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Periodical volume 22. Dezember 1919

Full text: Amtlicher stenographischer Bericht über die Sitzung der Stadtverordneten zu Neukölln Issue 1919

Arbeit, da könnte m an vielleicht auch Gegenliebe finden 
und Gegenliebe verlangen. W enn also vielleicht der 
JugenLam tsleiter meint,, er könnte ohne solche B eru fs­
personen und Berufserzieher auskommen, inan könnte 
ohne w eiteres die M itarbeit der M itglieder der Schub 
deputation und besonders auch der svzialpädagvg!schen 
D eputation ausschließen, so glaube ich, daß das ein sehr 
gewagtes Stück ist.
D ann  äußerte sich H err Kollege Schneider über 
unsere Vereinstätigkett. Ich  glaube, w ir sind u n s d ar­
über vollständig klar: Ähre Vereine in der Jugendpflege 
arbeiten in  Ih re m  S in n e  und unsere Vereine arbeiten 
in unserem S inne. D as sind Arbeitsgebiete, die sich 
teilweise einander berühren, teilweise gehen sie Hand in 
Hand und teilweise trennen sie sich, wobei es m ehr oder 
weniger kein P aktieren gibt. Ich glaube, daß sich 
unsere Jugendorganisationen m it den Ih rig e n  'zusam ­
men zu gemeinsamer A rbeit noch finden und an  einen 
Tisch setzen können.
S ta d tra t W uhky: M eine Dam en und Herren!
W enn gesagt worden ist, daß bisher auf dem Gebiete, 
um  das es sich handelt und das jetzt dem Ju g en d am t 
zugeteilt werden soll, nicht genügend geleistet worden 
ist, so entzieht sich das m einer K enntnis, bezw. ich kann 
mich darüber nicht äußern. Ich bin vom M agistrat 
berufen w orden, m itzuarbeiten. D as eine möchte ich 
sagen, Laß es unmöglich ist, einem  Gedanken nachzu­
hängen, der gar nicht im Handum drehen verwirklicht 
werden kann, namentlich daß das, w as  hier als P ro -  l 
grem m  des Jugendam tes aufgestellt ist, nicht von heute j  
auf morgen zur Tatsache werden kann. Ich glaube 
auch, daß alle die Dam en und Herren, welche der A uf­
fassung find, es fei nicht genügend getan w orden, nicht 
etw a von dem Gesichtspunkte ausgehen, daß nun dieser 
ganze P la n  plötzlich zur Tatsache w erden soll, sondern 
sie werden zweifellos dahin wirken wollen, daß im 
S in n e  des P ro g ram m s, das hier vorgelegt worden ist, 
gearbeitet w erden soll, und zw ar so energisch und 
fleißig, wie nu r gearbeitet w erden kann. D as letztere 
glaube ich jedenfalls sogen zu können und hoffe, daß ich 
dabei die weitgehendste Unterstützung aller derjenigen 
finden werde, welche beruflich- in der Jugendpflege und 
Jugendfürsorge m itarbeiten. D as ist aber jedenfalls ein j 
I r r tu m , w enn hier ausgesprochen worden ist, a ls ob 
das Jugendam t, w enn es die Jugendfürsorge und die 
Jugendpflege in die Hand nimm t, n u n  verzichten wollte j 
auf diejenigen Personen oder diejenigen M itbürger 
unserer S ta d t, die m it dazu berufen sind und, wie ich I 
gern aussprechen will, an besonderer S telle  bisher schon 
m itgearbeitet haben. Aber, meine D am en und Herren, 
dos möchte ich doch sagen, Laß fü r O rganisationen, 
wie der Ortsausschuß eine gewesen ist, in dem R ahm en 
des neuen O rganisationsplanes gar nicht mehr Platz 
fein w ird, weil, wie S ie  ja in der V orlage finden 
werden, für die verschiedenen Zwecke besondere A u s­
schüsse eingerichtet w erden: einer für Jugendpflege und 
einer für Jugendfürsorge. Daß dabei selbstverständlich 
die in F rag e  kommenden Vereine hinzugezogen werden, 
bedarf keiner besonderen Bestätigung. Ich  meine also. I 
es handelt sich jetzt nicht um den Beschluß, den O rts­
ausschuß aufzulösen, sondern es kommt darauf an, 
einem P la n e  zuzustimmen, der hier vorgelegt ist, und 
der das notwendige, w as organisatorisch für die ; 
Jugendpflege und Jugendfürsorge demnächst geschehen j 
soll, ergibt. Die beiden genannten Ausschüsse sind dazu 
berufen; sie w erden zusammengesetzt werden nach Be- > 
sprechung in  der Jugendanitsdeputation  und im  E in ­
vernehmen mit den städtischen Körperschaften, werden 
also eine Zusammensetzung erfahren, wie alle Verm al- j 
tungsdeputationen der S tad t, so daß G ew ähr geboten 
w ird  fü r eine Absteckung des Kreises der M itarbeiter,
wie sie umfangreicher und zweckmäßiger nicht gedacht 
werden kann.
Ich  glaube mich m it diesen kurzen A usführungen 
begnügen zu können, und bitte nochmals dringend, 
sich mit Liefern P lan e  einverstanden zu erklären. E s 
scheint darüber auch Übereinstimmung zu herrschen, so 
daß zu hoffen steht, daß w ir auf G rund  dieses D rgam - 
sationsplanes in der hier schon wiederholt zur Sprache 
gebrachten Jugendsrage baldigst auch wirklich Befrie­
digendes zu leisten in  der Lage fein werden.
S tad tvero rdneter H eitm ann (S . P .  S .) : M eine
Dam en und H erren! I m  N am en m einer F rak tion  kann 
ich erklären, daß w ir selbstverständlich zu Punk- 15 dem 
P lan e , der u n s  vorliegt, unsere Zustim m ung geben. 
W ir sind der Auffassung, daß m it dieser A ufteilung für 
die Jugendfürsorge des Ortsausschusses, fü r seine 
fernere Tätigkeit in  Neukölln kein Feld m ehr vorhanden 
sein w ird. W ir stehen aus dem S tandpunkt, daß w ir 
einem bestehenden V ereine, w enn er w eiter bestehen 
und sich selbst erhalten will, durchaus nicht hindern 
können, auch nicht beschließen, daß er sich auslösen muß, 
sondern w ir w erden mit aller Entschiedenheit d afü r ein­
treten, w enn dieser P la n  von S eiten  der S tad tv e ro rd ­
netenversam m lung angenom m en wird, daß dann den 
nebenher bestehenden O rganisationen au s  städtischen 
M itteln  keine Gelbunterstützungen m ehr zur V er­
fügung gestellt werden. Ich glaube, daß die Herren, 
die bisher gearbeitet haben und die es wirklich ernst 
mit ihrer Tätigkeit gemeint haben, späterhin in diesem 
neuen R ahm en auch sehr gut m itarbeiten können. Ich 
glaubt, daß unter diesen Umständen der Ortsausschuß 
von selbst aufhören w ird zu existieren, und daß w ir 
dem P lan e , der uns vorgelegt w ird, die Zustim m ung 
geben können.
S tadtverordnete F ra u  Becheret (Dt.-dem. P .): 
M eine D am en und H erren! Die demokratische Fraktion 
begrüßt den A n trag  des M agistrats und w ird ihn 
kräftigst unterstützen, da die Ju g en d  das wertvollste G ut 
ist, das w ir besitzen und für dessen Ertüchtigung und 
Gesundung nicht genug getan werden kann. W ir hoffen 
und wünschen aber, daß der A usbau  des Jugendam tes 
nicht von parteipolitischen Gesichtspunkten aus geschieht, 
sondern lediglich von sozialen, weil das Ju g en d am t eine 
Einrichtung ist, die für die gesamte Ju g en d  Neuköllns 
bestimmt ist. F ü r  selbstverständlich Halle ich es aber, 
daß m it dem A usbau  und m it den Einzelheiten sich 
noch die zuständige D eputation w ird besassen müssen.
S tad tverordneter K abtfe ( U .S .P . ) :  Ich  Halle den 
Zwischenruf gemacht, daß der H err Stadtschulrat nicht 
da w ar, als er gebraucht wurde. Ich  halte das voll 
und ganz aufrecht, weil die A nregung dazu nicht m einer 
In itia tiv e  entsprang, sondern der Ih re s  ersten V or­
sitzenden, der sehr enttäuscht w ar und der I h re  Rück- 
berusung veranlaßte. Ich komme dabei auf folgendes: 
S ie  sind ja mit einer ganzen Reihe von Gedanken und 
P län e n  hier aufgetaucht, und wertn n u r die Hälfte da­
von realisiert worden w äre, w äre  es uns lieber gewesen, 
und d aran  hat es im m er gemangelt. A us dem 
G runde haben w ir u n s bei derartigen B eratungen  ge­
sagt: W ir finden, daß S ie  viel zu sehr belastet lind. 
und w ir wünschen, daß S ie  entlastet w erden und daß 
Ih n e n  eine Hilfe durch den Ortsschulinspektor gestellt 
werde. N un  ist eins feststehend, ob Kommissionen oder 
D eputationen eingesetzt sind, ist ganz, gleichgültig, der 
Verantwortliche ist im m er der Leiter, der bestimmt die 
Dingo, und das w ar hier der H err Stadtschulrat. N un 
stellte es sich heraus, daß nicht m al die Baracken da 
w aren, viel w eniger noch die Koch- und sonstigen G e­
legenheiten, und w ir haben, ganz entgegen den sonsti­
gen Usancen, im Ältesienausfchuß über den Ankauf 
von Baracken beschließen müssen. E s  w ar jedenfalls 
keine große vorbeugende S o rge da. A ber w as  mich
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