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Periodical volume

Full text: Verwaltungsbericht der Stadt Neukölln Issue 1910/1911

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sorgfältige sein muß und zwar namentlich auch in Anbetracht des Umstandes, daß 
durch die sogenannten Schwindelmieten und durch das unsolide Bauunternehm ertum  
sehr leicht Ueberbeleihungen hervorgerufen werden können.
Da die Gelder der städtischen Sammelfonds in absehbarer Zeit aufgebraucht 
sind, und da andererseits die Nachfrage nach zweitstelligen Hypotheken eine besonders 
rege ist und bleiben wird, so schweben z. Zt. E rw ägungen, die darauf hinauslaufen, 
bei der S taatsregierung die G enehm igung zur Aufnahme von Anleihen für zweitstellige 
Hypotheken nachzusuchen. In Verbindung damit steht die Frage der G ründung einer 
G enossenschaft der Grundbesitzer, die der Stadtgem einde gegenüber die Ausbietungs­
garantie in allen den Fällen übernehm en soll, in denen die Hergabe einer zweit­
stelligen Hypothek aus städtischen Mitteln erfolgt.
10. Das städtische Leihamt.
Das Anwachsen der Zahl der privaten Pfandleiher in unserer Stadt und die damit 
verbundene übermäßige A usnützung der ärmeren Bevölkerung hat den städtischen 
Körperschaften im Jahre 1909 Veranlassung gegeben, den Beschluß zur Errichtung 
eines eigenen städtischen Leihamts zu fassen. Die daraufhin aufgestellte O rdnung 
hat die G enehm igung des Regierungspräsidenten zu Potsdam unterm 16. Dezember 1909 
gefunden. Das Leihamt ist dazu bestimmt, Pfänder, und zwar Schmucksachen, Edel­
steine, Gold, Silber, Kupfer, Zinn, Messing, Kleidungsgegenstände, Betten, sowie alle 
sonstigen beweglichen G egenstände gegen Gewährung eines Darlehns anzunehmen, 
dessen Höhe durch die Taxe eines vereidigten Schätzers festgelegt wird. Die Zinsen 
dieser Darlehne betragen bei Beträgen bis zu 30 M.: l l/a Pf. für jeden M onat und 
jede Mark und bei Beträgen über 30 M.: 1 Pf. für jeden M onat und jede Mark. Da 
von den privaten Pfandleihern an Zinsen 2 Pf. für den Monat erhoben werden, so schafft 
die E inrichtung der minderbemittelten und bisweilen in Not befindlichen Bevölkerung 
einen billigeren Kredit, als es bisher der Fall war.
Ueber den Geschäftsverkehr beim Leihamt seit seiner Eröffnung bis zum Ende 
des E tatsjahres 1911 gibt die folgende Uebersicht Aufschluß:
1. Geschäftsverkehr bei dem städtischen Leihamt vom 1. März 1910 bis 31. März 1912.
Bestand am Zugang an neubeliehenen Ab?rang von Pfän dem Bestand am Anfang des 
Zeitabschnitts und erneuerten 
Ende des 
Z e i t Pfändern eingelöste versteigerte zusa mmen Zeitabschnitts
Zahl Betrag Zahl ! Betrag Zahl ! Betrag Zahl !Betrag Zahl Betrag Zahl Betrag 
der Pfänder der Pfänder 
| M. | M. M. M. M. | M.
I. 3. 1910 bis 31. 3. 1911 11 230 317 376 7 178 196 876 7 178 196876 4 052 120 500 
Etatsjahr 1911 . . . . 4 052 120 503 13 733; 216 385 12 078 223 550 462 7 343 12 540 230 893 5 245 105 992
An Zinsen für gew ährte Darlehne sind vom 1. März 1910 bis zum 31. März 1911: 
5656 M. und im Etatsjahr 1911: 15 762 M. vereinnahm t worden. Zuzüglich ver­
schiedener kleinerer Posten (44 bzw. 150 M.) beliefen sich die Gesam teinnahm en auf 
5700 bzw. 15 913 M. Die Verwaltungskosten (Ausgaben) stellten sich dem gegenüber
für Verzinsung für sonstige
des persönliche und überhaupt
in der Zeit Betriebskapitals sächliche Kosten
a u f .................M.
vom 1. März 1910 bis 31. März 1911 . . 2 110 6 854*) 8 964*)
„ 1. April 1911 „ 31. „ 1912 . . 3 483 12 381 15 864
*) Einschl. 3200 M. für die Kossen der ersten Einrichtung.
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