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Periodical volume VI. Bauwesen

Full text: Verwaltungsbericht der Stadt Neukölln Issue 1910/1911

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entw ässerungsanlagen und Verhütung der Verunreinigung der Reinwasserleitung, die 
in Neukölln unterm 18. Oktober 1910 veröffentlicht war, in Kraft. Die eingetretenen 
Neuerungen hatten die Bewältigung umfangreicher Arbeiten zur Folge.
5. Gartenverwaltung.
S t a d t g ä r t n e r e i .  Durch günstigen Einkauf aus Privathand hatte sich der 
Bestand an Dekorationspflanzen wie Palmen, Lorbeeren usw. so vermehrt, daß zu 
deren U nterbringung im W inter in der Stadtgärtnerei ein Gewächshaus von 13 m 
Länge, 4.5 m Breite und 5 m Höhe ausgebaut werden mußte. Die Arbeiten wurden 
von der G artenverwaltung im Sommer 1910 mit eigenen Leuten ausgeführt. Glas 
und Gewächshaussprossen wurden neu beschafft. Das übrige Material, wie kupferne 
Heizrohre, Kessel, Stellagenunterbau usw. wurden zugleich mit den Pflanzen zu 
außergewöhnlich billigem Preise erstanden.
Auch die Frühbeetanlage wurde bedeutend erweitert, so daß 1911 in der S tadt­
gärtnerei 192, im botanischen Schulgarten 16 Fenster die unter Glas heranzuziehenden 
Pflanzen bedeckten.
Die Gesamtlieferung an Blütengewächsen für die Schmuckplätze, Balköne und 
Gärten auf städtischen Grundstücken betrug
1910: 73 236 Stück mit einem Marktwerte von 11 000 M.
1911: 71 669 „ „ „ 10 750 M.
und 958 Efeu für die Friedhofsverwaltung im W erte von 1215 M.
Auch 10 000 Stück Rasenplatten lieferte die Garten Verwaltung im Jahre 1911 an 
die Friedhofsverwaltung. F rüher wurden die Platten zu wesentlich teuerem  Preise 
von einem Unternehm er bezogen.
Das Rathaus, die S tandesäm ter und die Volksbibliothek erhielten regelmäßigen 
Blumenschmuck. Die Erholungsstätte in der Königsheide, der Volkskindergarten und 
der freiwillige Erziehungsbeirat für die Jugend  Neuköllns bekamen Pflanzen für ihre 
Gärten und Blumenbretter. Mit Blumenkästen wurden von der Stadtgärtnerei aus die 
Balköne am Rathause, am Kaiser-Friedrich-Realgymnasium und die Fenster am Schul- 
museum in der Boddinstraße versehen.
Nicht nur die Stadtgärtnerei, sondern die gesamten Gartenanlagen hatten sehr 
unter der ganz außergewöhnlichen Hitze des Sommers 1911 zu leiden. Die Rech­
nungen über W asserverbrauch und die Löhne für Sprengen und Gießen erreichten 
eine Höhe wie nie zuvor. Auch der W inter 1911 12 zeigte außerordentliche Strenge, 
so daß die Gewächshäuser längere Zeit Tag und Nacht geheizt werden mußten, um 
das Einfrieren der Pflanzen zu verhindern.
W ertvolle Zuwendungen an Palmen und Drazänen erhielt die Stadtgärtnerei 
durch die Union-Baugesellschaft aus den großen Beständen der ehemals Borsigschen 
Gew ächshäuser in Alt-Moabit, die im Herbst 1911 abgerissen wurden.
Bei Einweihung des städtischen Elektrizitätswerkes und der Gemeindeschule in 
der Donaustraße sorgte die Gartenverwaltung für grünen Schmuck, ebenso konnte, 
als am 27. Januar 1911 Kaisers G eburtstag zum ersten Male durch ein Festm ahl auf 
der Diele des neuen Rathauses gefeiert wurde, aus dem Bestände der Stadtgärtnerei der 
grüne Schmuck für die Halle und der Blumenschmuck für die Festtafel gestellt werden.
Der botanische Schulgarten, der auf dem W artheplatze und zum Teil auf dem 
ehemals Straubschen Grundstücke in der Berliner Straße untergebracht war, kam in 
den Berichtsjahren ebenso wie die städtische Baumschule nicht zur Ruhe. Der 
W artheplatz mußte geräum t werden, weil er in einen Schmuckplatz umgewandelt 
werden sollte. Und auch vom Straubschen Grundstück mußte die Gartenverwaltung 
weichen, da die alte Scheune zum Atelier ausgebaut und samt Hecken und Gewächs­
haus an den Bildhauer Professor Rauch vermietet worden war.
Der Schulgarten wurde 1910 nach dem von Barta angekauften Grundstücke an 
der Ringbahn zwischen Kanner Straße und Schudom astraße verlegt. Doch auch von 
dort mußte die G artenverwaltung wegen Herstellung der Saalestraße bald wieder aus­
wandern und den Schulgarten im Herbst 1911 auf ein 40 a großes, von Schudom a
        
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