Path:
Periodical volume VII. Armen- und Waisenpflege

Full text: Verwaltungsbericht der Stadt Neukölln Issue 1910/1911

—  157 —
b) a u f  d e m  L a n d e :  
für Kinder im 1. Lebensjahre  15 M. monatlich,
2 . .. 12 „
3 . - 6 .  „ 10 „
„ 7 . - 1 0 .  „ 8 „
1 1 . - 1 4 .  „ 6 „
Die Landkolonien w urden  in jedem Jah re  von einer Revisionskommission bereist, die 
aus dem D ezernenten und von der A rm endeputation  gewählten Deputierten bestand.
6. General- und Berufsvormundschaft, Waisenamt.
G e n e r a l  V o r m u n d s c h a f t .  Auf Grund des Ortsstatuts vom 28. Mai 1901 wurden 
vom D ezernenten der Armen- und W aisenverw altung am Schlüsse der Berichtsjahre 
312 Kinder bevorm undet, und zwar:
eheliche uneheliche j j überhaupt
vom 1.-*—6. Jah r  5 51 56 
„ 6.— 14. „ 99 28 127 
„ 1 4 . - 2 1 .  „ - *) 129
zusam m en 312
B e r u f s  V o r m u n d s c h a f t .  Die seit dem 1. April 1910 bestehende B erufsvorm und­
schaft, die einem städtischen Bureaubeam ten  übertragen ist, trat bis E nde  März 1912 
in 200 Fällen ein. Von diesen 200 Fällen entfielen auf
V o r m u n d s c h a f t  122 Fälle,
Pflegschaften für eheliche Kinder zur G eltendm achung von Unter­
haltsansprüchen ..............................................................................................  18
Pflegschaften zur Vertre tung von Kindern im Erziehungsstreit­
verfahren gegen  ihre E l t e r n ............................................................................ 60
Die E inz iehung  der Unterhaltsgelder erfolgte fast ausschließlich im W ege der 
Lohnpfändung. Die e ingezogenen  Gelder beliefen sich im Jah re  1910 auf 2484 M., 
im Ja h re  1911 auf 8902 M.
Vier E rzeuger  unehelicher Kinder erklärten sich zur Zahlung von Abfindungs­
sum m en bereit. Diese betrugen in einem Falle 1000 M., in einem anderen Falle 
600 M. und in den weiteren 2 Fällen je 400 M. Sieben M ündel w urden durch E h e ­
schließung des E rzeugers  mit der M ündelm utter  legitimiert.
W a i s e n a m t .  Bei den dem städtischen W aisenam t obliegenden Verrichtungen 
des Gem eindew aisenra tes  m achte sich nach wie vor der Uebelstand bemerkbar, daß 
es bei den hier bestehenden  örtlichen Verhältnissen sehr  schw er ist, genügend  geeignete  
Personen  für die A em ter als Vormund, Pfleger usw. zu ermitteln. W enn auch durch 
die E in führung  der Berufsvormundschaft eine gewisse Besserung  in diesen Verhält­
nissen e ingetreten  ist, so reichte sie in ihrem bisherigen Umfange doch noch keines­
w egs  aus, um die Mängel gänzlich abzustellen. Besonders fiel hierbei ins Gewicht, 
daß ein größerer  Teil der  B evölkerung ständig  fluktuiert. Dieser Um stand erschwerte 
auch die Tätigkeit der W aisenräte  in B ezug  auf die Kontrolle der V orm ünder und Mündel.
Auf dem Gebiete der F ü rso rgee rz iehung  sind die W aisenräte  w iederum in zahl­
reichen Fällen zur A bgabe von Gutachten herangezogen  worden.
*) 66 männl., 63 weibl.
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.