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Periodical volume VI. Bauwesen

Full text: Verwaltungsbericht der Stadt Neukölln Issue 1910/1911

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bibliothek mit Lesesaal und Garderobe beschlossen. Das Warmwasser der Schwimm­
bassins und sämtlicher Brausen sowie Wannenbäder soll im städtischen Elektrizitäts­
werk unter Benutzung des Abdampfes der Kondensationsanlage erzeugt werden. Es 
wird dadurch an Kesselanlage- und Betriebskosten gespart, da an Stelle der Hochdruck­
kessel nunmehr Niederdruck-Dampfkessel genügen. Außer dem Frauen- und Männer­
schwimmbassin ist noch ein drittes Bassin, das als Vorratsbecken dienen soll, unter 
dem eigentlichen Männerschwimmbassin vorgesehen. Im Mittelbau befinden sich die 
medizinischen, die Wannen- und Brausebäder für Erwachsene und Kinder. Außerdem 
soll auch eine Erfrischungshalle und ein Raum für den Friseur Unterkunft finden. 
M it dem Abbruch der alten Gebäude und dem Ausschachten der Baugrube ist bereits 
begonnen worden.
9. Neubau der Feuerwache  und S t ra ß e n re in ig u n g s a n s ta l t  Emser 
Straße 132. Nach Genehmigung des Entwurfes durch die städtischen Körperschaften 
am 4. Mai 1911 sind die Bauarbeiten der Straßenreinigungsanstalt und der Steuerkasse 
in Angriff genommen worden. Die Ausführung der Gesamtanlage erfolgt in 2 Bau­
abschnitten, da der auf diesem Grundstück befindliche Betrieb der Feuerwache nicht 
unterbrochen werden sollte. Am 4. Oktober 1911 fand für den ersten Gebäudeteil 
die Rohbauabnahme und am 27. März 1912 die Gebrauchsabnahme statt.
Zurzeit ist die Feuerwache in den Räumen der neuen Steuernebenstelle provisorisch 
untergebracht; mit der Ausführung der Bauarbeiten für die Feuerwache ist bereits 
begonnen worden.
Durch die Anordnung der Gebäude ist eine Trennung der beiden Betriebe insofern 
vorgesehen, als jedes für sich einen besonderen Hof enthält. Im Anschluß an das 
Obdach und den Seitenflügel der Oberrealschule liegt der große Hof für die Straßen­
reinigungsanstalt zur Aufstellung der Sprengwagen usw. Nach der Straße zu wird 
dieser Hof im Anschluß an das Standesamt und Direktorwohnhaus der Oberrealschule 
durch die Einfahrt und einen Flügelbau abgeschlossen, der im Erdgeschoß eine 
Steuernebenstelle, in den Obergeschossen Bureauräume, Aufenthaltsräume für die 
Straßenkehrer und Wohnungen für den Oberinspektor der Straßenreinigungsanstalt, 
Inspektor usw. enthält. Den Abschluß nach dem Feuerwachgebäude bildet das für 
54 Pferde eingerichtete Stallgebäude, das in den oberen Geschossen einen Futter-, 
Heu- und Haferboden, Räume für die Unterbringung von Wagen, die durch einen 
Aufzug in die Höhe befördert werden, sowie Wagenlackiererei usw. aufnehmen soll. 
Die Feuerwache enthält einen Wagenraum für 4 Fahrzeuge, an den sich die für die 
Bespannung der Fahrzeuge nötigen Pferdestände seitwärts anschließen. In gleicher 
Höhe mit dem Wagenraum liegen im Erdgeschoß die Tage- und Schlafräume der 
Mannschaften nebst zugehörigen Wasch- und Baderäumen, ferner die Tischlerei, Stell­
macherei, Schmiede und Schlosserei. M it der Feuerwache ist eine Rettungswache 
verbunden. Auf dem Hof im Anschluß an den Pferdestall befinden sich ein Steigeturm 
sowie 3 Wagenremisen. In den oberen Geschossen sind außer Räumen für Fein­
mechanik, die Sattlerei, die Schneiderwerkstätten, Montierungskammer, Bureauräume, 
Wohnräume für den Brandmeister und die Mannschaften untergebracht, und zwar im 
ganzen mit den bereits erwähnten 20 Einzelwohnungen.
Der Fahrzeugraum ist gegen die Bauflucht zurückgesetzt, so daß im Zusammen­
hang mit der angrenzenden Kirchhof- und Emser Straße ein kleiner Platz entsteht, 
der eine bequeme Ausfahrt ermöglicht.
Die Beheizung der Räume erfolgt durch Niederdruckwarmwasserheizungen und 
Oefen. Die Ansichten der Gebäude sind in rauhem Kalk-Kiesputz hergestellt, das 
Dach ist mit naturroten Biberschwänzen als Kronendach ausgeführt worden.
10. St. Ja k o b i -K i r c h h o f ,  B e r l i n e r  Straße 2 6. Infolge Freilegung des 
Geländes an der Berliner Straße und der damit in Verbindung stehenden baulichen 
Veränderungen auf dem Kirchhof wurde die Beseitigung der Kapelle, des Inspektor­
wohnhauses und einer Anzahl Erbbegräbnisse erforderlich. M it dem Versetzen der 
Erbbegräbnisse ist im Oktober 1910 begonnen worden. Der St. Jakobi-Kirchen­
gemeinde wurden für die Neubauten einer Kapelle, eines Inspektorwohnhauses und 
einer Wandelhalle vom Hochbauamt ausgearbeitete Entwürfe vorgelegt, nach denen
        
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