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Periodical volume V. Verwaltung der Gemeindeliegenschaften

Full text: Verwaltungsbericht der Stadt Neukölln Issue 1910/1911

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entlegenen  städtischen G rundstücken stets Bewerber für die Parzellen vorhanden  sind. 
Der Wechsel im Besitze der Parzellen ist im Verhältnis zur  Gesamtzahl der städtischen 
L aubengärten  mit 18°/„ sehr gering. W enn man berücksichtigt, daß in dieser Zahl 
die infolge B ebauung  der G rundstücke gekündigten  Kolonisten e ingerechnet sind, ist 
dies ein günstiges  Zeichen für die Seßhaftigkeit der Parzelleninhaber.
Die erste städtische Laubenkolonie  w urde im Jah re  1908 versuchsweise  unter 
A usschaltung  eines Generalpächters  auf dem städtischen G rundstücke W anzlikstraße 7 
eingerichtet. Am Schlüsse des Etatsjahres 1909 waren 11 städtische G rundstücke zur 
N utzung  als Laubenland verpachtet, und im Etatsjahre 1910 wuchs die Zahl der 
städtischen Laubenkolonien auf 18. Im Laufe des Etatsjahres 1911 w urden weitere 
17 Kolonien eingerichtet, so daß sich die Gesamtzahl gegenw ärtig  auf 35 beläuft. 
A ußerdem hat der Volksheilstättenverein vom Roten Kreuz auf dem städtischen G rund­
stücke am Mittelwege 170 Schrebergärten  eingerichtet. Die städtischen Laubenkolonien 
umfassen insgesam t eine F läche von 29 ha, von denen auf die einzelnen Kolonien 
eine F läche von 10 a bis 4 ha entfällt. Diese 35 Kolonien sind in 1600 einzelne 
Parzellen geteilt, deren Größe zwischen 6 und 30 qR schwankt. Bei N eueinrichtungen 
werden in der Regel 15 qR an die einzelnen Bewerber abgegeben .
Die Verpachtung  erfolgt nach M aßgabe der Pach tbed ingungen  vom 1. A ugust 1911, 
die von den Bewerbern anzuerkennen  sind. Kinderreiche Familien w erden bevorzugt.
W ährend in früheren Jahren  die Verwalter der städtischen Laubenkolonien vom 
Magistrat ernannt wurden, ist den Parzelleninhabern nach den jetzt geltenden Pacht­
bedingungen  größere  Freiheit dadurch e ingeräum t worden, daß sie sich in einer 
G enera lversam m lung aus ihrer Mitte den Verwalter selbst wählen, der als Entschädi­
gu n g  für die W ah rn eh m u n g  der Geschäfte ganz oder teilweise von der Verpflichtung 
zur Zahlung  des Pachtzinses befreit wird. Die A ufrechterhaltung der Ruhe und O rd­
nung  auf dem G rundstück sowie die Schlichtung etwaiger Streitigkeiten zwischen den 
Pächtern  oder ihren A ngehörigen  liegt einer Kommission ob, die aus 3 Personen  
besteht und ebenfalls alljährlich von den Kolonisten aus ihrer Mitte zu wählen ist.
Dank dem E ntgegenkom m en der Charlo ttenburger W asserw erke  w erden 10 
städtische Laubenkolonien aus der öffentlichen W asserle itung mit W asser versorgt. 
6 Kolonien w urden  beim G ebergang  des E igentum s an dem G rundstück auf die Stadt- 
gem einde  mit der W asserle itungsanlage übernom m en, 4 Kolonien auf A ntrag  des 
Magistrats neu angeschlossen. Die Charlo ttenburger W asserw erke  liefern das W asser 
für die städtischen Laubenkolonien zu dem tarifmäßigen Mindestsätze von 10 Pf. pro cbm, 
die Parzelleninhaber zahlen einen W asserzins von 20 Pf. pro qR und Jahr, der 
unsere  Selbstkosten nicht voll deckt.
W as die bebauten G rundstücke anbetrifft, so gibt die beigefügte Tabelle näheren 
Aufschluß über die vermieteten W o h nungen  und die Mieteinnahmen.
Die städtischen M iethäuser am E nde  der E tatsjahre  1909— 1911.
In den stk idtis chen Miet­ Von den in städtischen M iet­ U eber- 
Im häusern  w arer vorhanden häusern  vorhandenen  Miets- M ietein­ Unkosten schuß  der 
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und Küche räum e gen L ager­räum e M. M. M.
1909 5 78 13 13 2 106 10 81 13 2 27 726 21 872 
1910 5 78 13 13 2 106 7 84 13 2 59 209 56 215 2 994 
1911 13 224 22 25 13 284 35 2 3 211 23 10 64 180 51 155 13 025
        
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