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Periodical volume VI. Bauwesen

Full text: Verwaltungsbericht der Stadt Neukölln Issue 1910/1911

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Das Personal des V erm essungsbureaus, das am 1. April 1910 aus einem Landmesser, 
zwei V erm essungstechnikern  und einem Zeichner bestand, m ußte infolge der vielen 
laufenden Arbeiten verm ehrt werden. Am 31. März 1912 waren beschäftigt: 2 Land­
messer, 1 Hilfslandmesser, 2 Verm essungstechniker und 2 Zeichner.
D. Bauberatung.
Im Anschluß an den Erlaß des Ortsstatuts gegen  die V erunsta ltung des S tad t­
bildes und einem allgemein em pfundenen Bedürfnis en tsprechend war die E inrich tung  
getroffen, sämtliche unter die genannte  Vorschrift fallenden N eubauprojekte  dem 
städtischen H ochbauam t zur B egutach tung  vorzulegen. Diese E inrich tung  hat sich 
außerordentlich  bewährt und ist seit ihrem Bestehen erheblich erweitert worden . In 
den Berichtsjahren wurden 316 Baugesuche begutachtet, von denen  60 Projekte voll­
s tändig  bearbeitet und eine große Anzahl durch kleinere A bänderungen  und V erbesse­
rungsvorsch läge  einer besseren A usführung  en tgegengebrach t  wurden. Es w urden 
V erbesserungen bezüglich S tellung der Gebäude, A usnu tzung  der Grundfläche, U m ­
gesta ltung  der Fassaden  wie der Grundrisse herbeigeführt, teils durch A bänderung, 
teils durch Neuaufstellung von Projekten seitens des städtischen H ochbauam ts. In 
vielen Fällen war es erforderlich, auch noch die wichtigsten Details anzugeben , so 
daß ein igermaßen G ew ähr dafür bestand, daß auch die A usführung  nach den Vor­
schlägen tatsächlich erfolgte. Infolge einer derartigen B aubera tung  konnten sowohl 
erhebliche Verbesserungen  der äußeren E rsche inung  wie auch des A usbaues von 
Gebäuden, Einfriedigungen, G artenanlagen und dergl. erreicht werden.
Die B aubera tung  erfolgte durch persönliches E invernehm en des Hochbauam ts  
mit den in Betracht kom m enden  G rundeigentüm ern  und Privatarchitekten und hat 
durchw eg ein allseits zufriedenstellendes Ergebnis  gezeitigt.
Es wäre zu wünschen, daß diese segensre iche  E inrich tung  von seiten des 
bauenden Publikum s noch m ehr  und möglichst frühzeitig vor Beginn der eigentlichen 
A usführungsarbeiten  in Anspruch genom m en würde.
2. Hochbau.
Das anhaltende W achstum  der B evölkerung m achte auch in der Berichtszeit 
um fangreiche Schulneubauten  erforderlich. So entstanden die M ädchen-Mittelschule und 
G em eindeschule  in der Donaustraße, die Realschule am Boddinplatz, die G em einde­
schule Richardstraße 47 und eine Turnhalle  auf dem Schulgrundstück  M ahlower 
Straße 29 30. W eiter befaßte sich das H ochbauam t mit der E rw eite rung  des Kranken­
hauses, dem Rathausneubau , dem Ringbahnhof Kaiser-Friedrich-Straße, der Badeanstalt, 
dem Neubau der F eu e rw eh r  und S traßenre in igungsansta lt  E m ser S traße  132, den 
baulichen V eränderungen  auf dem  St. Jakobi-Kirchhofe. Auch mit der A usarbeitung  
zahlreicher neuer Entw ürfe  w ar das Amt beschäftigt.
Zur Beurteilung des Umfangs der Geschäfte des H ochbauam ts m öge angeführt 
werden, daß für N eubauten  und Unterhaltungsarbeiten  im E tatsjahre  1910 bzw. 1911 
978 785 M. bzw. 1 606 631 M., in beiden Jah ren  zusam m en  2 585 416 M. ausgegeben  
w orden  sind.
Die Hochbaudeputa tion  tag te  in den Berichtsjahren 1910 und 1911 16 bzw. 
15 mal und faßte 288 Beschlüsse. Verbunden mit diesen S itzungen w aren 6 bzw. 
2 örtliche Besichtigungen. F ü r  den als S tad tbaura t nach H arburg  a. E. berufenen 
S tad tbauinspektor Dr.-Ing. Höhle trat am 1. J a n u a r  1912 der Großherzoglich Hessische 
Bauinspektor Best ein.
Ueber die durch das H ochbaum t im Laufe der Berichtszeit ausgeführten  Arbeiten 
im einzelnen geben  die folgenden Abschnitte Aufschluß.
        
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