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Periodical volume 4. Juni 1919

Full text: Amtlicher stenographischer Bericht über die Sitzung der Stadtverordneten zu Neukölln Issue 1919

fü r dieses Sportfest von allen beteiligten Vereinen, 
auch unter Beisein der Vertreter der freien Turner- 
schaft . . .  (Widerspruch) so w ird m ir erklärt. (Zuruf: 
Das Sportkartell fehlt vollständig!) Jedenfalls ist mir 
das von Herrn Blume heute noch erklärt worden. 
Daraufhin hat der M agistrat geglaubt, die M ittel für 
dieses Sportfest bewilligen zu sollen.
I n  den 1500 M . sind ja nicht bloß die M ittel für 
die Preise enthalten. E s gehören auch noch die Auf­
wendungen für Drucksachen usw. dazu. Noch nicht 
einmal die Hälfte der 1500 M. werden für Preise 
aufgewandt. Den Standpunkt, daß für körperliche 
Leistungen überhaupt kein P re is  nötig fei, vermag ich 
nicht anzuerkennen. Ich bin der M einung, daß Preise 
die beste Anziehung auf sportliche Kreise ausüben. D a­
von werden wir nicht abkommen können.
Ich bin andererseits gern erbötig, mit allen inter­
essierten Kreisen zusammenzutreten und ein städtisches 
Fest in dem S inne zu arrangieren, wie es Herr Radtke 
vorhat. Ich würde meinerseits empfehlen, daß w ir 
unabhängig von dieser Vorlage für September ein 
T urn- und Sportfest vorbereiten, an dem unsere sämt­
lichen sportlich interessierten Kreise teilnehmen, und 
zwar unter Berücksichtigung gerade der Grundsätze, 
die von Herrn Radtke hier aufgestellt sind. Dann kön­
nen w ir ja am besten aus dem Verlauf beider V eran­
staltungen ersehen, ob I h r  Standpunkt der richtige ist 
oder der von mir vertretene.
Das eine können S ie m ir glauben: Uns leitet 
nicht etwa irgend ein politischer Standpunkt. Das 
scheidet vollkommen aus. Ich habe nur angenommen 
— und bin da irrtümlich unterrichtet gewesen —, daß 
tatsächlich unter Zustimmung aller 'beteiligten turne­
rischen Kreise diese Veranstaltung in Aussicht ge­
nommen sei. Indensalls möchte ich bitten, daß Herr 
Radtke seinen Widerspruch unter der Voraussetzung
zurückzieht, daß w ir für September ein T urn- und 
Sportfest in Aussicht nehmen, bei dem seine Grund­
sätze in jeder Richtung Billigung und Anerkennung 
erfahren sollen.
Stadtverordneter Heitmann (S. P . D.): W ir haben 
selbstverständlich nichts dagegen, wenn irgend welche 
sportliche Veranstaltungen vorgenommen werden, um 
eine gewisse Propaganda für die Körperpflege zu 
machen. Aber soweit uns bekannt geworden ist, sind 
die in Frage kommenden Sportvereine, die unbedingt 
bei diesem Fest hätten mitwirken können, nicht heran­
gezogen worden. Sow eit uns bekannt geworden ist, 
ist die Vorbereitung nach dem alten System getroffen 
worden, und aus diesen Gründen schließen wir uns der 
Begründung des Kollegen Radtke an. W ir werden 
die M ittel für die Veranstaltung ablehnen.
Vorsteher: Weitere Wortmeldungen liegen nicht 
vor. Dann nehme ich an, daß die Stadtverordneten­
versammlung damit einverstanden ist, daß die V or­
lage in der Form, wie sie hier vorliegt, abgelehnt wird, 
aber damit einverstanden ist, daß, dem Wunsche des 
Herrn Oberbürgermeisters entsprechend, im Septem ber 
ein Sportfest unter den gewünschten Bedingungen
inszeniert wird. Ich höre keinen Widerspruch. Es ist
so beschlossen.
W ir kommen zum letzten Punkt 15 a: Dringlich- 
keitsoorlage: Zahlung einer einmaligen Teuerungs­
zulage an Beamte, Bedienstete und Lehrpersonen.
Wünscht dazu jemand das W ort? D as ist nicht der 
Fall. D ann ist die Dringlichkeit anerkannt. Wünscht 
zu der Vorlage jemand das W ort? Das ist auch nicht 
der Fall. Die Vorlage ist beschlossen.
W ir sind dann am Ende unserer öffentlichen
Sitzung angelangt, ich schließe sie.
Schluß der Sitzung 10 Uhr 5 Min.
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