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Periodical volume 22. Dezember 1919

Full text: Amtlicher stenographischer Bericht über die Sitzung der Stadtverordneten zu Neukölln Issue 1919

einzusetzen. H e rr S ta d tv e ro rd n e te r  H eyn h a t bere its  
N o m en  gen an n t. W er im  P r in z ip  fü r die Einsetzung 
e iner K om m ission im  S in n e  des Beschlusses des W a h l­
ausschusses ist, b itte  ich, die H and  zu erheben. (G e­
schieht.) G egenprobe! (Geschieht ebenfalls .) D er A n ­
tra g  ist angenom m en .
W ir  kom m en n u n  zu P u n k t 15: A u sb a u  des 
Ju g e n d a m te s , in  V erb in d u n g  m it dem v o rh in  zurück­
gestellten P u n k t 4, Absatz 2. S ie  haben  die V orlage  
alle zu r  H an d . Ic h  möchte S ie  b itten , sich zu ä u ß e rn . j
S ta d t r a t  W uhky : M eine  D am en  u n d  H erren ! E s  , 
w ird  m ir  zugeru fen , ob die V orlage  nicht b eg rü n d e t 
w ird . Ic h  g laube. L aß  ich es m ir  m it Rücksicht au f die 
Tatsache e rsparen  kann, d aß  d a rin  schon a lles -gesagt 
ist, w a s  zu r B eg rü n d u n g  an g efü h rt w erden  kann. Ich  - 
möchte n u r  au f e tw as  h inw eisen , d a s  w ie ein W ider- ; 
spruch gegenüber der frü h er behandelten  Denkschrift 
über d a s  A rb e itsa m t au fg efaß t w erd en  könnte. D ie j 
2. A b te ilu n g  —  Jug en d p fleg e  —  zäh lt u. a. auch zu 
ih ren  A ufgaben : B e ru fsb e ra tu n g , L ehr- und  Dienst- 
ste llenverm itte lung  usw . E s  ist d a s  Gleiche, w ie be­
kannt, auch in  der Denkschrift fü r  d a s  A rb e itsa m t v o r­
gesehen. Ic h  möchte m einerse its sagen, d aß  ich in  der 
V orlage  diese W o rte  a u s  dem  G ru n d e  stehen g e la s se n ! 
habe, w eil ich grundsätzlich, ebenso w ie m eine M it­
a rb e ite r im  Ju g e n d a m t, der A uffassung b in , daß  diese 
A usgaben  zum  Ju g e n d a m t gehören. A ber ich habe 
nicht beabsichtigt, dadurch festzustellen, d aß  diese A u f­
gaben  u n b ed in g t dem Ju g e n d a m t zu fa llen  sollen, 
sondern  b in  der M e in u n g , d aß  d a rü b e r  die z u r B e ­
ra tu n g  der Denkschrift über d a s  A rb e itsa m t eingesetzte 
K om m ission zu b e ra ten  u n d  zu beschließen hat. J e  
nach dem, w ie dieser Beschluß au sfä llt, soll eine e n t­
sprechende V e rän d e ru n g  in  m einer V o rlag e  e in tre ten . 
I m  ü b rig en  möchte ich S ie  d rin g en d  b itten , der V o r- , 
läge I h r e  Z u stim m u n g  zu geben. S ie  ist nicht n u r  im  - 
M a g is tra t, sondern  auch in  der D ep u ta tio n  v o rbera ten , 
so daß  gesagt w erden  darf , daß  alle fü r diese F ra g e  
interessierten D am en  und  H erren  der städtischen K örper- \ 
schäften dazu S te llu n g  genom m en  und  sich d a rü b e r 
ausgesprochen haben.
S ta d tv e ro rd n e te r  Schneider, K a rl (U .S .P .) :  N ieine 
D am en  und  H erren ! B ei dem  v o rherigen  A n tra g e  
äu ß e rte  ich die B efü rch tung , d aß  S ie  diesen A n tra g  
eventuell annehm en  u n d  ihn  e iner K om m ission ü b e r­
w eisen, d am it h a t d a n n  der A n tra g  ein ehrenvolles 
B e g rä b n is  erster Klasse gefunden. W ir  h ab en  h ier 
e inen ähnlichen A n tra g . V o r sieben M o n a te n  stellten 
w ir  den A n tra g , den O rtsausschuß  fü r Ju g en d p fleg e  | 
aufzulösen. H eute, nach sieben M o n a te n , m üssen w ir 
d a s  E rg e b n is  verzeichnen, daß  der O rtsausschuß  sich 
im m er noch e ines sehr regen  L ebens erfreu t. E s  w a r  
vo rh in  bei I h r e m  A n tra g e  davon  die R ede, in  welcher 
W eise der O rtsausschuß  heute noch a rb e ite t u n te r 
rechtssozialistischer L e itung , in  deutschnationalem  S in n e , 
d aß  ihm  R ä u m e  z u r V erfü g u n g  stehen, dam it er recht 
fruchtbringende deutschnationale Ju g en d p fleg e  tre iben  
kann. J e d e n fa lls  ein  G ru n d  m ehr d a fü r, d aß  S ie  
heute sicher d a fü r e in tre ten  w erden , d aß  endlich e inm al 
K la rh e it geschaffen w ird , daß  endlich e in m al versucht 
w ird , dieser re ak tio n ä ren  In s ti tu tio n  den G a ra u s  zu 
machen. Ic h  stelle fest, d aß  am  3. J u n i  dieser A n tra g  
an g en o m m en  w urde . D ieser A n tra g  w u rd e  der sozial- 
pädagogischen K om m ission überw iesen, diesem to t­
geborenen  K inde, d a s  d a n n  drei U nterkom m issionen 
einsetzte, den U nterausschuß  I, d e r sich m it der P flege  
der vorschulpflichtigen J u g e n d  befassen sollte, der aber 
auch b is  zum  heutigen  T a g e  n ichts g e tan  hat. D er 
U nterausschuß II h a tte  die P fleg e  der schulpflichtigen 
J u g e n d . D ieser U n terausschuß  II h a t in  B ezug  auf 
F eriensp iele  usw . vorbildliche A rbe it geleistet. A der 
d am it w a r  seine T ätigkeit erschöpft. A lles, w a s  heute
in N eukölln  geschieht au f dem G ebiete der Ju g en d p fleg e , 
in  B ezug  au f die schulpflichtigen1 K inder, h a t m an  von 
S e ite n  der S ta d t  den V ere inen  überlassen. Auch w ir  
a ls  P a r te i  müssen unsere G elder d a fü r hergeben, um  
fü r unsere  schulentlassene J u g e n d  e tw as  zu schaffen, 
um  M ärchen-N achm ittage  zu veransta lten  und  d e r­
gleichen. G erad e  w er G elegenheit gehab t ha t, solche 
N achm ittage zu besuchen —  und  bevor ich heute h ierher 
kam, habe  ich eine d era rtige  V e ran sta ltu n g  vo r w eit 
über 1000 K indern  besucht — , der m u ß  wissen, d aß  es 
geradezu  no tw end ig  ist, d aß  au f diesem G ebiete e tw as  
geschieht. G erade  N eukölln  w ä re  verpflichtet, e tw a s  
d e ra r tig es  zu schaffen, um som ehr, a ls  andere  G em ein­
den es schon längst a ls  ihre A usgabe angesehen haben, 
voranzugehen . B lo ß  in  N eukölln  w äh lt m a n  K om ­
m issionen, die m an  sozialpädagogische nenn t, aber 
d am it h a t m a n  genügend getan . D er U nterausschuß III 
kann bestehen bleiben, er h a t die S achen  der V olks­
hochschule zu erledigen.
Ich  p läd iere , d aß  die sozialpädagogische K om ­
mission ü b e rh au p t a ls  solche aufgelöst w ird , sie b le ib t 
] bestehen a ls  D ep u ta tio n  fü r Volkshochschulen. B ish e r  
w a r  es so, daß  A n träg e , die in  den S ch u ldepu ta tionen  
nicht erled ig t w erden  sollten, d e r fozialpädagogischen 
K om m ission überw iesen  w urden . D o rt w u rd e  wochen­
la n g  geredet, aber p roduktive A rb e it w u rd e  nicht ge­
leistet. L ieber in  die W olfsschlucht m it dem Scheusal!
1 (H eiterkeit.) Ic h  möchte auch noch betonen, daß, a ls  
w ir  den A n tra g  am  3. J u n i  angenom m en  ha tten , die 
A u ffo rd e ru n g  e rg ing  an  die verschiedenen P a r te ie n , 
l V orschläge zu m achen fü r die A u sg esta ltu n g  des 
Ju g en d p fleg eam tes . Ic h  hätte  beinahe  ganz vergessen: 
I n  dieser B eziehung  w u rd e  doch e tw a s  gearbeite t. 
D ie verschiedenen P a r te ie n  m achten keine Vorschläge. 
D ie einzige P a r te i ,  die V orschläge machte, w a re n  w ir. 
D a m it aber w a r  die S ache w ieder erledigt. Diese 
V orschläge ru h ten . I m  stillen arbeite ten  d a n n  andere  
D ezernate  an  der D urchführung  d e r Ju g en d p fleg e . 
H eute sehen w ir  d a s  R esu lta t dieser A rbeiten , also die 
E rrich tu n g  des J u g e n d a m te s  N eukölln . Ic h  m u ß  er- 
I klären , daß  w ir  im m er d a fü r e ingetreten  sind, daß  die 
Ju g en d p fleg e  bei der sozial-pädagogischen A bte ilung  
bleibt. W ir  sind im m er w ieder d a fü r eingetreten , 
ab e r heute m u ß  ich erk lären , d a ß  w ir  um fallen , und 
zw a r a u s  dem  G ru n d e , w eil w ir  zum  L eite r des sozial- 
pädagogischen Ausschusses absolut kein V e rtra u e n  
haben, d aß  h ier ü b e rh au p t e tw as  z u r D urchführung  
gelang t. W ir  freuen  u n s , d aß  d a s  Ju g e n d a m t endlich 
e in m a l ganze A rb e it gemacht h a t, d aß  u n s  h ier eine 
V o rlag e  gem acht w ird , d aß  wirklich e tw a s  D urch­
greifendes fü r  unsere N euköllner J u g e n d  geschieht. 
W ir  w erden  d a ru m  dieser V o rlag e  zustim m en. W ir  
ha lten  e s  ab e r fü r  außero rden tlich  no tw end ig , d aß  
dieses J u g e n d a m t eine selbständige A b te ilung  w ird , 
die vom  W o h lfa h rtsa m t g e tren n t w ird , daß  w ir, genau  
w ie  d a s  W a h lfa h rtsa m t, ein  J u g e n d a m t bekom m en. 
D a s  A rbe itsgeb ie t des Ju g e n d a m te s  ist d e ra r tig  groß, 
daß  es  a ls  U n terdezerna t g a r nicht v e rw a lte t w erden  
kann. D em  w erd en  S ie  w ohl heute noch nicht zu ­
stim m en, aber die Z u kun ft w ird  leh ren , d aß  d a s  un ­
bed ingt no tw en d ig  ist.
U nser A n tra g  ist eigentlich überho lt betreffend den  
O rtsausschuß  fü r Ju g en d p fleg e . Ic h  möchte aber doch 
b itten , diesen A n tra g  heu te  nochm als anzunehm en , 
dam it endlich e in m al d a s  J u g e n d a m t nicht neben dem  
O rtsausschuß  besteht, w a s  auch möglich ist. I n  den 
letzten W ochen u n d  M o n a te n  ist so viel von der W ü rd e  
des H auses gesprochen w orden . Ic h  g laube, die W ü rd e  
des H auses w ird  w ohl nicht m ehr verletzt, w en n  d as  
H a u s  einen A n tra g  a n n im m t, und  der M a g is tra t denkt 
nicht d a ra n , dem A n tra g e  nachzukom m en. Ich  bitte 
S ie , sich der W ü rd e  des H auses dadurch zu e rin n e rn 1,
        
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