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Periodical volume

Full text: Verwaltungsbericht der Stadt Neukölln Issue 1910/1911

—  190 —
4. Die Kapitalsbelegungen bei der städtischen Sparkasse in den Jahren 1910 und 1911.
Ge-
schäfts- Art der A nlegung Bestand am 
Bestand am 
(Ka- der Schlüsse des Zugang Abgang Mehrzugang Mehrabgang Schlüsse 
lender-) Vorjahres des Jahres
jahr Sparkassen-Einlagen rd. M. rd. M. rd. M. rd. M. rd. M. rd. M.
H ypotheken..................... 7 096 400 757 200 935 000 177 800 6 918 600
Inhaberpapiere . . . . 5 389 500 3 555 800 4 181 100 — 625 300 4 764 200
1910 Schuldscheine an Ge­
meinden, Korpora­
tionen und Private . 4716 500 3 750 500 168 300 3 582 200 8 298 700
Belegtes Kapital überh. 17 202 400 8 063 500 5 284 400 3 582 200 803 100 19 981 500
H ypotheken..................... 6 918 600 874 000 77 000 797 000 7 715 600
Inhaberpapiere . . . . 4 764 200 1 650 000 420 000 1 230 000 — 5 994 200
1911 Schuldscheine an Ge­
meinden, Korpora­
tionen und Private . 8 298 600 1490 000 243 700 1 246 300 9 544 900
Belegtes Kapital überh. 19 981 400 4 014 000 740 700 3 273 300 — 23 254 700
Von den zur Verfügung stehenden Geldern sind 1910: 757200 M. in 17 erst­
stelligen Hypotheken, 1911 =  874000 M. in 12 erststelligen Hypotheken angelegt. 
Der Abgang an Hypotheken hat darin seinen Grund, daß zwischen der Sparkasse und 
den städtischen Sammelfonds ein Austausch von Hypotheken mit W ertpapieren statt­
gefunden hat, um das w eiter unten erwähnte Kommunaldarlehn der Stadt von der 
Kur- und Neumärk. Rittersch. Darlehnskasse auf die Sparkasse übernehm en zu können. 
Die Nachfrage nach Hypotheken war wie stets eine außerordentlich lebhafte. Es hat 
in dieser Beziehung auch die vor kurzem erfolgte Errichtung einer städtischen 
Hypothekenanstalt einen besonderen Einfluß nicht ausgeübt. Mit Rücksicht auf die 
A nspannung des Geldmarktes haben die Zinssätze für die Hypotheken eine Erhöhung 
erfahren insofern, als in den Berichtsjahren bei 5 jähriger Festschreibung der Hypo­
theken für die beiden ersten Jahre der Beleihung ein Zinsfuß von 4 1/* Pz. festgesetzt 
wurde, w ährend dies früher nur für 1 Jah r der Fall war. Es wurden ferner grund­
sätzlich A nträge auf Beleihung abgelehnt, die sich auf G rundstücke erstreckten, die 
außerhalb der Stadtgem einde Neukölln und der Gemeinde Britz belegen waren. 
Neuerdings hat die verstärkte Inanspruchnahm e des Geldmarktes gerade durch die 
H ypothekenanforderungen dahin geführt, daß erststellige Hypotheken aus der Sparkasse 
nur noch zu einem Zinssatz von 4 7« Pz. oder aber zu einem solchen von 4 Pz. neben 
einer Provision von Pz. bei 5 jähriger Festschreibung und einer solchen von 1 Pz. 
bei 10 jähriger Festschreibung begeben werden.
Der Zugang an angekauften Inhaberpapieren betrug 1910: — M., 1911: 
1 230000 M. und zwar wurden sowohl 3'/s wie 4 prozentige m ündelsichere W ertpapiere 
erworben. Darlehne gegen Schuldscheine wurden gezahlt
1) 3000000 M. an die Stadtgem einde Potsdam  und zwar gegen G ew ährung eines 
Darlehns in gleicher Höhe aus der Sparkasse Potsdam  an die Stadtgem einde 
Neukölln.
2) 1849466 M. an die S tadtgem einde Neukölln. Diese Anleihe diente dazu, 
eine Anleihe der Stadtgem einde bei der Kur- und Neumärkischen Ritter- 
schaftlichen Darlehnskasse zur A blösung zu bringen. Da die Sparkasse im 
Besitze eines gleich hohen Bestandes in 37« prozentigen Kur- und Neu­
märkischen Ritterschaftlichen Kom m unalschuldverschreibungen war, und die 
bisherige Gläubigerin, nämlich die Ritterschaftliche Darlehnskasse, nach dem 
D arlehnsvertrage diese zum Nennwert zurücknehm en mußte, so war es möglich, 
aus der Uebernahm e der Anleihe auf die Sparkasse der Stadtgem einde einen 
einm aligen Gewinn von rund 96000 M. zuzuführen.
        
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