S tad tvero rdneter Schilling (B ürg t. 23.): M eine D a
men und H erren! W ir schließen uns auch dem A ntrage
an, leren natürlich in der Hauptsache auf eine V er
wirklichung des A rbeitsprinzips in den Schulen m ehr
W ert, a ls auf die E inführung des Handfcrtigkeitsunter-
richts a ls solches. W ir dürfen nicht vergessen: Unsere
Volksschule hat eine allgemein bildende Aufgabe S ie i
w ill nicht für bestimmte G ruppen arbeiten, sie will ■
nicht Handwerker hervorbringen. D afür haben w ir
unsere Gewerbeschulen, auch die Fortbildungsschulen, i
D as A rbeitsprinzip sollte aber doch m ehr in unseren
Schulen und in der M ethode unserer Unterrichtsgegen- ;
stände beachtet w erden: in der Unterstufe das F orm en, ;
in der Mittelstufe das Kleben, Schnitzen, die P a p ie r
arbeit und Holzarbeil, der Handfertigkeitsunterricht auf
der Oberstufe usw. B islan g ist das n u r Sache der !
Hilfsschulen gewesen. Ich habe mich gefreut, wenn w ir
Handfertigkeitsausstellungen hatten, daß gerade diese
recht ansehnliche Leistungen von Volksschulen zur A us- |
führung und Ausstellung brachten. Also ich meine: j
D as A rbeitsprinzip, daß also das Kind selbst formt, I
selbst bildet, daß es am Anschauungsobjekt selbst sieht, j
scheint m ir viel wichtiger zu sein. W enn hierin die j
Lehrpersonen m ehr angeleitet w erden könnten als b is- j
her, das w äre sehr zu begrüßen.
Durch ein p aa r Kurse w ird für die E inführung des I
H andfertigkeitsunterrichts als solchen nicht viel zu er- I
reichen sein. B ei der schwindsüchtigen F inanzlage j
unserer S ta d t w erden w ir u n s die allgemeine obliga- j
torische E inführung des Handfertigkeitsunterrichts auch
nicht leisten können. A ber die Hauptsache ist, daß durch !
solche Kurse auch das A rbeitsprinzip bekannt w ird und |
durchgeführt w erden kann.
S tad tvero rdneter Heyn (S . P . D .): M eine D am en j
und H erren! M eine F rak tion erklärt sich m it dem V or
schlage einverstanden, eine besondere gemischte D epu
ta tion einzusetzen. W ir schlagen die V erteilung der
M andate auf die einzelnen F rak tionen entsprechend
ihrer S tä rk e nach dem V erhältn is von 2 : 2 : 1 : 1 vor,
und der M agistrat kann dann auch seine V ertreter dazu
ernennen.
D ann m ö^te ich noch ganz kurz sagen, daß w ir
natürlich nichf aus G ründen der republikanischen
S taa tsfo rm d e , . genannten Unterricht wollen, sondern
ich hübe n u r g 'a g i, es ist selbstverständlich, daß m an
diesem A ntrage zustimmt, weil m an ja in der V er
fassung diese Seche schon verlangt. S o ist das aufzu
fassen. D as tug i in der N a tu r der Sache, daß w ir aus
sachlichen pädagogischen G ründen dafür sind. I m
übrigen freut es mich, daß alle P arte ien dafür ein
getreten sind.
S tadtverordneter Marschall (U .S . P .) : M eine
D am en und Herren! E s m uß uns aber auch überlassen
bleiben, Fachleute hinzuzuziehen. E s sind nicht ge
nügend Stadtverordnete in der V ersam m lung, die en t
scheidend in solchen F rag en sind. Deshalb m uß der
Kommission das Recht zugestanden werden, solche Leute
hinzuzuziehen. (Z u .us: Beratende Fachleute!)
Stadtschulrat D r. Buchenau: M eine D am en und
Herren! Dem Vorschlage der H erren von beiden so
zialistischen P arte ien kann ich vom Standpunkte des
M agistrats durchaus zustimmen und betone auch, daß
w ir es auch in anderen D eputationen so gemacht haben,
daß Fachleute beratend hinzugezogen worden sind. D as
w ird auch hier geschehen, genau so, wie w ir es in der
iozialpädagogischen Kommission gemacht haben.
Vorsteher: E s herrscht Übereinstimmung darüber,
daß zu der Kommission beratende fachmännische M it
glieder hinzugezogen w erden können. Welcher Kom
mission soll die Sache überwiesen w erden? (Z uruf:
Neue Kommission! 2 : 2 :1 :1 . — D ann kann sie be
ratende M itglieder hinzuziehen!) D ann bitte ich um
Vorschläge! (Zuruf S rad tv . H eitm ann: N eum ann, F ra u
Schulz! — Z u ru f S tab to . Schneider: Schneider, M a r
schall! — Z uru f der dem. F rak tion : Exner! — Z uruf:
Schilling!) Vorgeschlagen sind: N eum ann, F ra u
Schulz, Schneider, Marschall, E xnrr, Schilling. W ir
w ären somit über P unkt 17 hinweg.
Die öffenlliche Sitzung ist beendet.
Schluß der S itzung: 12 Uhr 30 M in . nachts.