaltungsbericht der Stadt Neukölln Issue 1912/1913

—  116 —
f. Der Schullastenstreit zwischen Neukölln und Berlin.
Auf G rund des § 53 des K om m unalabgaben-G esetzes hatte sich, w ie bekannt, 
Neukölln veranlaßt gesehen , gegen  die S tadt Berlin einen A nspruch auf E rsta ttu n g  
der durch K inder von in Berlin beschäftigten A rbeitern erw achsenen  Schu lkosten  zu 
erheben und zw ar e rstm als fü r das Ja h r  1897. für w elches u n se re r S tadt am  23. M ärz 
1906 ein B etrag  von 40 000 M. zuerkann t w orden w ar. G leiche F o rd eru n g en  w aren  
von N eukölln für die fo lgenden Ja h re  erhoben , für das J a h r  1898 z. B. 80 000 M., aber 
von der S tadt Berlin regelm äß ig  abgelehn t w orden. N eukölln m eldete daraufh in  seinen 
A nspruch beim B ezirksausschuß  als B eschlußbehörde an. D ieser e rm äß ig te  die a n g e ­
m eldete F o rd eru n g  für 1898 durch B eschlußfassung  vom  7. Jun i 1911, nachdem  um fan g ­
reiche und langw ierige F estste llungen  vo rausgegangen  w aren , auf 52 680 M. und  bald 
darauf durch Urteil im V erw altungsstre itverfah ren  am 26. S ep tem ber 1911 w eiter auf 
40 442 M. Es w urde  dabei angenom m en, daß es sich für das J a h r  1898 um 1 700 
K inder von in Berlin tä tigen  A rbeitern gehandelt habe, die der S tad t N eukölln 
schätzungsw eise, eine M ehrausgabe von 65 604 M. v e ru rsach t h ä tte n : diesen M ehr­
ausgaben  ständen  aber auf der anderen  Seite auch d irekte und indirekte V orteile  durch 
die fraglichen A rbeiter und ihre Fam ilien geg en ü b er, die m it 25 162 M. beziffert w urden . 
G egen dieses Urteil legten  sow ohl N eukölln wie auch Berlin B erufung  beim  O ber­
v erw altu n g sg erich t ein D ieses erach tete  die tatsächlichen F estste llungen  noch nicht 
fü r ausre ichend  und verw ies daher die K lage durch E n tscheidung  vom  1. April 1913 
an die V orinstanz, d. h. an den B ezirksausschuß zurück, wobei jedoch den Parte ien  
ein V ergleich  dringend  nahe geleg t w urde Der B ezirksausschuß suchte dann auch 
V erg le ichsverhand lungen  anzubahnen , wobei die A nsprüche N euköllns für die Ja h re  
1848 bis >9o8 in sg esam t auf 18A M illionen M ark zusam m engeleg t w urden , weil die 
S treitsachen  au s diesen Jah ren  bereits beim  O berv erw altu n g sg erich t schw ebten und die 
V erhältn isse  N euköllns w ährend  dieser Ja h re  ziem lich gleich gew esen  seien. Berlin 
erk lä rte  sich nach längeren  V erhand lungen  auch bereit, für die g en an n ten  Ja h re , für 
die N eukölln  durch B eschluß bzw. Urteil ein B etrag  von 390 387 M. zuerkann t w orden 
w ar, im V erg leichsw ege 214 712 M. zu zahlen, w om it sich N eukölln  ebenfalls e inver­
standen  zeigte. D ieser V ergleich kam  am  4 F eb ru ar 1916 zustande. Inzw ischen hat 
die S tad t N eukölln auch für die fo lgenden Ja h re  seit 1909 erneute  A nsprüche a n g e ­
m eldet. über die eine E n tscheidung  noch nicht getroffen ist.
'g. Naturhistorisches Schulmuseum.
Das na tu rh is to risch e  Schu lm useum  erfreute sich seitens der Schulen in den 
T agesstu n d en  und der E rw achsenen  besonders in  den A bendstunden e ines regen  
Besuches. Auch S chu lk lassen  von au ß erh a lb  besuchten  des öfteren u n se r M useum .
D as Institut verg rößerte  sich durch nennensw erte  Z uw endungen  und durch 
A nkauf e in iger b io logischer P flanzengruppen .
D as M useum  beschickte die in Berlin sta ttgefundene  A usste llung  „D as K ind“ 
und erntete dafü r von den B esuchern  und der in- und ausländ ischen  P resse  a llgem eine 
A nerkennung . D er M angel e ines V ortrag ssaa les , den auch die städ tischen  K örper­
schaften an erk an n t haben, m acht sich im m er fühlbarer.
B. S tädtische evangelische Präparandie.
Die evangelische P räp aran d en -A n sta lt w urde durch V erlegung  der 3 O ste r­
k lassen  der b ish erig en  P riv a t-P räp aran d en -A n sta lt in R um m elsburg  am  1. April 191 z 
im S chu lhause  E lbestr. 11-12  neu eröffnet. Die L eitung  w urde  dem  G em eindeschul- 
rek to r B aernert übertrag en . Die fü r die E rrich tung  m aßgebenden  G ründe h insich t­
lich des B edürfnisses w urden  durch die starken  Besuchsziffern bestätig t.
        
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