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Periodical volume VIII. Gesundheitswesen

Full text: Verwaltungsbericht der Stadt Neukölln Issue 1910/1911

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Personalw ohnungen ausgebaut werden mußten. Durch den bereits Ende 1911 in 
Angriff genom m enen Ausbau des Dachgeschosses des Kinder-Pavillons sowie durch 
die beabsichtigte Freim achung der jetzigen Privatstation im Obergeschoß des 
O perationshauses für Schwesterw ohnungen, weiter durch Hinzunahme der sämtlich 
mit M ansardenw ohnungen versehenen neuen Pavillons wird dem W ohnbedürfnis für 
das unverheiratete Personal voraussichtlich auf längere Zeit G enüge geleistet sein.
Von neugeschaffenen Betriebseinrichtungen sind zu erw ähnen für die W asch­
küche eine dritte W aschmaschine und eine dritte Zentrifuge, für die Kochküche drei 
weitere Kippkessel, ein größerer Kaffeekessel und ein Milchkessel. W eiter wurden 
beschafft ein Quarzsandfilter für die W asser-Enteisenungs-Anlage, ein elektrisch 
betriebener Schlackenaufzug für das Kesselhaus sowie für jeden Pavillon ein über­
dachtes Holzgerüst zum Trocknen und Lüften von M atratzen und Wolldecken. Be­
schlossen wurde die E inrichtung eines mediko-mechanischen U ebungssackes im 
Operationshause.
Der bei allen neuen Krankenhäusern auftretende Uebelstand eines lebhaften 
Personalwechsels hat sich in den Berichtsjahren gemildert, so daß das Krankenhaus 
schon jetzt über einen kleinen Stamm gut eingearbeiteten und geschulten Betriebs­
personals verfügt. Nur bei dem Pflege- und W artepersonal zeigten sich die bei allen 
Groß-Berliner Krankenhäusern typischen Erscheinungen eines M angels an geeigneten 
Kräften und einer starken Fluktuation des Personals. Bei der Schwesternschaft konnte 
durch einen Vertrag mit dem M utterhause in Vandsburg Abhilfe geschaffen werden; 
danach hat dieses die Pflicht, in Urlaubsfällen und auch sonst bei Mangel an städti­
schen Schwestern uns eine bestimmte Anzahl Diakonissen als Vertretungsschwestern 
zu überlassen; dagegen ist die Stadt verpflichtet, alljährlich eine gewisse Zahl Diakonie­
schwestern am Unterricht der im Krankenhause bestehenden Krankenpflege-Schule 
teilnehm en zu lassen, um auch diesen Diakonissen die Möglichkeit zu geben, das 
Diplom als „geprüfte Krankenpflegerin“ zu erwerben.
B. Betrieb des städtischen Krankenhauses.
Die Krankenhaus-Deputation hielt im Rechnungsjahre 1910: 12 und 1911: 
9 Sitzungen ab, in denen insgesam t 176 bzw. 116 Beschlüsse gefaßt wurden. Durch 
Beschluß vom 23. Mai 1911 wurde zur Erledigung der rein wirtschaftlichen A ngelegen­
heiten und zur fortgesetzten Kontrolle des Betriebes eine besondere Kommission ge­
wählt, die im Jahre 1911: 9 Sitzungen an Ort und Stelle abhielt und 69 Beschlüsse faßte.
Die Zahl der in der Krankenhaus-Verwaltung bearbeiteten journalisierten Sachen 
betrug im Jahre 1910 : 3900, im Jahre 1911: 4280, die Zahl der erledigten Rechnungen 
für die gleichen Zeitabschnitte 1538 bzw. 1582. Vermehrt w urde die Arbeit der Ver­
w altung durch die am 1. Januar 1911 erfolgte E inrichtung eines eigenen Standesam tes 
für den Krankenhausbezirk, die sich zur Vermeidung des weiten W eges nach dem 
c. 3.5 km entfernten zuständigen Standesam te im Dorfe Buckow als notwendig 
erwiesen hatte. Im Kalenderjahr 1911 gelangten in dem neuen Standesam te des 
Krankenhauses zur Anzeige 14 Geburten, 1 Eheschließung (ohne Aufgebot auf dem 
Sterbebett), 5 Totgeburten und 610 Sterbefälle.
Eine Erleichterung für das Publikum brachte auch die Polizeiverordnung des 
Regierungspräsidenten zu Potsdam vom 12. Januar 1912 mit sich, nach der beim 
Transport der Leichen aus dem Buckower Krankenhause nach Neuköllner Friedhöfen 
die Beschaffung eines Leichenüberführungsscheines von der zuständigen Polizeibehörde 
in Britz und damit auch die für diesen Schein sonst zu zahlende Stem pelsteuer fortfiel.
Nach Tabelle 2 belief sich der Krankenbestand am Anfange des Jahres 1910 auf 
274, 1911 auf 335 und 1912 auf 342 Personen, ln der Krankenabteilung des städti­
schen Siechenhauses waren am Eröffnungstage (9. März 1912) 17, am 1. April 1912: 
16 M änner untergebracht. Im Buckower Krankenhause betrug die Höchstzahl der an 
einem Tage vorhandenen Patienten im Etatsjahre 1910 (am 25. März 1911) 347, im 
Etatsjahre 1911 (am 29. November 1911) 390 Personen. Neuaufgenom m en wurden 
1910: 3632, 1911: 4556 Personen.
        
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