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Periodical volume I. Bevölkerung und Stadtgebiet

Full text: Verwaltungsbericht der Stadt Neukölln Issue 1910/1911

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sonstiges Personal für niedere persönliche Dienstleistungen“ und „Arbeiter ohne nähere 
Angabe“ zusammen, so ergab sich bei ihnen in den Jahren 1910 und 1911 einschl. 
der Angehörigen ein Zuzug von 34 719 (63.31 Pz. des gesamten Zuzugs) bzw. 36 308 
(70.32), ein Abzug von 27 082 (76.61) bzw. 27 637 (73.57), eine Bilanz von 7637 
(49.47) bzw. 8671 (66.77) Personen. Der Anteil des weiblichen Geschlechts war 
darunter beim Zuzug 45.09 bzw. 45.87, beim Fortzug 43.11 bzw. 43.75, bei der Bilanz
52.08 bzw. 52.64 Pz. dieser drei Berufsgruppen.
Ueber die Wohnverhältnisse der wandernden Bevölkerung gibt Tabelle 3 Auf­
schluß. Es geht aus ihr die Tatsache hervor, daß fast 2/g der Zugezogenen und 3/o 
der Abgezogenen eine selbständige Wohnung hatten. Bei der Herrschaft wohnendes 
Dienstpersonal wurde in den beiden Berichtsjahren unter den Zuzügen mit 11.98 bzw. 
11.67 unter den Fortzügen mit 14.32 bzw. 14.82 gezählt. Aftermieter, Chambregarnisten 
und Schlafleute — wegen der seitens der Bevölkerung selten scharf durchgeführten 
Scheidung dieser drei Kategorien empfiehlt es sich, sie gemeinsam zu betrachten — 
waren am Zuzug mit 23.21 bzw. 23.15, am Fortzug mit 26.21 bzw. 25.52 Pz. beteiligt; 
das weibliche Geschlecht machte von ihnen etwa den vierten Teil aus.
Bemerkenswerte Aufschlüsse über Herkunft und Ziel der Wanderungsbewegung 
ergeben sich aus Tabelle 4. Die Reichshauptstadt stellte fast die Hälfte (genauer
51.08 bzw. 49.54 Pz.) aller zuziehenden Personen und hatte auch für die Fortziehenden 
eine große Anziehungskraft: 41.39 bzw. 41.21 Pz. aller unsere Stadt verlassenden 
Personen verlegten ihren Wohnsitz nach Berlin. Stark beteiligt an den Wanderungen 
waren natürlich auch die Berliner Vororte; über die einzelnen Zahlen gibt Tabelle 4
Auskunft. 2/s (genauer 67.78 bzw. 67.31 Pz. des Zuzugs und 65.60 bzw. 64.54 Pz.
des Abzugs) entfielen auf Groß-Berlin, 1 g bis '/? auf die übrige Provinz Brandenburg, 
ungefähr ebensoviel auf die sonstigen preußischen Provinzen; etwa 1/,e der Wande­
rungen kam auf das übrige deutsche Reich, und nur etwa »/»« der wandernden Per­
sonen kam aus dem Ausland oder verzog nach dort.
5. Umzüge innerhalb der Stadt.
Zahl der Umgezogenen Von 100 Um ­gezogenen waren
Jahr Familien Fam ilien­Fam ilien­
Einzel­ angehörige 
mit angehörige 
Personen Einzel­
einschl. des 
personen ausschl. des personen
Haushalt Fam ilien­O berhaup tes männlich weiblich überhaupt ob erh au p tes
1910 14 463 15 678 37 988 34 323 33 806 68 129 21.23 78.77
1911 13719 19212 42 066 37 181 37816 74 997 18.29 81.71
Aus Tabelle 5 ergibt sich der Umfang des Wohnungswechsels im Stadtgebiet, 
die Umzugsbewegung. Welche große Bevölkerungsfluktuation dabei vor sich geht, 
erhellt daraus, daß im Jahre 1910 298.33 Pm. der mittleren Bevölkerung und 1911 
305.63 umgezogen sind, eine im Interesse von Mieter wie Vermieter wenig erfreuliche 
Erscheinung; auf Einzelpersonen entfiel etwa */e aller Umzüge.
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