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Periodical volume VI. Bauwesen

Full text: Verwaltungsbericht der Stadt Neukölln Issue 1910/1911

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E rnte  verzögerte  sich letz tere  und das S troh w urde m iirb und schw arz. Bei e iner 
B estellung  von 81.41 ha w urde ein E rtrag  von 43.14 Ztr. R oggen pro H ek tar mit 
einem  V erkaufsw ert von durchschnittlich  7.17 M. für den Z en tner erzielt. Der V erkauf 
w ar durch die dunkle F arbe  der K örner als F o lge  der N ässe erschw ert. Z unächst 
zum  Zw ecke des e igenen  Bedarfs w urde versuchsw eise 0.81 ha mit G erste angebau t, 
die mit 55.80 Ztr. K örner einen D urchschn ittsertrag  von 68.90 Ztr. pro H ektar 
brachte. D er H afer gedieh  bei der feuchten W itterung  recht üppig, so daß die S tücke 
auf dem  Rieselfelde vielfach L agerste llen  aufw iesen. Infolge H agels w urden 2 Schläge 
auf dem  Rieselfelde beschädigt, w ofür von der V ersicherungsgesellschaft eine E n t­
sch äd ig u n g  von 1456 M. gezah lt w urde. W ar die W itterung  bereits für die R oggen ­
ern te  ungünstig , so w ar sie dies für die H aferernte noch m ehr. Um das A usw achsen 
der K örner zu verh indern , w urde eine häufige U m stellung der M andeln notw endig , 
w odurch viel F ru ch t verloren  g ing. Um dem  V erderben des H afers E inhalt zu tun, 
w urden daher auch w ährend  der S on n tag e  G arben eingefahren. Von 60.84 ha 
bestellter F läche  w urden  50.67 Ztr. pro  H ektar mit einem  V erkaufsw ert von durch­
schnittlich 8.08 M. für den Z en tner erzielt. Mit Kartoffeln w aren  33.11 ha bepflanzt, 
die e inen  E rtrag  von 429.18 Ztr. pro H ektar lieferten. Infolge der häufigen N ieder­
sch läge w aren  die Knollen arm  an S tärkegehalt, w eshalb  der V erkauf n u r einen 
D urchschnittspreis von 1.58 M. pro Z en tner ergab. Die R üben g ingen  g u t auf, 
litten jedoch un ter der G efräßigkeit der Larven des A askäfers. Viel A rbeit veru rsach te  
das U nkraut u n te r den R üben, dessen  B eseitigung  durch N iedersch läge seh r erschw ert 
w ar. T rotzdem  w ar die E rn te  als g u t zu bezeichnen, denn  es w urden  von 17.75 ha 
30 120 Ztr. oder 1696.90 Ztr. pro H ek tar erzielt. F ü r  die zum  V erkauf übrigen  Rüben 
w urde ein D urchschnittspreis von 0.485 M. gezahlt. Die N aturw iesen  lieferten 
eine gu te  M ittelernte, denn von 18.43 ha  konnten  pro H ektar 107 Ztr. gu tes Heu 
eingefahren  w erden . Von 9.30 ha Kleefeld w urden  ferner pro H ek tar 106.90 Ztr. 
K leeheu geern te t. Von den Rieselflächen konnten  außer den für den eigenen  V ieh­
stand gen u tz ten  S tücken noch 93.85 ha W iesen und 48.66 ha R übenland an P äch ter 
für 240 M. pro H ek tar abgegeben  w erden. N ebenbei kam en infolge der für den 
G rasw uchs günstig en  W itterung  von den in e igene N utzung  genom m enen  R ieselw iesen 
noch 5654 Ztr. an  A bnehm er, zum  g röß ten  T eile aus N eukölln, für den P re is  von 
0.30 M. pro Z en tner zum  V erkauf. Das bereits seit 17 Jah ren  bebau te  1.15 ha große 
Spargelfeld  lieferte einen E rtrag  von 48.87 Ztr.
V ie h s ta n d  1910. Die B espannung  bestand  aus durchschnittlich  23 P ferden und 
12 Zugochsen. Das E rgebn is aus der V iehhaltung  w ar w ie in den V orjahren zu ­
friedenstellend. Von durchschnittlich  78 M ilchkühen konnten  307 418 L iter Milch oder 
auf die Kuh und den T ag  10.80 L iter erm olken w erden, die mit 14.5 Pf. pro L iter ab Stall 
an einen P äch te r abgegeben  w urde. D er Bedarf an Kühen w urde hauptsächlich  durch 
eigene  A ufzucht gedeckt. D er G esam tviehstand  betrug  durchschnittlich  2 Zuchtbullen, 
78 M ilchkühe und 48 S tück Ju n g v ieh . U nter dem  R indviehbestande brach tro tz der 
rechtzeitig  getroffenen polizeilichen V orsichtsm aßregeln  am 5. D ezem ber 1910 die 
M aul- und K lauenseuche aus, die am  3. J a n u a r  1911 infolge der energ isch  durchgeführten  
B ehand lung  w ieder als erloschen gem eldet w erden  konnte. D urch die K rankheit g ing  
der M ilchertrag  w ohl bedeu tend  zurück, hob sich aber nach E rlöschen derselben  durch 
die F ü tte ru n g  mit Zuckerschnitzel, doch beläuft sich der Schaden für an der S euche 
verendete  7 S tück Vieh und V erlust bei der in abgekochtem  Z ustande abgegebenen  
Milch auf rd. 4000 M. Am 14. Ju li w urde der Pferdestall vom  Blitz getroffen, wobei 
das Dach des G ebäudes beschädig t und ein Pferd ersch lagen  w urde. D ieser S chaden 
w urde jedoch durch die von der V ersicherungsgesellschaft gezahlte  E n tschäd igung  gedeckt.
A rbeitskräfte w aren genügend  vorhanden , die L eute w echselten  verhältn ism äßig  
selten. D er W irtschaftsüberschuß  betru g  infolge der geringeren  E rn te  und des A us­
bruchs der M aul- und K lauenseuche n u r 55 000 M.
S a a t  u n d  E r n t e  1911. D er im H erbst 1910 g esäte  Roggen zeig te im F rüh jah r 
schönen  S tand und entw ickelte sich auch w eiter recht gut. Als jedoch in den M onaten 
Mai und Ju n i überaus trockenes, heißes W etter folgte, blieb die H alm entw ickelung 
zurück, w ogegen  reichlich K örner gew onnen  w urden. Die bestellte F läche von 105.30 ha
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