Path:
Volume 22. Dezember 1919

Full text : Amtlicher stenographischer Bericht über die Sitzung der Stadtverordneten zu Neukölln (Public Domain) Ausgabe 1919 (Public Domain)

S tad tvero rdneter Schilling (B ürg t. 23.): M eine D a­ men und H erren! W ir schließen uns auch dem A ntrage an, leren natürlich in der Hauptsache auf eine V er­ wirklichung des A rbeitsprinzips in den Schulen m ehr W ert, a ls auf die E inführung des Handfcrtigkeitsunter- richts a ls solches. W ir dürfen nicht vergessen: Unsere Volksschule hat eine allgemein bildende Aufgabe S ie i w ill nicht für bestimmte G ruppen arbeiten, sie will ■ nicht Handwerker hervorbringen. D afür haben w ir unsere Gewerbeschulen, auch die Fortbildungsschulen, i D as A rbeitsprinzip sollte aber doch m ehr in unseren Schulen und in der M ethode unserer Unterrichtsgegen- ; stände beachtet w erden: in der Unterstufe das F orm en, ; in der Mittelstufe das Kleben, Schnitzen, die P a p ie r ­ arbeit und Holzarbeil, der Handfertigkeitsunterricht auf der Oberstufe usw. B islan g ist das n u r Sache der ! Hilfsschulen gewesen. Ich habe mich gefreut, wenn w ir Handfertigkeitsausstellungen hatten, daß gerade diese recht ansehnliche Leistungen von Volksschulen zur A us- | führung und Ausstellung brachten. Also ich meine: j D as A rbeitsprinzip, daß also das Kind selbst formt, I selbst bildet, daß es am Anschauungsobjekt selbst sieht, j scheint m ir viel wichtiger zu sein. W enn hierin die j Lehrpersonen m ehr angeleitet w erden könnten als b is- j her, das w äre sehr zu begrüßen. Durch ein p aa r Kurse w ird für die E inführung des I H andfertigkeitsunterrichts als solchen nicht viel zu er- I reichen sein. B ei der schwindsüchtigen F inanzlage j unserer S ta d t w erden w ir u n s die allgemeine obliga- j torische E inführung des Handfertigkeitsunterrichts auch nicht leisten können. A ber die Hauptsache ist, daß durch ! solche Kurse auch das A rbeitsprinzip bekannt w ird und | durchgeführt w erden kann. S tad tvero rdneter Heyn (S . P . D .): M eine D am en j und H erren! M eine F rak tion erklärt sich m it dem V or­ schlage einverstanden, eine besondere gemischte D epu­ ta tion einzusetzen. W ir schlagen die V erteilung der M andate auf die einzelnen F rak tionen entsprechend ihrer S tä rk e nach dem V erhältn is von 2 : 2 : 1 : 1 vor, und der M agistrat kann dann auch seine V ertreter dazu ernennen. D ann m ö^te ich noch ganz kurz sagen, daß w ir natürlich nichf aus G ründen der republikanischen S taa tsfo rm d e , . genannten Unterricht wollen, sondern ich hübe n u r g 'a g i, es ist selbstverständlich, daß m an diesem A ntrage zustimmt, weil m an ja in der V er­ fassung diese Seche schon verlangt. S o ist das aufzu­ fassen. D as tug i in der N a tu r der Sache, daß w ir aus sachlichen pädagogischen G ründen dafür sind. I m übrigen freut es mich, daß alle P arte ien dafür ein­ getreten sind. S tadtverordneter Marschall (U .S . P .) : M eine D am en und Herren! E s m uß uns aber auch überlassen bleiben, Fachleute hinzuzuziehen. E s sind nicht ge­ nügend Stadtverordnete in der V ersam m lung, die en t­ scheidend in solchen F rag en sind. Deshalb m uß der Kommission das Recht zugestanden werden, solche Leute hinzuzuziehen. (Z u .us: Beratende Fachleute!) Stadtschulrat D r. Buchenau: M eine D am en und Herren! Dem Vorschlage der H erren von beiden so­ zialistischen P arte ien kann ich vom Standpunkte des M agistrats durchaus zustimmen und betone auch, daß w ir es auch in anderen D eputationen so gemacht haben, daß Fachleute beratend hinzugezogen worden sind. D as w ird auch hier geschehen, genau so, wie w ir es in der iozialpädagogischen Kommission gemacht haben. Vorsteher: E s herrscht Übereinstimmung darüber, daß zu der Kommission beratende fachmännische M it­ glieder hinzugezogen w erden können. Welcher Kom ­ mission soll die Sache überwiesen w erden? (Z uruf: Neue Kommission! 2 : 2 :1 :1 . — D ann kann sie be­ ratende M itglieder hinzuziehen!) D ann bitte ich um Vorschläge! (Zuruf S rad tv . H eitm ann: N eum ann, F ra u Schulz! — Z u ru f S tab to . Schneider: Schneider, M a r ­ schall! — Z uru f der dem. F rak tion : Exner! — Z uruf: Schilling!) Vorgeschlagen sind: N eum ann, F ra u Schulz, Schneider, Marschall, E xnrr, Schilling. W ir w ären somit über P unkt 17 hinweg. Die öffenlliche Sitzung ist beendet. Schluß der S itzung: 12 Uhr 30 M in . nachts.
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.