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Periodical volume

Full text: Verwaltungsbericht der Stadt Neukölln Issue 1910/1911

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nicht allein in Betracht käme, sondern der W ohnsitz in Groß-Berlin überhaupt, wo­
durch auch bei längerer Karenzzeit die große Masse der Arbeiterschaft in den Genuß 
der U nterstützung kommen könne. Außerdem könne für Groß-Berlin auch ein ge­
rechter Ausgleich in der Verteilung der Lasten geschaffen werden. Es wurde be­
schlossen, nunm ehr vom Statistischen Amt die Unterlagen für die Einführung einer 
kom m unalen Arbeitslosenversicherung in Groß-Berlin beschaffen, insbesondere die 
überschläglichen Kosten für eine Gesam tarbeitslosen-Versicherung in Groß-Berlin 
schätzen, und die Verteilung der Lasten auf die einzelnen Gemeinden berechnen zu 
lassen. Die Kommission faßte weiterhin den Beschluß, den städtischen Körperschaften 
vorzuschlagen, einen Antrag an den Verband Groß-Berlin dahin zu richten, daß für 
seinen örtlichen Bereich eine kommunale Arbeitslosenversicherung eingerichtet werde. 
Zu diesem Zwecke solle eine Denkschrift ausgearbeitet werden, der ein Organisations­
plan über die Verteilung der Kosten beigefügt werden soll.
7. Oeffentliche Schreibstube.
Der Betrieb in der öffentlichen Schreibstube hat sich in den Berichtsjahren 1910 
.und 1911 gegenüber den Vorjahren 1908 und 1909 bedeutend gehoben, obgleich die 
M eldungen Stellungsloser erheblich zurückgegangen sind. Im Jahre 1910 bzw. 1911 
haben 146 bzw. 103 Personen, darunter 7 bzw. 7 weibliche, Beschäftigung nach­
gesucht. Ein Teil m ußte wiederum wegen M angels an Aufträgen zurückgewiesen 
werden, 96 bzw. 90 Personen wurden in den Berichtsjahren beschäftigt. Die erteilten 
Aufträge beliefen sich auf 100 bzw. 93. 14 bzw. 12 Firmen usw. hatten sich an die
Schreibstube wegen Stellung von Aushilfskräften gewandt, und es gelang, 15 bzw. 
21 A rbeitsuchende in solche Aushilfsstellen zu bringen, aus denen sich in 3 bzw. 3 
Fällen feste Stellungen entwickelt haben. Im ganzen wurde 1187 bzw. 867 Stunden 
gearbeitet. Die Einnahm en aus den Aufträgen beliefen sich auf 607 bzw. 366 M. 
Der Durchschnittsstundenlohn betrug also 0.51 bzw. 0.41 M.
8. Die städtische Sparkasse.
Die günstige Entwickelung der Sparkasse, von der im vorigen Bericht gesprochen 
werden konnte, hat auch erfreulicherweise in den Jahren 1910 und 1911 angehalten. 
Die Tabelle 1 und das Schaubild auf Seite 186 kennzeichnen den Betrag der Einzah­
lungen und der A uszahlungen sowie den Bestand der Spareinlagen am Schlüsse der 
Jah re  1897— 1911. Die erhebliche S teigerung nicht nur der absoluten Werte, sondern 
auch der Kopfquoten dürfte ohne weiteres ersichtlich sein.
1. Die Entwickelung der städtischen Sparkasse in den Jahren 1897— 1911.
B e t r a e  d e r
Geschäfts- Einzahltangen Auszähltangen Sparein agen
(Kalender-)
jahr absolut auf den Kopf absolut auf den Kopf absolut auf den Kopf
M. der Bevölk. M. der Bevölk. M. der Bevölk.
1897 199 476 2.7 2 642 0.04 196 834 2.7
1898 474 307 5.7 209 843 2.5 461 298 5.6
1899 1 121 803 12.5 294 989 3.3 1 288 112 14.4
1900 1 049 988 11.6 965 713 10.7 1 372 387 15.1
1901 1 325 355 14.0 608 461 6.4 2 089 281 22.1
1902 1 979 584 19.4 820 399 8.0 3 248 466 31.8
1903 2 447 636 21.4 1 121 202 9.8 4 574 900 40.1
1904 3 006 087 22.2 1 725 804 128 5 855 183 43.3
1905 4 145 413 26.9 2 252 687 14.6 7 747 909 50.3
1906 4 806 768 27.5 2 711 527 15.5 9 843 150 56.2
1907 5 131 655 26.6 3 648 129 18.9 11 326 676 58.6
1908 6 384 924 31.0 4 254 658 20.6 13 456 942 65.3
1909 8 556 344 38.8 5 077 200 23.0 16 936 086 76.7
1910 9 378 859 39.4 6 418 628 26.9 19 896 317 83.5
1911 10 725 647 42.4 7 532 820 29.8 23 089 144 91.3
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