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Periodical volume XIII. Feuerlöschwesen

Full text: Verwaltungsbericht der Stadt Neukölln Issue 1910/1911

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Für die Ausbildung im Samariterdienst sind besondere Instruktionsstunden unter der 
Oberaufsicht eines Arztes angesetzt. Als Führer der Autolöschgeräte, des Auto­
krankenwagens und des Uebungswagens sind 5 Oberfeuermänner und 8 Feuermänner 
ausgebildet. Die Ausbildung der Feuermänner erfolgte durch die Oberfeuermänner, 
denen durch das Polizei-Präsidium besondere Erlaubnisscheine hierzu erteilt worden 
sind. Um die Ausbildung auch praktisch durchführen zu können, war es notwendig, 
einen Uebungswagen zu beschaffen. Als solcher wurde am 9. Juni 1911 ein altes 
Benzinautomobil (Marke N. A. Q.) für den Preis von 1850 M . gekauft und in Dienst 
gestellt.
Die Anschaffung von zwei weiteren Autofahrzeugen, für die bereits die Mittel 
bewilligt worden waren, ist ebenfalls inzwischen erfolgt. Am 1. Dezember 1910 wurde 
eine Elektroautomobilgasspritze (zugleich als Mannschafts- und Rettungswagen aus­
gebaut) und im Mai 1912 eine Elektroautomobildrehleiter in Dienst gestellt. Beide 
Fahrzeuge wurden von der Neuen Automobilgesellschaft in Oberschöneweide (Aufbau 
von Busch in Bautzen bezw. Kießlich-Patschkau) geliefert und haben sich bisher 
tadellos bewährt. Die gestellten Bedingungen bezüglich der Geschwindigkeit (35 km 
je Std.) und des Aktionsradius (45 km) wurden bei den Probefahrten einwandfrei erreicht, 
von der Leiter sogar übertroffen. Es ist also jetzt auf der Hauptfeuerwache Erk- 
straße 22-25 Ecke Donaustraße ein kompletter Autolöschzug, bestehend aus Gasspritze, 
Drehleiter und Dampfspritze, vorhanden und dadurch allen Anforderungen entsprochen, 
die überhaupt an schnelle Leistung der Feuerlöschhilfe gestellt werden können. Als 
Reservefahrzeuge und gleichzeitig zur Benutzung für die Freiwillige Feuerwehr 
stehen 1 Gasspritze und 1 Mannschaftswagen für Pferdebespannung zur Verfügung. 
Die 2. Feuerwache Emserstraße 132 kann mit 4 Fahrzeugen mit Pferdebespannung 
(Mannschaftswagen, Gasspritze, Drehleiter und Dampfspritze) ausgerüstet werden; bis 
jetzt stehen dort nur die Gasspritze und die Drehleiter, da die Feuerwache z. Zt. 
infolge des Neubaues nur provisorisch untergebracht und für weitere Fahrzeuge kein 
Raum vorhanden ist.
Nach erfolgter Inbetriebnahme der Autodrehleiter wurde die im Jahre 1901 an­
geschaffte Drehleiter für Pferdebespannung an die Gemeinde Mariendorf zum Preise 
von 4500 M . verkauft. Der Kaufpreis hat zur teilweisen Bezahlung der neuen Auto­
drehleiter Verwendung gefunden.
Ferner ist die Handdruck- und Saugspritze, die für die Feuerwehr nicht mehr 
in Betracht kam, an die Gutsverwaltung Boddinsfelde abgegeben worden. Für den 
gezahlten Preis sind 2 Säugpumpen angeschafft worden, die bei Ueberschwemmung 
von Kellern den Eigentümern gegen Zahlung der festgesetzten Gebühren leihweise 
überlassen werden.
Die Mannschaften sind auf beide Wachen wie folgt verteilt: Hauptwache: 1 Brand­
meister, 1 Feldwebel, 5 Oberfeuermänner, 29 Feuermänner; 2. Wache: 1 Oberfeuer­
mann, 8 Feuermänner, ' / z  dieser Mannschaften ist stets dienstfrei.
Zur Fertigstellung des Neubaues der Straßenreinigungsanstalt und Feuerwache 
auf dem Grundstücke Emserstraße 132 bewilligten die städtischen Körperschaften durch 
den Etat für 1911 eine weitere Rate von 285 000 M. Im Laufe der Berichtszeit ist 
jedoch nur die Straßenreinigungsanstalt fertiggestellt und der Abriß der alten Feuer­
wachgebäude ausgeführt worden; der Bau der Feuerwache soll im Jahre 1912 zur 
Ausführung kommen.
M it der Inbetriebnahme des neuen Straßenreinigungsdepots Emser Straße konnte 
das Grundstück Erkstraße 22 25 Ecke Donaustraße der Feuerwehr zur alleinigen 
Benutzung überwiesen werden. Die überflüssigen und außerdem baufälligen Stallungen 
wurden abgerissen und das Kopfsteinpflaster auf dem Hofe durch gutes Reihenstein­
pflaster ersetzt.
Das Feuermeldewesen hat während der Berichtszeit eine wesentliche Aenderung 
nicht erfahren. Außer den vorhandenen 7 öffentlichen Feuermeldern sind weitere 
Melder nicht errichtet worden. Dagegen sind die Privatfeuermeldestellen um 5 
(Hohenstaufensäle, Bergschloßbrauerei, Neue Welt, Passage-Säle und Bechstein) ver-
        
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