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Periodical volume 22. Dezember 1919

Full text: Amtlicher stenographischer Bericht über die Sitzung der Stadtverordneten zu Neukölln Issue 1919

Auch zeigen die ganzen A usführungen, daß noch 
manche Unstimmigkeiten zu beseitigen sind. W ir 
können unmöglich den A ntrag , der darauf hinzielt, 
dieses Lichtspielthater abzubauen und etw as anderes 
dafür einzurichten, in einer D eputation behandeln, in 
der a u s  der Bürgerschaft gewisse Personen hinzu­
gezogen werden, die sich nie m it dieser M aterie besaßt 
haben und welche die ganzen V ertragsangelegenheiten 
nicht kennen. (Z uruf: Kollege Schneider hat die E lte rn ­
räte vorgeschlagen!) Die mögen S ie  m it uns vor­
schlagen zu P unk t 14. W ir möchten aber die beiden 
P unkte voneinander getrennt haben. Unser A ntrag  
m uß einer Kommission überwiesen werden, die den 
Bilderbühnenausschuß, den Rechnungsausschuß, der 
das Finanztechnische beurteilt, um faßt, w ährend zu 
P unkt 14, wie H err Kollege Schneider sagt, dieser 
weitere Ausschuß natürlich ohne weiteres hinzugezogen 
werden kann, weil es sich n u r um die Ausgestaltung 
des Schulkinos handelt. D as ist etw as anderes, a ls j 
die U m w andlung der Bilderbühne in ein Volkshaus 
für wissenschaftliche D arbietungen. D arum  hatten w ir 
vor, diesen A ntrag  anzunehm en zur Kommissions­
beratung, aber m it dem Wunsche, daß zum Schulkino 
die E lternräte  hinzugezogen werden. Bestehen S ie  
aber darauf, daß diese beiden A nträge in einer und 
derselben Kommission, an  der auch die E lternräte  teil­
nehmen, behandelt werden, dann  wünschen w ir, daß 
die V ertreter der Elternschaft n u r beratende und nicht 
beschließende S tim m e haben.
S ta d tr a t  L indner: M eine Dam en und  Herren! Ich 
möchte S ie  doch bitten, es bei dieser einen gemischten 
Kommission zu lassen. W enn S ie  zwei Kommissionen 
einsetzen, wie F rl. Schütz will, w ürden S ie  wahrschein­
lich dieselben Personen in beide Kommissionen wählen. 
Die Angelegenheit w ird übrigens nicht so beraten, daß 
w ir diese beratenden M itglieder bei allen Punkten 
unserer E rörterungen  hinzuziehen, sondern w ir werden 
diese beratenden M itglieder n u r hinzuziehen zu einer 
bestimmten S tunde, in einer bestimmten Sitzung, wenn 
eine Angelegenheit erörtert w ird, die für die betreffen­
den Personen Interesse hat. I m  übrigen berä t n a tü r­
lich die Kommission unter sich. Ich  glaube, daß S ie  
aus dem gezeichneten Wege, der vorgeschlagen ist, 
um  rasche A rbeit zu leisten, bald zu einem Ziel kommen.
Vorsteher: W ortm eldungen liegen weiter nicht 
vor. Wünschen S ie, daß w ir prinzipiell über die beiden 
zusammengezogenen A nträge abstimmen, oder daß w ir 
über die getrennt gedachten A nträge abstimm en? (Z u­
ruf: W ir müssen doch getrennt abstimmen!) D as
W ort hat H err S ta d tra t L indner.
S ta d tra t  L indner: M eine D am en und Herren! 
Ich  hatte gebeten, — und ich glaube auch, Einstim m ig­
keit zu finden — , daß diese Angelegenheit einer K om ­
mission zur B era tung  und zur E rö rte rung  überwiesen 
w ird. A us den A usführungen hatte ich angenommen, 
daß die H erren S tad tverordneten  Schneider, Wille und 
die anderen H erren dam it einverstanden w ären. Ich 
betone, w ir können heute über diese Angelegenheit keine 
bindenden Beschlüsse fassen. Die juristische Konstruktion 
des V ertrages und die B eratungen, die mir dem Ver- 
tragsgegner im G ange sind, sind so schmierig, daß w ir 
heute unmöglich bindende Beschlüsse fassen können. Bei 
den V erhandlungen, die mit dem Gegner noch geführt 
werden, können S ie  mich heute unmöglich vor die 
S itu a tio n  stellen und können auch die Kommission 
nicht: vor die S itu a tio n  stellen, daß schon heute eine 
B indung geschaffen wird. Die Kommission soll doch 
eist einm al die ganze M aterie durchberaten.
Ich  möchte S ie  deshalb bitten, die g a n z e  A n ­
gelegenheit der Kommission zu überweisen. Sämtliche 
D am eg und H erren, die gesprochen haben, haben sich 
ja im P rin z ip  dam it einverstanden erklärt. Bei allen
A usführungen, die von den verschiedensten S eiten  ge­
macht sind, ist zugegeben worden, daß H err S tad tver­
ordneter Schneider durchaus recht hat, daß  H err S ta d t­
verordneter Wille recht hat und die übrigen H erren 
auch. Ich glaube aber trotzdem, es ist der beste Weg, 
heute keine bindenden Beschlüsse zu fassen, sondern die 
ganze F rage  einer Kommission zu überweisen, die die 
gange Angelegenheit erörtert und berät.
S tad tverordneter Schneider, K arl (U .S .P .): M eine 
D am en und  Herren! Die einfachste Lösung der Sache 
w äre doch die, w ir setzen die Kommission zu P unkt 14 
ein, die sich lediglich m it dem A usbau  der Schüler- 
vorstellungen zu beschäftigen hat. (Zuruf: Braucht doch 
nicht eingesetzt zu werden!) W ir verlangen in unserem 
A ntrage auch B eibehaltung der Schülervorstellungen. 
D a gibt es doch keinen S tre it. Die Kommission soll 
weiter arbeiten. Z u  P unkt 14 Absatz 1 m uß natürlich 
eine Kommission eingesetzt werden, die auch die finan­
zielle S eite  der Sache zu prüfen hat. Ich  glaube nicht, 
daß die Angelegenheit auch in dem neuen B ilder­
bühnenausschuß geregelt werden kann. D as möchte ich 
bezweifeln. E s müssen zum mindesten M itglieder des 
Rechnungsausschusses hinein, die sich mit der Sache 
beschäftigen. Hier handelt es sich bei unserem A ntrage 
— bitte, H err S ta d tra t L indner — : die Kommission 
zu P unk t 14 hat sich n u r m it dem A usbau  der Schüler- 
vorstellungen zu beschäftigen, dagegen hat sich die 
Kommission zu P unk t 1 m it dem ganzen Unternehm en 
zu besassen, hat also gar nichts m it dem inneren A u s­
bau zu tun , sondern n u r m it der rein technischen 
Durchführung unseres A ntrages. (Z uruf S ta d tra t 
L indner: D as hängt aber so eng m iteinander zu­
sammen!) D as hängt nicht m iteinander zusammen, 
beide Sachen sind grundverschieden.
Vorsteher: D ann w ird sich die Versam m lung ent­
schließen müssen, ob w ir zweierlei Kommissionen ein­
setzen wollen. (Z uruf S lad tv . F rl. Schütz: I s t  nicht 
möglich!) H err S tad tvero rdneter Schneider hat doch 
für zwei verschiedene Kommissionen plädiert: erstens 
den Bilderbühnenausschuß lediglich für Zwecke der 
O rganisation der Schülervorstellungen, und dann der 
andere Ausschuß, der über den A ntrag  P unk t 16, 1 be­
ra ten  soll in  Bezug aus eventuelle A ufhebung des Licht­
spielhauses. In so fe rn  müssen w ir, nach dem Wunsche 
des H errn  S tad tverordneten  Schneider zu urteilen, 
doch zur M ahl zweierlei Kommissionen kommen. (Z u ­
ruf: Die beschäftigen sich mit derselben Sache!)
S tad tverordneter D r. Bierbach (B ürgl. V .): M eine 
D am en und H erren! W ir können doch die Sache nicht 
zwei Kommissionen übertragen, sonst plagt sich die eine 
, Kommission dam it, wie sie die Lichtbilderbühne für die 
Schüler ausgestalten soll, w ährend die andere Kom ­
mission beschließt, die B ühne auszugeben. (Z uruf: Die 
soll doch nicht aufgegeben werden! S ie  soll doch für 
Schülervorstellungen weiter beibehalten werden!) Ich  
halte es fü r ausgeschlossen, daß S ie  die eine F ra g e  ohne 
die andere lösen können. D as m üßten doch die M it­
glieder des Bilderbühnenausschufses wissen, daß diese 
F rag en  voneinander nicht zu trennen sind. S ie  wissen 
doch, daß w ir dahin kommen werden, unter dem 
Drucke der Schulleitungen die V orführungen für Schüler 
etw as abzubauen und seltener zu machen. W ie können 
S ie  nun  das U nternehm en halten, w enn S ie  n u r alle 
V ierteljahr ein p a a r  Schülervorstellungen veranstalten? 
Die beiden F rag en  sind 'also nicht zu trennen, und ich/ 
kann nu r unterstreichen, w as H err Kollege A braham  
gesagt hat, daß m an diese F rag e  auch vom finanziellen 
S tandpunk t a u s  betrachten muß. Beide V orlagen 
müssen also an eine Kommission gehen, w enn nicht 
unnütze A rbeit geleistet werben soll.
Vorsteher: M eine D am en und H erren! D er W ah l­
ausschuß hat vorgeschlagen, eine gemischte Kommission
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