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Periodical volume IV. Erziehunge- und Bildungswesen

Full text: Verwaltungsbericht der Stadt Neukölln Issue 1910/1911

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Um solchen Kindern einheim ischer unbem ittelter Eltern, deren besondere Be­
fähigung sich bei Besuch der Volksschule ergeben hat, in größerer Zahl den Besuch 
der Mittelschule zu ermöglichen, soll die Anzahl der Freistellen auf 15 Pz. bemessen 
werden.
E. Gemeindeschulen.
Zu Beginn der Berichtszeit, am 1. Januar 1910, waren 32 Gemeindeschulen und 
2 Hilfsschulen für Schwachbegabte Kinder vorhanden. Am 1. Oktober 1911 wurde in 
der Donaustraße ein neues Schulhaus mit 18 Klassenräumen eröffnet, in dem die in der 
W eserstraße bisher untergebrachte 18. Gemeinde-M ädchenschule Aufnahme fand. Die 
freigewordenen Räume in dem Schulhause in der W eserstraße wurden zu demselben 
Zeitpunkte der 13. und 14. katholischen Schule Elbestraße überwiesen, die mit der Ver­
legung die Bezeichnung 33. und 34. Gemeindeschule erhielt. Das Schulhaus in der 
Thom asstraße wurde zum 1. Oktober 1910 durch einen Erw eiterungsbau von 
18 Klassenräumen und eine Turnhalle vergrößert; eine weitere Turnhalle w urde in 
der Berichtszeit auf dem Schulgrundstücke M ahlower Straße errichtet und mit dem 
1. Januar 1912 in Benutzung genom m en. Weitere 5 Klassenräume wurden der 
Gemeindeschule am 1. Oktober 1911 im Gebäude der höheren Mädchenschule vor­
übergehend zur Verfügung gestellt.
Ueber die Entwickelung des Neuköllner Volksschulwesens in den letzten 10 Jahren 
unterrichtet die Tabelle 1. Hiernach wuchs in dieser Zeit die Zahl der Volksschulen 
von 19 auf 34 an. Die erste Hilfsschule kam im Jahre 1905 hinzu, die zweite im 
Jah re  1908. Die Zahl der Klassen stieg von 294 auf 624, die Zahl der Lehrpersonen 
von 263 auf 583, die der Schüler von 16 594 auf 33 500. Da die Verm ehrung der 
Klassen der keineswegs gleichmäßigen Bevölkerungszunahm e nicht immer angepaßt 
werden konnte, so hat der durchschnittliche Klassenbesuch etwas geschwankt, ln der 
neueren Zeit ist jedoch ein Fortschritt zu verzeichnen, denn gegenüber der Ziffer des 
Jahres 1905, die noch 58.5 betragen hatte, stellte sich der durchschnittliche Klassen­
besuch im Jahre 1911 auf 53.7.
1. Die Entwickelung des Neuköllner Volksschulwesens 1903 bis 1912.
Anfang Zah der
Zahl der Zahl der Zahl der S ch ü ler Durchschnittl.
Ge- w issen­ Schülerzah l
des te chn i­Hilfs- schaft­
schen L ehr­ flieg. auf auf eine Jahres de- lichen per­ Klas­ der der über­Lehrer Räum e K las­ eine L ehr­schulen Lehrerinnen sonen sen sen Knaben M ädchen haupt Klasse person
1903 19 227 27 9 263 294 238 56 8213 8 381 16 594 56.4 63.1
1904 20 — 240 33 10 283 317 238 79 9 042 9 253 18 295 57.7 64.6
1905 22 i 259 43 11 313 345 280 65 9 900 10 008 19 908 57.7 63.5
1906 24 i 275 52 18 345 377 337 40 10917 11 125 22 042 58.5 63.9
1907 26 i 312 60 22 394 426 387 39 11 962 12 265 24 227 56.9 61.5
1908 28 2 347 67 26 440 475 432 43 13 244 13 199 26 443 55.7 60.1
1909 30 2 385 75 28 488 526 478 48 14 151 14 087 28 238 53.7 57.9
1910 32 2 404 79 30 513 553 518 35 15 022 14 901 29 923 54.1 58.3
1911 32 2 428 85 33 546 587 537 50 15 724 15 878 31 602 53.9 58.0
1912 34 2 456 91 36 583 624 556 68 16 768 16 732 33 500 53.7 57.3
Die Verwaltung der Gemeindeschulen liegt in den Händen der Schuldeputation, 
die während der Kalenderjahre 1910 und 1911 in 17 Sitzungen 452 Beschlüsse faßte. 
Als technischer Beirat des M agistrats fungierte der Königliche Kreisschulinspektor 
Schulrat Anders und nach dessen Ableben seit Septem ber 1911 der Königliche Kreis­
schulinspektor W erner.
Die erste Hilfsschule ist im Laufe der Berichtszeit durch Angliederung weiterer 
Klassen von einer 8 klassigen zu einer 13 Massigen — einschließlich einer Klasse für
13*
        
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