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Periodical volume VI. Bauwesen

Full text: Verwaltungsbericht der Stadt Neukölln Issue 1910/1911

— 221 — Beim stehenden Gasglühlicht betrug pro Flamme im Jahre 1910 1911 der G lühkörperverbrauch........................................ 5.79 Stück 5.47 Stück der Z y linderve rb rauch ............................................. 1.37 „ 1.27 „ Beim hängenden Gasglühlicht der G lühkörperverbrauch........................................ 10.95 10.30 „ der Z y linde rve rb rauch ............................................. 3.41 2.88 .. Tarifflammen in Transparentlaternen waren am Jahres­ schlüsse vorhanden .................................................. 46 Flammen 47 Flammen. Das im Sommer 1909 neu eingerichtete städ t ische L a b o ra to r i u m (Leiter Stadtchemiker Dr. Funk) hat die Aufgabe, alle nicht nur für das Gaswerk sondern auch für die gesamte städtische Verwaltung erforderlichen chemischen bzw. physikalischen Untersuchungen auszuführen. Das Laboratorium ist in der Berichtszeit wesentlich erweitert worden, auch wurde eine größere Anzahl neuerer Apparate angeschafft. Alle im Gaswerk gebrauchten Roh- und Hilfsmaterialien wurden einer chemischen Kontrolle unterzogen; insbesondere wurden von den gelieferten Gaskohlen Stichproben entnommen. Da eine Versuchsgasanstalt noch nicht zur Verfügung stand, so konnten vorläufig diese Untersuchungen nur im Laboratorium durchgeführt werden. Um jedoch auch betriebsmäßige Vergasungsversuche anstellen zu können, ist der Bau einer Versuchsgasanstalt in Aussicht genommen. Bei der für die Dampfkesselfeuerung bezogenen Kohle wurde neben Wasser, Asche und Schwefel der Heizwert in einem Berthelot-Malerschen Kalorimeter bestimmt. Um die Dampferzeugung zu verbilligen, wurde der Koksgrus einer wiederholten Untersuchung unterzogen und, da dessen Heizwert im lufttrockenen Zustande ca. 6300 Wärmeeinheiten (feucht je nach Wassergehalt ca. 4800—5400) betrug, seine Ver­ wendung zur Kesselfeuerung unter Verwendung von Unterwindgebläsen empfohlen. Erzeugung und Reinigung des Gases wurden durch regelmäßige Bestimmung des Naphtalin-, Ammoniak- und Schwefelgehaltes kontrolliert. Das an die Stadt ab­ gegebene Gas war stets frei von Schwefelwasserstoff und Ammoniak. An organisch gebundenem Schwefel enthielt das Stadtgas durchschnittlich 56.3 g in 100 cbm. Der Stickstoffgehalt des Gases, besonders des der Kammeröfen, wurde häufig in Durchschnittsproben, die während 24 Stunden in einem kleinen Gasbehälter aufgefangen wurden, ermittelt. Besondere Sorgfalt wurde auf die Feststellung des Heizwertes des Gases ver­ wendet. Derjenige des an die Stadt abgegebenen Mischgases wurde täglich zweimal vermittelst eines Junkerschen Handkalorimeters bestimmt; ferner diente ein Junkersches registrierendes Kalorimeter dazu, den Heizwert des Produktionsgases aufzuzeichnen, und zwar war außer dem im Laboratorium stehenden registrierenden Galvanometer noch ein zweites im Apparatebaus angeschlossen, nach dessen Angaben die Gassauger reguliert wurden, was von sehr günstigem Einfluß auf die Gleichmäßigkeit des Gases war. Auch wurde der Heizwert in Durchschnittsproben, die während 24 Stunden in einem kleinen Gasbehälter gesammelt wurden, bestimmt. Der durchschnittliche obere Heizwert des Mischgases betrug 5200 Cal. (bei 15° und 760 mm feucht) entsprechend 5580 Cal. (bei 0° und 760 mm trocken). Das spezifische Gewicht war im Mittel 0.444. Für die Wassergaserzeugung wurden zahlreiche Gasuntersuchungen und Heiz­ wertbestimmungen vorgenommen; ebenso wurde der Betrieb der Ammoniakwasser­ konzentrationsanlage entsprechend den Analysen des erhaltenen Produktes und des ablaufenden Wassers geregelt. Der Dampfkesselbetrieb wurde durch einen registrierenden Rauchgasprüfer (System Oekonograph) kontrolliert und das Speisewasser, das nach dem Kalk-Soda­ verfahren enthärtet wird, durch entsprechende Regelung der Zusätze auf eine Härte von 3—4 ’ gebracht, so daß eine Bildung von Kesselstein vollständig vermieden wurde. Der starke Eisengehalt des Wassers aus den Brunnen des Gaswerkes machte die Aufstellung einer Enteisenungsanlage erforderlich, da häufig Verstopfungen von Rohren durch ausgeschiedenes Eisenoxydhydrat eintraten. Der Eisengehalt des Roh-
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