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Periodical volume 30. Januar 1920

Full text: Amtlicher stenographischer Bericht über die Sitzung der Stadtverordneten zu Neukölln Issue 1920

unsere P flicht a ls  S tad tv e ro rd n e te  gegenüber üer B e ­
völkerung nicht zurückstellen w erden  gegenüber der 
Pflicht a ls  A ufsichtsratsm itg lied , sondern  daß  w ir 
unsere Pflichten so auffassen, w ie sie au fgefaß t w erden 
müssen. D am it sind die E in w än d e  h infällig . S ie  sind 
ja da vertre ten . D a s  andere, w a s  H err V o ig t an führte  
oder anreg te , die W ah l des A ufsichtsrates, ja , d a fü r ist 
nicht h ier die S te lle , da ist der M a g is tra t u nd  der A uf- 
sichlsrat zuständig, und die beiden S te lle n  m ögen d a r ­
über entscheiden; d a s  V orfchlagsrecht liegt I h n e n  ob, 
und  S ie  m ögen  es  handhaben , w ie S ie  w ollen . Ich  
bitte S ie , den E inspruch aufzugeben, da keine B e ­
rechtigung hierzu  vorliegt. J e  g rößer Komm issionen 
u nd  D ep u ta tio n en  sind, desto schwieriger a rb e iten  sie, 
u nd  w ir sind nach w ie vo r bereit, alle Wünsche a u s  der 
B evölkerung  entgegenzunehm en. W enn  einzelne H erren  
da den K opf schütteln, so weise ich d a ra u f h in , daß  es 
im  L ebensm itte  la usschuß ständig  2 b is  'A3  U hr w urde, 
ehe die D ebatten  beendet w a ren . A lle Kreise, die ein 
In teresse  d a ra n  haben , kommen zu ihrem  Recht, n u r  
m it dem Unterschied, daß  nicht drei von jeder G ruppe , 
oder eventuell v ier, sondern n u r  zw ei oder e iner v o r­
handen  sind. (W iderspruch.) S ie  bleiben im  Ausschuß, 
kom m en zu den V orbesprechungen, und  w ir  nehm en an, 
nicht a ls  B ittste ller, sondern betrachten S ie  a ls  gleich­
w ertig .
S ta d tv e ro rd n e te r  H eitm ann  (S .  P .  D .): Ic h  bin 
der Ausfassung, daß  w ir  heute über diese S ache w irk­
lich nicht m ehr reden  brauchen. W ir  haben  u n s  in  der 
letzten S tad tvero rdne tensitzung  eingehend m it dieser 
F ra g e  beschäftigt. H eute sehen w ir  dasselbe Schauspiel, 
daß  der Versuch u n te rnom m en  w ird , die D ebatten  neu  
zu eröffnen. Ich  g laube, w ir  komm en am  schnellsten 
über die ganze A ngelegenheit h inw eg, w en n  w ir  den 
Lebensm ittelausschutz, w ie er vom  W ahlausschuß  v o r­
geschlagen ist, w äh len , daß  aber irgend  welche B e d in ­
gungen an  diesen Beschluß nicht geknüpft w erden 
können, sondern die F ra g e  der Besetzung des Aufsichts- 
ra ts  ist eine A ngelegenheit, die m it diesem P u n k t der 
T ag eso rd n u n g  nichts zu tu n  h a t un d  auch nicht dam it 
in  V erb indung  gebracht w erden  kann,
S ta d tv e ro rd n e te r  v o ig t  (D ü ra l. V .): Ic h  m uß  mich, 
offen gestanden, w u n d ern , daß  S ie  den  Vorschlag so 
au fgefaß t haben , a ls  ob ich die D ebatte  v e rlän g e rn  
w ollte. D as  ist m ir  g a r  nicht eingefallen. Ic h  habe 
n u r  gesagt, d a ß  w ir  fü r den A usschuß H e rrn  T reffer! 
vorschlagen: nachdem  H err S t a d t t a t  M ie r  e rk lä rt h a t, 
d aß  der S itz des H e rrn  J u s tiz ra ts  A b rah am  frei ge­
w orden  ist. W ir  wünschen nicht, sondern w ir  w ollen 
in  d e r G roßhandelsgefellschaft vertre ten  sein. (R ufe: 
D as  bestim m t d e r  W ahlausschuß!) D a s  ist also e tw as  
einfaches. Ich  w ill heute die S ache  kurz abbrechen. 
Ich  bleibe bei m einem  Vorschlage, H e rrn  T re ffe rt in  
den A usschuß zu  w äh len , u n d  d a s  Ü brige w erden  w ir 
u n s  vorbehalten . D a  der P la tz  des H e rrn  Ju s tiz ra ts  
A b rah am  frei gew orden ist, liegt es  in  I h r e r  H and , 
unseren W ünschen entgegenzukom m en. E s  m üßte fü r 
S ie  ganz selbstverständlich sein; nachdem S ie  von u n s  
gehört haben , daß  w ir  nach der Z usam m ensetzung der 
Handelsgesellschaft nicht dam it e in v erstan d en  sein 
können, können S ie  nichts besseres tun , a ls  w enn  S ie  
u n s  N ö rg le r  da h ineinnehm en. Ic h  b in  der Letzte, der 
in  der V ersam m lung  spricht, um  die D ebatten  in die 
L än g e  zu ziehen. Ich  habe rttich bei jeder G elegenheit j 
beschwert, d aß  viel zu viel gesprochen w ird  über Sachen , 
die g a r nicht so wichtig sind.
S ta d tv e ro rd n e te r  H eyn (S . P .  D .): Ich  möchte 
dem M ag is tra t noch einen W unsch m itgeben , der eben­
falls im  W ahlausschuß  besprochen w urde . E s  ist im  
W ahlausschuß aufgefallen , daß  im  A uffich tsra t der G e­
sellschaft keine F r a u  v e rtre ten  ist. A u s  dem Vorschlage, 
den neuen  L ebensm ittelausschuß n u r  a u s  F ra u e n  be­
stehen zu lassen, geht hervor, w ie tüchtig gerade die 
F ra u e n  im  Lebensm ittelausschutz gearbeitet haben , und 
m an  mutz sich um  so m ehr w u n d e rn , d aß  bei der B e ­
setzung der L eitung  üer neuen  Gesellschaft nicht eine 
F r a u  berücksichtigt w urde . S o ll te  m a l eine V akanz im  
A ufsichlsrat e in treten , d a n n  b itten  w ir, möglichst eine 
F r a u  h ineinzuw ählen . Diesen W unsch möchte ich dem 
M a g is tra t m itgeben.
S ta d t r a t  ZRiet: Ich  möchte n u r  d a ra u f  h inw eisen , 
d aß  die V orschläge zu r Besetzung des A ufsich tsrats von 
der S tad tv e ro rd n e ten v ersam m lu n g  a u sg e g a n g e n  sind.
V orsteher: Ich  nehm e an , daß  S ie  m it den V o r­
schlägen des W ahlausschusses einverstanden  find. 
H alten  S ie  Ih r e n  Einspruch aufrecht? (Z u ru f  S ta d tv . 
E ngel: J a w o h l! )  W ir  kom m en d an n  zu r A bstim m ung. 
W er fü r die V orschläge des W ahlausschusses ist, den 
b itte  ich, e ine  H an d  zu erheben. —  G egenprobe. —  Die 
V orschläge sind angenom m en.
D a n n  möchte ich um  Vorschläge fü r den  L ebens­
m ittelausschuß b itten . D ie Z a h l ist au f 6 festgesetzt.
E s  w erden  vorgeschlagen: F r a u  Scholz, F r a u  
B ö lia n  von  der sozialdemokratischen P a r te i ,  v o n  den 
U n ab häng igen  F r a u  D o n a t u nd  F r a u  K noll, von der 
B ürgerlichen  V ere in ig u n g  H e rr  T reffert.
W ir  kom m en zu  P u n k t 4: G enehm igung  von 
E ta tsübersch re itungen .
W ünscht h ierzu  jem and  d as  W o rt?  D a s  ist nicht 
der F a l l ;  som it erk läre ich I h r  E in v e rs tä n d n is  m it der 
V orlage .
E in  w eiterer P u n k t 4 der T a g e so rd n u n g  w ird  
ebenfalls ohne D ebatte  genehm igt.
D a n n  P u n k t 5 : G enehm igung  der gegenseitigen 
Ü b ertrag b ark e it von E ta tspositionen .
W ünscht h ierzu  jem an d  d a s  W o rt?  D as  ist nicht 
der F a ll .
W ir  komm en zu P u n k t 6 der T a g e so rd n u n g : V e r­
stärkung eines K riegsk red ils .
Auch dazu w ird  d a s  W o rt nicht gewünscht. Die 
V orlage  ist angenom m en .
D an n  P u n k t 7: E rh ö h u n g  der G eb ü h ren  fü r die 
In an sp ru ch n ah m e  der städtischen F riedhöfe.
W ünscht h ierzu  jem and  d a s  W o rt?  D a s  ist nicht 
der F a ll.
D a n n  P u n k t 8: A n lage  e iner B o h len fah rt fü r 
Zwecke d e r M ü llab fu h r .
W ünscht hierzu  jem and  d a s  W o rt?  D a s  ist nicht 
der F a ll.
D an n  P u n k t 9: Z u stim m u n g  zu dem Schiedsspruch 
des Schlichtungsausschusses G ro ß -B e rlin  vom  12. D e­
zem ber 1919 über die Neufestsetzung der G ehaltsbezüge 
der B ü ro h ilfsa rb e ite r.
W ortm eldungen  liegen  auch h ier nicht vor.
W ir  komm en zu P u n k t 10: Z a h lu n g  von
T euerungszu laged ifferenzen  a n  L ehrpersonen.
W o rtm e ld u n g en  liegen auch h ie r nicht vor. S o m it 
erkläre ich I h r  E in v e rs tän d n is  m it d e r V orlage .
W ir käm en zu P u n k t 11: Abschluß eines T a r i f ­
v e rtrag es m it dem  B u n d e  d e r technischen A ngestellten 
und  B eam ten  zu B e rlin .
Auch hierzu  liegen W ortm eldungen  nicht vor.
W ir käm en d an n  zu dem D ring lichkeilsan trage 11a. 
Zunächst möchte ich frag en , ob gegen die D ringlichkeit 
Einspruch erhoben  w ird . D a s  ist nicht der F a ll.
Ic h  habe  ex tra  vo r Feststellung der Tatsache, daß 
gegen die Dringlichkeit ein  E inspruch nicht erhoben  
w ird , nichts gesagt, ich tue es aber jetzt in  der Absicht, 
u m  bei solchen D ring lichkeitsan trägen  e rn e u t a n  die 
F rak tio n en  zu appellieren , daß  n u r  wirklich wichtige 
A n träg e  nach der festgesetzten Z e it eingebracht w erden , 
un d  bei diesem A n trag e  habe ich d a s  G efühl, daß  e r  
nicht so sehr d ringlich  w a r, w eil ich der Ü berzeugung 
b in , Saß die in  dem  A n tra g  e rw äh n ten  M ä n g e l sich
        
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