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Periodical volume 12. März 1919

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1919

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Sitzung am 12. März 1Ö1Ö
nehmen müssen, da m it  der Rückkehr eines großen —  D a s  läß t  sich absolut nicht voraussehen. E s 
T e i ls  unseres Petsdna-ls a u s  dem Felde, trotz e rn ­ fehlt an Ziegeln  fü r diese B au ten ,  e s  fehlt an  
stester Einschränkungsversuche, V erw altungsräum e in Kohle, es fehlt an  Z em ent,  es fehlt an  allem. Diele 
vermehrtem Umfange gebraucht worden sind. Auf M assivbauten sind noch g a r  nicht in Angriff genom­
die Weise sind an  sogenannten N otwohnungen im men; sie werden im  wesentlichen vom W ohnungs- 
ganzen 82 m it  197 R äu m en  geschaffen, die allerdings verbande G ro ß -B e r l in  finanziert . D ie  Anträge  
zum Teil  auch schon bezogen sind. Weitere 87 mit liegen do rt  und werden dort m it  anderen A nträgen 
223 R äu m en  sind noch zu erwarten, zum T e i l  zum au s  -Groß-Berlin genehmigt. Noch kein einziger 
1. April ,  zum Teil  bald nachher. D a s  sind zusammen dieser B au ten ,  die m it  diesen staatlichen Ueber- 
169 W ohnungen mit 420 R äum en. teuerüngszuschüssen in  B e r l in  f inanziert  werden 
D a  diese M aßrege l  aber nicht ausreicht, so sollen, hat b isher ist A ngriff  genommen werden 
haben w ir  sogenannte B  eh  e l f s w o  h n  u )n  g e n können, weil es an  den notwendigsten M a te r ia l ie n  
zu schaffen u n s  bemüht. W ir  haben zunächst, schon fehlt. E s  wäre vermessen, heute irgendeinen F e r t i g ­
im -Oktober u n s  zu einem B au ty p  entschlossen, den s te llungstermin für diese B a u ten  fixieren zu wollen. 
ich a ls  Halbmassiven B a u  ^bezeichnen darf. E s  sind S i e  scheiden also für die Befried igung der akuten 
das  barackenartige Gebäude, die voraussichtlich eine W ohn ungsn o t vollkommen aus .
längere Lebensdauer haben und recht behagliche Dagegen haben w ir weiter vorhandene W ohn- 
W ohnungen bieten werden. D erar t ig e  B au ten  sind räum e u n s  nutzbar zu machen versucht, zunächst 
in A ngrif f  genommen an  der Söm m erin gs traße  Durch E inw irkung auf die K r i e g s  g e s e 1 l - 
72 W ohnungen m it  144 R äu m en ,  an de r  Mollwitz­ s c h ä f t e  n. E s  ist ja  hier bei früherer Gelegen­
straße 56 W ohnungen m it  112 R äu m en  —  im all­ heit m itgeteilt worden, daß Kriegswirtschaftsstellen 
gemeinen W ohnungen von S t u b e  und Küche oder und militärische Verwaltungsstellen —  letztere 
2 S tu b e n  und Küche — , zusammen 128 W o h n u n ­ übrigens  in  der  Hauptsache —  ist Charlo ttenhurg  
gen mit 256 R äu m en .  Diese 128 W ohnungen etwa 3000 W ohn räum e  im Laufe d e s  Krieges in  
sollten nach den abgeschlossenen V er trägen  im F e ­ Anspruch genommen haben.
b ru a r  fertig werden; sie hätten  also zum 1. A pril  
-zur Befriedigung des W ohnungsbedürfnisses zur (Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.)
V erfügung gestanden. Leider ist es a u s  e iner Reihe 
tickn G rü n d en ,  die ja  allgemein bekannt sind —  W ir  haben n u n  m it  allen u n s  zu r  Verfügung 
Transportschwierigkeilen, Arbeitseinstellungen — , stehenden M i t te ln  auf eine Einschränkung dieses 
nicht möglich gewesen, diese W ohnungen rechtzeitig R aum bedarfs  der Kriegsgesellschaften hingewirkt, 
fertigzustellen. S i e  werden zum 1. A pril  aller V o r ­ und es ist u n s  gelungen, bisher von diesen 3000 
aussicht nach nicht fe r t ig  werden, -sondern erst im  R ä u m e n  rund  750, also den vierten Teil ,  freizu­
V ier te l jah r  zwischen 1. A p r i l  und 1. J u l i .  H ie r­ bekommen. D a s  ist ein recht achtbarer Erfo lg . W ir  
durch sind die Schwierigkeiten gesteigert. I n fo lg e ­ sind natürlich bestrebt und haben u n s  noch neuestens 
dessen haben w ir  uns, sobald dies bekannt 'wurde, in  einer sehr, energischen Vorstellung deswegen an  
nach weiteren behelfsmäßigen Wohnusigsgelegen- das K rieqsm in is te rium  gewandt, d a ß  u n s  noch 
heiten umgesehen, und w ir haben beschlossen, in weitere  R ä u m e  möglichst fiis zum 1. A p ri l  zur V e r ­
Leichtbaracten, die w ir zum größten T e i l  von der fügung gestellt werden. I c h  habe keinen G ru n d ,  an 
M i l i tä rv e rw a l tu n g ,  teilweise von anderen E igen­ dem guten W illen der  beteiligten S te l len  zu zwei­
tüm ern  -erworben haben, 58 W ohnungen m it  166 feln. D ie  von u n s  angestellten Beobachtungen haben 
stemmen einzurichten. W enn es S i e  im einzelnen im allgemeinen auch nicht d ie  V erm utung , die hier 
interessiert, so sind Barackenbauten an der I l s en -  ausgesprochen worden ist, bestätigt, d a ß  diese V er­
bürg er S t r a ß e ,  an der Niebuhrstraße, auf dem alten waltungsstellen, die dort d ie  R ä u m e  im Besitz haben, 
«Grundstück der Klosterbrauerei, auf dem Bauplatz sich möglichst breit machen. Unsere E rm it t lu n g e n  
tim Landgericht und an der  Sp ie lhagens traße  in haben das, wie gesagt, nicht bestätigt, sondern m in ­
Aussicht genommen. F e rn e r  haben w ir  zwei fertige destens bei einem großen T e i l  der beteiligten S te l le n  
t ransp ortab le  Holzhäuser auf der Ausstellung für die Bereitwilligkeit gezeigt, u n s  so schnell und so viel 
sparsame Bauweise  erwerben können, jedes m i t  zwei wie möglich R ä u m e  zu r  Verfügung zu stellen. Wie 
W ohnungen. gesagt, es sind 750 R ä u m e  bere its  frei geworden, 
Auf diese Weise werden w ir zum 1. A pril  oder die bezogen sind oder -bis zum  1. A p ri l  bezogen 
in der Zeit nach dem 1. A pril —  die genauen F e r ­ werden.
tigstellungstermine lasten sich beim besten W illen 
nicht angäben —  weitere 190 W ohnungen m it  443 D ann  haben w ir auch Privatwo'hnrüum e zu 
Räum en erhalten. D a s  macht an  N ot-  und B e ­ gewinnen versucht, namentlich dem Gedanken fol­
helfswohnungen zusammen 359 W ohnungen m it  gend, von großen W ohnungen Teile zur Befriedi­
853 Räumen. D a s  sind alles M a ß n a h m e n  zur gung des Wohnungsbedürfnisses nutzbar zu machen. 
schleunigsten Befriedigung des W ohnungsbedarfs . N un liegt diese Sache nicht so einfach, wie sie aus­
Die S ta d t C harlo ttenbu rg  hat aber nicht sieht. D er Gedanke der Z ivil-Zw angseinquartie­
Unterlasten, auch weitere W ohn ungsb au ten  in  die rung, der ja viel ventiliert ist, ist ja  leicht gedacht, 
Wege zu 'leiten, massive B a u ten ,  sowohl im  Hoch­ über sehr schwer ausgeführt. E s  ist außerordentlich 
b a u  wie im Flachbau. Ich glaube aber auf diese schwierig, gerade iit den großen und komfortabelsten 
P l ä n e  heute nicht weiter eingehen zu sollen, weil W ohnungen Teile abzutrennen, so daß sie von eige­
es ja vollständig ausgeschlossen ist, daß diese B a u te n  nen H aushaltungen bewohnt werden können. E s  
so rechtzeitig fertig werden können, d a ß  sie irgend­ erfordert das regelmäßig außerordentlich eingrei­
wie fit? den  bevorstehenden U m zugsterm in  von u n ­ fende und kostspielige bauliche Veränderungen. W ir 
m itte lbarer oder auch n u r  m itte lbarer  Bedeu tung haben daher versucht, hier auf einem anderen Wege 
sein können. zum Ziele zu kommen, nämlich dadurch, daß wir die Afrememrierung von Teilen solcher Wohnungen 
(Z u r u f :  W an n  werden sie fe r t ig ?) durchzusetzen versucht haben, namentlich auch durch
        
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