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Periodical volume I. Bevölkerung und Stadtgebiet

Full text: Verwaltungsbericht der Stadt Neukölln Issue 1910/1911

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Elberfeld, Halle, Kiel, Mannheim, Stettin und Straßburg. Sie nahm unter den deutschen 
Großstädten die 19. Stelle ein. Eine größere Bevölkerung wiesen außer der Reichs­
hauptstadt nur Hamburg, München, Leipzig, Dresden, Cöln, Breslau, Frankfurt a. M., 
Düsseldorf, Nürnberg, Charlottenburg, Hannover, Essen, Chemnitz, Stuttgart, Magde­
burg, Königsberg und Bremen auf. Die beiden letztgenannten Städte aber hat Neu­
kölln im Herbst 1911 überflügelt.
In den Tabellen 1 und 2 w ird das Volkszählungsergebnis einmal nach Straßen, 
sodann nach statistischen Bezirken und Stadtteilen gegliedert. Die Entwicklung 
der einzelnen Stadtgebietsteile kann, weil eine entsprechende Aufbereitung früher 
nicht erfolgt ist, leider nicht dargestellt werden. Zur Zeit der letzten Volkszählung 
waren in Neukölln 149 regulierte Straßen und Plätze vorhanden. Die volkreichsten 
Straßen sind die Kaiser-Friedrich-Straße (12 135 Seelen) und die Hermannstraße (11 520 
Seelen). Es folgt m it 7549 Bewohnern die Steinmetzstraße, m it 6666 die Emser Straße 
und m it 6381 die Bergstraße. Drei Straßen, die Berliner- (5608), Weser- (5388) und 
Reuterstraße (5249) zählen 5000—6000 Einwohner. Zwischen 4000 und 5000 
beträgt die Bevölkerung in nicht weniger als 7 und zwischen 3000 und 4000 in 
nicht weniger als 9 Straßen. 2000— 3000 Einwohner weisen 18 und 1000—2000 weisen 
30 Straßen auf.
Was die statistischen Bezirke (vergl. den vorstehenden Stadtplan) betrifft, so ist der 
volkreichste m it rd. 12 500 Einwohnern der im Westen am Tempelhofer Felde gelegene 
21. Bezirk, der die Herrfurthstraße, den Herrfurthplatz, die Allerstraße, die Steinmetz­
straße westlich der Hermannstraße, ferner etwa die Hälfte der Weisestraße m it der Schiller­
promenade umfaßt. Ihm folgen m it mehr als 11 000 Einwohnern die am Kottbuser 
Damm gelegenen Bezirke 1 und 2 und der die Südwestecke des Stadtgebiets bildende 
Bezirk 14. Von den übrigen statistischen Bezirken hatten 5 eine Bevölkerung von 
10— 11000, 9 eine solche von 9— 10000, 5 eine solche von 8— 9000 und 1 eine Be­
völkerung von 7— 8000 Seelen. Von den 8 Stadtteilen sind die bevölkertsten m it 
42 999 bezw. 42 478 Einwohnern der nördlich gelegene Berliner Stadtteil, danach der 
dem Truppenübungsplatz vorgelagerte Tempelhofer Stadtteil. An dritter Stelle folgt 
m it 37 471 Einwohnern der Deutsche Stadtteil. A lle übrigen, m it Ausnahme allein des 
nur 10 425 Bewohner bergenden Treptower Stadtteils, haben eine Bevölkerung von je 
20— 30 000.
Da die Arealverhältnisse der statistischen Bezirke und der Stadtteile durchaus 
verschieden sind, so lassen die angegebenen Bevölkerungszahlen Rückschlüsse auf die 
Bevölkerungsdichtigkeit natürlich nicht zu. Auch die Zurückführung der Bevölkerungs­
angaben auf die Flächeneinheit ergibt kein richtiges Bild von der Siedelungsdichte, 
weil ja der Stand der Bebauung in den einzelnen statistischen Bezirken und Stadtteilen 
ein ganz verschiedener ist und die Größe der bebauten (Haus- und Hofraum-) Fläche 
wohl für die ganze Stadt, nicht aber fü r die einzelnen Gebietsteile bekannt ist. Die 
in Spalte 15 von Tabelle 2 angegebenen Dichtigkeitsziffern, welche sich auf die Gesamt­
fläche beziehen, sind daher einigermaßen brauchbar nur, soweit es sich um vö llig  be­
baute Bezirke handelt, in denen sich Freiflächen von nennenswertem Umfange nicht 
befinden. Für Neukölln kommt in dieser Hinsicht eigentlich nur der 18. statistische 
Bezirk in Betracht. Es ist dies der kleinste nur 9.21 ha umfassende Bezirk, der gleich­
wohl eine Bevölkerung von 9299 Personen und eine Dichtigkeitsziffer von 1010 Personen 
auf den Hektar der Gesamtfläche aufweist, ein Bezirk, welcher hinsichtlich der Be- 
völkerungs-(Hektar-) D ichtigkeit wohl hinter den ungünstigsten Berliner Stadtvierteln 
kaum zurückstehen dürfte. Die andern Bezirke bieten wegen der allenthalben vor­
handenen Freiflächen ein im großen und ganzen günstiges Siedelungsbild.
Was die Gliederung der Einwohnerschaft nach dem G e s c h le c h t betrifft, so 
wurden in Neukölln 115 676 männliche und 121613 weibliche Personen gezählt, das 
sind 48.7 bzw. 51.3 Pz. der Gesamtheit. Da die entsprechenden Ziffern der beiden 
Vorzählungen jedesmal 49.3 bzw. 50.7 betragen hatten, so hat also ;.cacrJl:'.0c 
Ueberschuß des weiblichen Geschlechts eine Zunahme erfahren. In den einzelnen 
Stadtbezirken und Stadtteilen entfernen sich die Ziffern nur wenig von dem allgemeinen
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